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Auswirkungen von Übergängen zwischen Lebensphasen auf ältere Menschen

Von

Daniel B. Kaplan

, PhD, LICSW, Adelphi University School of Social Work;


Barbara J. Berkman

, DSW, PhD, Columbia University School of Social Work

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Mrz 2021| Inhalt zuletzt geändert Mrz 2021
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Der letzte Lebensabschnitt ist in der Regel eine Phase der Übergänge (zum Beispiel Ruhestand oder Umzug) und der Anpassung an den Verlust geliebter Menschen.

Ruhestand

In den Ruhestand zu gehen ist häufig der erste größere Übergang, dem sich ältere Menschen stellen müssen. Die Auswirkungen auf die physische und mentale Gesundheit unterscheiden sich von Mensch zu Mensch, abhängig von der Einstellung gegenüber dem Wechsel in den Ruhestand und dem Grund für diesen Wechsel. Ungefähr ein Drittel der Rentner hat Schwierigkeiten, sich an bestimmte Aspekte des Ruhestands anzupassen, wie z. B. ein reduziertes Einkommen und eine andere soziale Rolle und andere Anspruchsberechtigungen. Manche Menschen entscheiden sich für den Ruhestand und haben sich bereits darauf gefreut, nicht mehr arbeiten gehen zu müssen. Andere sind gezwungen, in den Ruhestand zu gehen (z. B. wegen gesundheitlicher Probleme oder Arbeitsplatzverlust). Eine angemessene Vorbereitung auf den Ruhestand und eine Beratung für Rentner und Familien, bei denen Schwierigkeiten auftreten, kann hilfreich sein. Viele Arbeitgeber und kommunale Einrichtungen bieten Rentenberatungsdienste an.

Wussten Sie ...

  • Viele Arbeitgeber und kommunale Einrichtungen bieten Rentenberatungsdienste an.

Wohnungswechsel

Im Alter kann es noch mehrere Male zum Wohnungswechsel kommen. Zum Beispiel können Menschen in ein Seniorenheim mit wünschenswerten Ausstattungsmerkmalen ziehen, in kleinere Wohnungen, um die Belastung der Instandhaltung zu mindern, in eine andere Gemeinde wegen eines besseren Klimas oder um näher bei Familienangehörigen zu sein, in das Haus eines Verwandten oder in ein Pflegeheim. Menschen, die auf einen Wohnungswechsel negativ reagieren, leben mit höherer Wahrscheinlichkeit allein, sind sozial isoliert, arm und depressiv. Meistens reagieren Männer auf einen Umzug weniger gut als Frauen.

Aufgrund finanzieller, sozialer und anderer Komplikationen haben manche ältere Menschen das Gefühl, dass sie trotz des Wunsches nach einem Ortswechsel in einer problematischen Wohnsituation oder Nachbarschaft wohnen bleiben müssen. Häufig stellen ältere Menschen eventuell fest, dass ihnen Sozialarbeiter bei der Bewertung ihrer Optionen für einen Wohnungswechsel oder für Umbauten in der aktuellen Wohnung behilflich sein können.

Viel Stress scheint aufzukommen, wenn Menschen das Gefühl haben, dass sie keine Kontrolle über den Umzug haben und nicht wissen, was sie in der neuen Umgebung erwartet. Bei älteren Menschen mit Gedächtnisverlust kann ein Wegzug aus der vertrauten Umgebung die Verwirrung und die Abhängigkeit von anderen verstärken und zu Frustration führen. Häufig erfolgt ein Wohnungswechsel plötzlich, doch schon ein wenig Vorbereitung kann dabei helfen, den Stress beim Umzug zu verringern. Menschen, die umziehen, sollten bereits im Vorhinein mit der neuen Umgebung vertraut sein, sofern dies möglich ist. Touren durch die zukünftige Umgebung und Treffen mit potenziellen Nachbarn können dabei sehr hilfreich sein.

Trauer, Depression und Selbstmordrisiko

Der Verlust eines geliebten Menschen wirkt sich im Leben einer älteren Person auf viele Aspekte aus, z. B. durch weniger soziale Interaktion und weniger Gesellschaft. Außerdem können sich der soziale Status und die finanziellen Verhältnisse ändern. Bei älteren Menschen kann es nach dem Tod eines nahen Familienangehörigen oder Freundes eventuell zu einer Verschlechterung ihrer eigenen Gesundheit kommen. Der Tod des Ehepartners wirkt sich auf Männer und Frauen unterschiedlich aus. In den 2 Jahren nach dem Tod der Ehefrau steigt bei Männern tendenziell die Mortalitätsrate, insbesondere wenn der Tod der Ehefrau unerwartet kam. Bei Frauen, die ihren Ehemann verlieren, sind die Daten weniger eindeutig, weisen allgemein jedoch nicht auf eine erhöhte Mortalitätsrate hin.

Bei den Trauernden ist ein gewisses Maß an Schlafstörungen und Angstgefühlen normal. Diese Auswirkungen klingen in der Regel ohne medikamentöse Behandlung innerhalb von einigen Monaten ab. Wenn die Trauer länger anhält oder die Person überwältigt, wenn Menschen nicht mehr in der Lage oder nicht mehr bereit sind, selbst grundlegende tägliche Aktivitäten auszuführen oder wenn sie von Selbstmord Selbstmordverhalten Selbstmordverhalten schließt vollendeten und versuchten Selbstmord ein. Über Selbstmord (Suizid) nachzudenken und zu planen, nennt man Suizidgedanken. Gewöhnlich geschieht ein Selbstmord aus... Erfahren Sie mehr sprechen, ist eine Beurteilung und Behandlung durch einen Arzt erforderlich. Diagnostiziert der Arzt eine Depression Depression Die Störung der Depression ist ein Gefühl tiefer Traurigkeit, das so intensiv ist, dass es die Funktionsfähigkeit beeinträchtigen und/oder zu einem verminderten Interesse oder verminderter Freude... Erfahren Sie mehr , können die Betroffenen an einen Psychotherapeuten überwiesen werden. Manchmal kann auch die Gabe von Antidepressiva helfen.

Das Screening auf Depressionen ist ein wichtiger Bestandteil des Arztbesuchs. Betreuer und medizinische Fachkräfte sollten auf Symptome einer Depression achten und sich bewusst sein, dass trauernde Menschen ein hohes Selbstmordrisiko und gesundheitliche Probleme aufweisen. Ältere Erwachsene machen 13 Prozent der Bevölkerung aus, aber 20 Prozent aller Suizidfälle entfallen auf sie, und die Suizidrate ist bei älteren Männern zudem 5,25-mal höher als bei älteren Frauen. Ältere Erwachsene geben häufig keine Warnhinweise bezüglich Selbstmord ab und nehmen nur selten eine psychologische Behandlung in Anspruch. Ärzte bieten älteren Patienten mit geringerer Wahrscheinlichkeit eine Behandlung für Depressionen an als jüngeren Patienten. Auch wenn ältere Erwachsene in den USA weniger oft Selbstmordversuche unternehmen als andere Altersgruppen, haben sie eine viel höhere Sterblichkeitsrate aufgrund der hohen Wahrscheinlichkeit, dabei von Schusswaffen Gebrauch zu machen (bei 71,3 Prozent aller Suizide von älteren Erwachsenen in den USA). Sie weisen aber auch mehr gesundheitliche Probleme und Gebrechlichkeit auf, vermeiden Interventionen und leben mit höherer Wahrscheinlichkeit allein, sodass niemand einen Selbstmordversuch wahrnehmen und darauf reagieren könnte. Daher ist das Suizidrisiko bei älteren Erwachsenen mit Suizidgedanken sehr hoch.

Eine rechtzeitige Untersuchung auf Depression und Suizidgedanken ist unerlässlich. Ältere Menschen benötigen möglicherweise psychologische Beratung und unterstützende Dienste (zum Beispiel Selbsthilfegruppen für Verwitwete) sowie Medikamente gegen Angstzustände oder Depression, um mit schwierigen Übergangssituationen klarzukommen.

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Für die Versorgung zuständige Personen: Medizinische Fachkräfte
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