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Familienangehörige als Betreuungspersonen für ältere Menschen

Von

Daniel B. Kaplan

, PhD, LICSW, Adelphi University School of Social Work;


Barbara J. Berkman

, DSW, PhD, Columbia University School of Social Work

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Mai 2019| Inhalt zuletzt geändert Mai 2019
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Familienangehörige spielen als Betreuungspersonen eine wichtige Rolle bei der Versorgung von chronisch kranken älteren Menschen. Auch wenn Nachbarn und Freunde eventuell helfen können, wird ungefähr 80 % der (physischen, emotionalen, sozialen und ökonomischen) Hilfe zu Hause von betreuenden Familienangehörigen bereitgestellt. Familienangehörige als Betreuungspersonen können häufig den Bedarf an Versorgung in Pflegeeinrichtungen verzögern oder sogar vermeiden.

Der Umfang und die Art der von Familienangehörigen bereitgestellten Versorgung hängen von ökonomischen Ressourcen, der Familienstruktur, Qualität der Beziehungen und anderen Anforderungen an die Zeit und Energie der Familienangehörigen ab. Manche betreuenden Familienangehörigen geben minimale Unterstützung (schauen zum Beispiel regelmäßig vorbei), während andere eine umfangreiche Versorgung in Vollzeit bereitstellen. Manchmal wird die Versorgung nur für einen kurzen Zeitraum benötigt, wenn sich eine Person z. B. von einem chirurgischen Eingriff erholt. Häufig wird die Versorgung jedoch für Monate oder Jahre benötigt. Im Durchschnitt verbringen Familienangehörige, die ältere Personen betreuen, etwa 4 Stunden pro Tag mit pflegebezogenen Aktivitäten.

Obwohl die Gesellschaft dazu neigt, Familienangehörigen eine gewisse Verantwortlichkeit für die gegenseitige Versorgung zuzuschreiben, variieren die Grenzen solcher Verpflichtungen je nach Kultur, Familie und einzelnen Familienmitgliedern. Die Bereitschaft der Familienangehörigen, eine Versorgung bereitzustellen, wird eventuell durch unterstützende Dienste (z. B. technische Unterstützung beim Erlernen neuer Fähigkeiten, Beratungsdienste und psychiatrische Versorgungsleistungen für Familien) und ergänzende Dienste gestärkt (z. B. persönliche Versorgung, u. a. Unterstützung bei der Körperpflege, beim Essen und Anziehen, sowie häusliche medizinische Versorgung, Erwachsenen-Tagespflege und Mahlzeitendienste). Ergänzende Dienste können regelmäßig oder als Entlastungspflege für einige Stunden oder Tage bereitgestellt werden.

Demographische Veränderungen und Änderungen sozialer Werte haben die Anzahl der Familienangehörigen verringert, die für die Versorgung von betroffenen älteren Verwandten verfügbar sind. Diese Veränderungen sind u. a.:

  • Höhere Lebenserwartung: Daraus folgt, dass die Population der ganz Alten immer mehr zunimmt. Somit sind deren Kinder – die potenziellen Betreuungspersonen – wahrscheinlich ebenfalls alt.

  • Verspäteter Nachwuchs: In Kombination mit einer höheren Lebenserwartung hat diese Verzögerung zu einer sogenannten Sandwich-Generation von Betreuungspersonen geführt, die gleichzeitig sowohl ihre Kinder als auch ihre Eltern versorgen.

  • Zunehmende Mobilität der Gesellschaft und die steigende Scheidungsrate: Familien wohnen mit höherer Wahrscheinlichkeit geographisch getrennt voneinander und die Familienbande können eventuell geschwächt sein. Dennoch leben 80 % der Menschen im Alter von mindestens 65 Jahren höchstens 20 Minuten von ihrem Kind entfernt.

  • Eine steigende Anzahl berufstätiger Frauen: Früher haben Frauen ihre alten Eltern versorgt, jedoch können heute die beruflichen Anforderungen die Fähigkeit dazu vermindern oder ausschließen.

  • Die Anzahl der abhängigen und sehr kranken älteren Menschen nimmt zu.

Diese Faktoren sagen einen steigenden Bedarf an ambulanten Pflegediensten vorher, die durch andere Personen als Familienangehörige, Freunde und Nachbarn bereitgestellt werden.

Auswirkungen

Auch wenn die Versorgung und Betreuung einer Person sehr belohnend sein kann, kann sie auch negative Auswirkungen haben. Betreuende Familienangehörige können unter beträchtlichem Stress und nachfolgenden gesundheitlichen Problemen, Isolation, Müdigkeit und Frustration leiden, die manchmal zu Gefühlen der Hilflosigkeit und Erschöpfung (Betreuungsperson-Burnout) oder zur Misshandlung der älteren Person führen können.

Die Funktion einer Betreuungsperson kann auch zu einer finanziellen Last werden. Paare, in denen einer der Partner den anderen versorgt, sind tendenziell unverhältnismäßig arm. Manchmal muss eine arbeitende Betreuungsperson ihre Vollzeitbeschäftigung aufgeben oder die Arbeitsstunden herabsetzen, um Arbeits- und Versorgungszeit zu vereinbaren.

Betreuungspersonen können häufig von Ärzten, Pflegekräften, Sozialarbeitern oder Fallmanagern Unterstützung erhalten oder hilfreiche Informationen oder Versorgungsstrategien erfahren. Betreuungspersonen können auch die folgenden Maßnahmen anwenden, um sich selbst auf die Betreuung vorzubereiten und um ein Betreuungsperson-Burnout zu vermeiden:

  • Sich um ihre eigenen physischen, emotionalen, Freizeit-, geistigen und finanziellen Bedürfnisse kümmern

  • Sofern angebracht, bei der Versorgung um Hilfe oder um psychologische Unterstützung durch andere Familienangehörige und Freunde bitten

  • Gruppen ermitteln, die psychologische Unterstützung bieten können (wie z. B. Selbsthilfegruppen) oder die bei der Versorgung helfen können (wie z. B. Beratung, ambulante medizinische Versorgung, Erwachsenen-Tagesklinik, Mahlzeitendienste und Entlastungspflege)

  • Vermeiden, die schwierigen Verhaltensweisen oder Feindseligkeit der Person (sofern zutreffend) persönlich zu nehmen

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