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Brustwarzenabsonderung

Von

Mary Ann Kosir

, MD, Wayne State University School of Medicine

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Okt 2019| Inhalt zuletzt geändert Okt 2019
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Kurzinformationen

Flüssigkeit, die aus einem oder beiden Brustwarzen fließt, wird eine Brustwarzenabsonderung genannt. Jede Brust hat mehrere (15 bis 20) Milchgänge. Ein Ausfluss kann aus einem oder mehreren dieser Gänge austreten.

Eine Brustwarzenabsonderung kann ganz normal während der letzten Wochen der Schwangerschaft und nach der Geburt auftreten, wenn Muttermilch produziert wird. Eine Brustwarzenabsonderung kann auch bei Frauen normal sein, die nicht schwanger sind oder stillen, besonders während der reproduktiven Jahre. Beispielsweise können Liebkosungen, Saugen, eine durch Kleidung verursachte Entzündung oder sexuelles Verlangen bei Frauen zu einer Brustwarzenabsonderung führen, sowie auch Stress. Eine Brustwarzenabsonderung bei Männern ist jedoch immer auffällig.

Üblicherweise ist die Flüssigkeit dünnflüssig, trüb, weißlich oder nahezu klar und nicht klebrig. Jedoch kann der Ausfluss in anderen Farben wie beispielsweise grau, grün, gelb oder braun auftreten. Während der Schwangerschaft oder des Stillens ist ein normaler Ausfluss manchmal etwas blutig.

Anormale Ausflüsse variieren je nach Ursache im Erscheinungsbild. Ein anormaler Ausfluss kann mit weiteren Auffälligkeiten wie Orangenhaut, Schwellungen, Rötungen, Verkrustungen, Wunden und einer zurückgezogenen Brustwarze einhergehen. (Eine Brustwarze gilt als zurückgezogen, wenn sich diese nach innen stülpt und auch auf Stimulation hin nicht mehr in ihre normale Position zurückkehrt). Wenn der Ausfluss nur aus einer Brust und von selbst auftritt (ohne Stimulation der Brustwarze), gilt dies als auffällig.

Ursachen

Einige Störungen können eine anormale Absonderung verursachen.

Ein Ausfluss aus einem Milchgang oder von einer Brust wird aller Wahrscheinlichkeit nach durch ein Problem mit dieser Brust verursacht, wie einem nicht kanzerösen (gutartigen) oder kanzerösen Brustkrebs.

Ein Ausfluss aus beiden Brüsten oder aus mehreren Milchgängen in einer Brust wird wahrscheinlich durch ein Problem außerhalb der Brust, wie eine hormonelle Störung oder die Verwendung bestimmter Arzneimittel verursacht.

Häufige Ursachen einer Brustwarzenabsonderung

Normalerweise ist die Ursache eine gutartige Störung der Milchgänge, z. B.:

Das Milchgangpapillom ist die häufigste Ursache. Es ist auch die häufigste Ursache bei einer blutigen Brustwarzenabsonderung, wenn keine Knoten in der Brust vorhanden sind.

Seltenere Ursachen einer Brustwarzenabsonderung:

Bestimmte Störungen regen die Produktion von Muttermilch bei Frauen an, die nicht schwanger sind oder stillen (siehe Tabelle zu einigen Ursachen und Merkmalen von Brustwarzenabsonderungen). Bei den meisten dieser Erkrankungen ist der Prolaktinspiegel (ein Hormon, das die Produktion von Muttermilch anregt), erhöht. Die Einnahme bestimmter Arzneimittel kann den gleichen Effekt haben.

Krebs ist bei diesen Fällen in weniger als 10 Prozent die Ursache.

Beurteilung

Warnsignale

Brustwarzenabsonderung gibt Anlass zur Besorgnis, wenn folgende Punkte vorliegen:

  • Auftreten, ohne dass die Brustwarze zusammengedrückt oder anderweitig gereizt wurde (wenn sie spontan auftritt)

  • Auftreten bei Frauen über 40 Jahren

  • Austreten nur aus einer Brust

  • Blutige oder rosafarbene Absonderung

  • Von einem ertastbaren Knoten begleitet

  • Auftreten bei einem Knaben oder einem Mann

Wann ein Arzt zu konsultieren ist:

Wenn eine Brustwarzenabsonderung über mehr als einen Menstruationszyklus andauert oder wenn eines der Warnsignale vorliegt, sollten Frauen (oder auch Männer) einen Arzt aufsuchen. Eine Verzögerung von ungefähr einer Woche ist harmlos, es sei denn, es sind Anzeichen einer Infektion wie Rötung, Schwellung und/oder eitriger Ausfluss vorhanden. Frauen mit solchen Symptomen sollten einen Arzt innerhalb von 1 bis 2 Tagen aufsuchen.

Was der Arzt unternimmt:

Ärzte stellen zuerst Fragen über die Symptome und medizinische Vorgeschichte der Frau. Anschließend führen sie eine körperliche Untersuchung durch. Erkenntnisse aufgrund der Vorgeschichte und körperlichen Untersuchung deuten häufig auf eine Ursache der Absonderung hin und die Tests, die eventuell durchgeführt werden müssen (siehe Tabelle unten).

Damit sie schneller zu einer Ursachendiagnose gelangen können, stellen die Ärzte Fragen zum Ausfluss und anderen Symptomen, die auf mögliche Ursachen hindeuten können. Dazu gehört Folgendes:

  • Ob der Ausfluss aus einer oder beiden Brüsten austritt

  • Welche Farbe der Ausfluss hat

  • Wie lange er anhält

  • Ob er spontan oder nur dann auftritt, wenn die Brustwarze stimuliert wird

  • Ob ein Knoten oder Brustschmerzen vorhanden sind

Des Weiteren werden die Frauen gefragt, ob sie Erkrankungen hatten oder Arzneimittel einnehmen müssen, die den Prolaktinspiegel erhöhen können.

Ärzte untersuchen die Brust auf Abweichungen, einschließlich Knoten. Wenn die Absonderung nicht spontan auftritt, wird der Bereich um die Brustwarze leicht gedrückt, um einen Ausfluss anzuregen.

Tabelle
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Einige Ursachen und Eigenschaften der Brustwarzenabsonderung

Ursache

Häufige Merkmale*

Untersuchungen

Gutartige Brusterkrankungen

Milchgangpapillom (ein gutartiger Tumor in einem Milchgang) - die häufigste Ursache

Ein blutiger oder rosafarbener Ausfluss aus einer Brust

Normalerweise Ultraschall

Weitere Tests je nach den Ergebnissen (Untersuchung auf Brustknoten)

Geweitete Milchgänge (Milchgangektasie)

Eine blutige, rosafarbene oder mehrfarbige (eitrige, graue oder milchige) Absonderung aus einer oder beiden Brüsten

Wie beim Milchgangpapillom

Fibrozystische Veränderungen (einschließlich Schmerzen, Zysten und allgemeine Knötchenbildung)

Ein Knoten, häufig gummiartig und empfindlich, normalerweise vor den Wechseljahren auftretend

Möglicherweise ein blasser gelber, grüner oder weißer Ausfluss

Möglicherweise bereits früher Brustknoten vorhanden

Wie beim Milchgangpapillom

Schmerzen, Berührungsempfindlichkeit, Rötung, Wärme oder eine Kombination davon, die plötzlich in einer Brust anfängt

Häufig Fieber

Mit einem Abszess, einem empfindlichen Knoten und vielleicht einem eitrigen übelriechenden Ausfluss

Körperliche Untersuchung (Infektion ist normalerweise offensichtlich)

Wenn der Ausfluss durch die Behandlung nicht behoben werden kann, erfolgt eine Befundanalyse auf Milchgangpapillom

Üblicherweise duktales Carcinoma in situ oder invasiv duktales Karzinom

Möglicherweise ein ertastbarer Knoten, Veränderungen des Hautbildes oder vergrößerte Lymphknoten, häufig unter den Achseln

Manchmal ein blutiger oder rosafarbener Ausfluss

Wie beim Milchgangpapillom

Erhöhte Prolaktinspiegel†

Verschiedene Erkrankungen, einschließlich die Folgenden:

Ein milchiger (nicht blutiger) Ausfluss, normalerweise aus beiden Brüsten

Keine Knoten

Möglicherweise Menstruationsunregelmäßigkeiten oder keine Menstruationsperioden (Amenorrhö)

Blutproben, um die Prolaktinspiegel und Spiegel des Schilddrüsen-stimulierenden Hormons zu messen

Eine Prüfung der eingenommenen Arzneimittel

Wenn der Prolaktinspiegel oder der Spiegel des Schilddrüsen-stimulierenden Hormons erhöht ist, MRT des Kopfes

Kälteüberempfindlichkeit, Trägheit, Verstopfung oder Gewichtszunahme

  • Erkrankungen der Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) oder des Hypothalamus (der Teil des Gehirns)

Möglicherweise hormonelle Abweichungen, Veränderungen der Sehkraft, oder Kopfschmerzen

  • Chronische Nieren- oder Lebererkrankungen

Mit Lebererkrankungen, Bauchwassersucht oder Gelbsucht

Bei Frauen, die nachweislich eine Nieren- oder Lebererkrankung haben

Bestimmte Arzneimittel einschließlich

  • Opioide

  • Orale Verhütungsmittel

  • Bestimmte Arzneimittel zur Behandlung von Magenleiden (wie Cimetidin, Ranitidin‡ und Metoclopramid)

  • Einige Antidepressiva und Phenothiazine (Arzneimittel, die zur Behandlung von Übelkeit oder Psychosen eingesetzt werden), wie Prochlorperazin

  • Bestimmte blutdrucksenkende Mittel, wie Atenolol, Labetalol, Methyldopa, Reserpin und Verapamil

Blutproben, um die Prolaktinspiegel und Spiegel des Schilddrüsen-stimulierenden Hormons zu messen

Eine Prüfung der eingenommenen Arzneimittel

Wenn der Prolaktinspiegel oder der Spiegel des Schilddrüsen-stimulierenden Hormons erhöht ist, MRT des Kopfes

* Die Merkmale umfassen die Symptome und die Befunde der ärztlichen Untersuchung. Die genannten Merkmale sind typisch, treten aber nicht immer auf.

† Prolaktin ist ein Hormon, das die Produktion von Muttermilch anregt.

‡ In den USA und vielen anderen Ländern wurde Ranitidin (als rezeptfreies Mittel zur oralen und intravenösen Verabreichung) wegen unzumutbarer Konzentrationen an N-Nitrosodimethylamin (NDMA) – eine Substanz, die vermutlich Krebs verursacht – vom Markt genommen.

MRT = Magnetresonanztomografie.

Tests

Wenn Ärzte vermuten, dass eine hormonelle Störung die Ursache ist, werden Blutproben durchgeführt, um die Spiegel von Prolaktin und des Schilddrüsen-stimulierenden Hormons zu messen.

Wenn eine Erkrankung der Hypophyse oder des Gehirns vermutet wird, erfolgt eine Magnetresonanztomographie (MRT) oder Computertomographie (CT) des Kopfes.

Wenn der Ausfluss nicht offensichtlich blutig ist, wird er analysiert, um festzustellen, ob er etwas Blut enthält. Ist Blut vorhanden, wird eine Probe der Absonderung unter einem Mikroskop (die sogenannte Zytologie) auf Krebszellen untersucht.

Wenn ein Knoten ertastet werden kann, wird eine Ultraschalluntersuchung durchgeführt. Die Untersuchung ist ähnlich der für Brustknoten üblichen Untersuchung. Zysten werden (durch Aspiration) entleert und die Flüssigkeit wird untersucht. Wenn die Zysten nach Aspiration verbleiben, oder wenn die Knoten fest sind, wird eine Mammographie und danach eine Biopsie vorgenommen.

Sind keine Knoten vorhanden, wird aber dennoch Krebs vermutet, oder wenn andere Testergebnisse unklar sind, wird eine Mammographie durchgeführt.

Wenn die Ursache durch eine Ultraschalluntersuchung und eine Mammographie nicht bestimmt werden kann und der Ausfluss spontan aus einer Milchdrüse auftritt, wird von den Ärzten meist eine bestimmte Form von Mammogramm (sog. Duktogramm oder Galaktogramm) durchgeführt. Für dieses Verfahren wird ein Kontrastmittel in die Drüse gespritzt (um ein genaueres Bild zu erhalten) und es werden wie bei einem gewöhnlichen Mammogramm Aufnahmen gemacht. Dadurch kann eine Krebserkrankung ausgeschlossen oder festgestellt werden.

Wenn kein Knoten ertastet werden kann und das Mammogramm ebenfalls unauffällig ist, ist ein Krebs unwahrscheinlich.

Manchmal kann keine spezifische Ursache gefunden werden.

Behandlung

Wird eine Erkrankung diagnostiziert, wird sie behandelt.

Wenn ein gutartiger Tumor oder eine Störung eine Absonderung aus einer Brust verursacht, kann der Milchgang, aus dem die Absonderung austritt, entfernt werden. Dieses Verfahren erfordert nur ein lokales Betäubungsmittel und keinen Nachtaufenthalt im Krankenhaus.

Wichtigste Punkte

  • Normalerweise ist die Ursache der Brustwarzenabsonderung nicht Krebs.

  • Wenn die Absonderung aus beiden Brüsten oder aus mehreren Milchgängen kommt und nicht blutig oder rosafarben ist, ist die Ursache normalerweise eine gutartige hormonelle Störung.

  • Wenn die Absonderung aus nur einer Brust austritt und blutig oder rosafarben ist, ist Krebs möglich, besonders bei Frauen ab 40 Jahren.

  • Je nach vermuteter Ursache werden Blutuntersuchungen, bildgebende Verfahren (z. B. ein Ultraschall) oder beides durchgeführt.

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