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Überblick über die Bluttransfusion

Von

Ravindra Sarode

, MD, The University of Texas Southwestern Medical Center

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Feb 2020| Inhalt zuletzt geändert Feb 2020
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Kurzinformationen
Quellen zum Thema

Bei einer Bluttransfusion werden Blut oder Blutbestandteile von einer gesunden Person (einem Spender) auf eine kranke Person (einen Empfänger) übertragen. Bluttransfusionen dienen dazu, die Kapazität des Blutes, Sauerstoff zu transportieren, zu verbessern, dem Körper nach Blutverlusten die nötige Blutmenge zurückzugeben und Störungen der Blutgerinnung auszugleichen.

In den USA werden alljährlich rund 21 Millionen Bluttransfusionen vorgenommen. Zu den typischen Empfängern von Bluttransfusionen gehören:

  • Verletzte

  • OP-Patienten

  • Patienten, die aufgrund einer Krebserkrankung (wie z. B. Leukämie) behandelt werden

  • Patienten, die aufgrund anderer Erkrankungen (wie Erkrankungen des Blutes wie Sichelzellanämie und Thalassämie) behandelt werden

Das sogenannte Transfusionsgesetz reguliert in Deutschland die Abnahme, den Transport und die Lagerung von Blut und seinen Bestandteilen. Die Vorschriften wurden zum Schutz der Spender und der Empfänger erlassen. Zudem halten sich viele staatliche und lokale Gesundheitsbehörden sowie Organisationen wie das Rote Kreuz (siehe Eignungskriterien) und der AABB (früher der Amerikanische Verband der Blutbanken) an viele weitere Standards. Durch diese Bestimmungen sind die Blutspende und der Empfang von Spenderblut sehr sicher geworden.

Transfusionen bergen dennoch Risiken für die Empfänger, z. B. allergische Reaktionen, Fieber und Schüttelfrost, Überlastung des Blutvolumens und Infektionen mit Bakterien und Viren. Zwar ist die Chance, sich durch Bluttransfusionen mit AIDS, Hepatitis oder anderen Infektionen anzustecken, sehr gering, aber die Ärzte kennen die Risiken und veranlassen eine Transfusion nur, wenn es keine andere Alternative gibt. Bevor eine Transfusion angeordnet wird (außer im Notfall), erklärt der Arzt dem Patienten die Risiken einer Transfusion und bittet ihn, ein Dokument zu unterzeichnen, mit dem er bestätigt, dass er die Risiken kennt und der Transfusion zugestimmt hat (Einverständniserklärung).

In seltenen Fällen erleiden manche Spender auch Nebenwirkungen nach der Blutspende, einschließlich Benommenheit, niedrigen Blutdrucks, Übelkeit und Kribbeln/Taubheit an der Stelle, an der die Nadel für die Blutentnahme eingeführt wurde.

Blutgruppenbestimmung

Menschen haben unterschiedliche Blutgruppen. Die Blutgruppe wird dadurch bestimmt, ob bestimmte Antigene (komplexe Zucker- oder Eiweißmoleküle, die eine Immunreaktion auslösen können) auf der Oberfläche der roten Blutkörperchen vorhanden sind. Zu den Antigenen der Blutkörperchen gehören die Blutgruppenantigene A und B sowie der Rhesus(Rh)‑Faktor.

Die vier Hauptblutgruppen sind A, B, AB und 0 (Verteilung in der Allgemeinbevölkerung):

  • A: Das Antigen A (aber nicht B) ist vorhanden. (40 %)

  • B: Das Antigen B (aber nicht A) ist vorhanden. (10 %)

  • AB: Die Antigene A und B sind vorhanden. (5 %)

  • 0: Weder Antigen A noch B ist vorhanden. (45 %)

Auch kann Blut entweder Rhesus-positiv (der Rhesus-Faktor ist auf der Oberfläche der roten Blutkörperchen vorhanden, 85 % der Menschen) oder Rhesus-negativ (der Rhesus-Faktor ist nicht vorhanden, 15 % der Menschen) sein.

Im Allgemeinen haben Menschen, denen das A- und/oder das B-Antigen fehlt, natürlich auftretende Antikörper gegen diese/s Antigen/e. So haben beispielsweise Menschen mit der Blutgruppe A einen natürlich auftretenden Anti-B-Antikörper, und Menschen mit der Blutgruppe O (die weder A- noch B-Antigene haben) haben natürlich auftretende Anti-A- und B-Antikörper. Neben den A- und B-Antigenen gibt es mehrere andere Blutgruppenantigene in den roten Blutkörperchen. Gegen diese Antigene gibt es jedoch keine natürlich auftretenden Antikörper. Solche Antikörper entwickeln sich nur, wenn man diesen Antigenen durch eine Transfusion ausgesetzt wird.

Manche Blutgruppen sind wesentlich häufiger als andere. In den USA sind die häufigsten Blutgruppen bei Weißen 0-positiv (37 %) und A-positiv (33 %), gefolgt von B-positiv (9 %), 0-negativ (8 %), A-negativ (7 %), AB-positiv (3 %), B-negativ (2 %) und AB-negativ (1 %).

Compatible Blood Types

Eine Bluttransfusion ist am sichersten, wenn die Blutgruppe des transfundierten Blutes der Blutgruppe und dem Rhesusfaktor des Empfängers entspricht (mit anderen Worten: Die Blutgruppen sind kompatibel). Daher machen die Blutbanken vor einer Transfusion eine Blutproben- und Kreuzprobe mit dem Blut von Spender und Empfänger. Durch diese Untersuchung wird die Möglichkeit einer gefährlichen oder möglicherweise tödlichen Reaktion minimiert.

Außerdem wird das Blut des Empfängers auf gewisse Antikörper zu roten Blutkörperchen untersucht. Solche Antikörper können eine Reaktion auf transfundiertes Blut hervorrufen.

In einer Notlage kann jedoch jeder Patient rote Blutkörperchen der Gruppe O empfangen. Daher werden Menschen mit Blutgruppe O als universelle Spender bezeichnet. Menschen mit Blutgruppe AB können rote Blutkörperchen von Spendern jeder Blutgruppe empfangen und werden als universelle Empfänger bezeichnet.

Empfänger mit Rh-negativem Blut müssen das Blut von einem Rh-negativen Spender erhalten (außer bei lebensbedrohlichen Notfällen). Empfänger mit Rh-positivem Blut können hingegen Rh-positives oder Rh-negatives Blut erhalten.

Compatible Blood Types

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