Alligator-, Krokodil-, Leguan- und Krustenechsenbisse

VonRobert A. Barish, MD, MBA, University of Illinois at Chicago;
Thomas Arnold, MD, Department of Emergency Medicine, LSU Health Sciences Center Shreveport
Reviewed ByDiane M. Birnbaumer, MD, David Geffen School of Medicine at UCLA
Überprüft/überarbeitet Geändert Jan. 2025
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Giftige Eidechsen, Alligatoren und Krokodile sowie Leguane können klinisch bedeutsame Bisse verursachen. Tetanusprophylaxe bei Routinewundbehandlung (siehe Tabelle ).

Giftige Eidechsen

Zu den giftigen Echsen gehören:

  • Gila-Krustenechse (Heloderma suspectum), im Südwesten der USA und Mexiko beheimatet

  • Skorpion-Krustenechse (H. horridum), in Mexiko beheimatet

Das komplexe Gift dieser Eidechsen enthält Serotonin, Arginin-Esterase, Hyaluronidase, Phospholipase A2 und ≥ 1 Speichelkallikrine, aber keine neurotoxischen Komponenten oder gerinnungshemmenden Enzyme. Bisse dieser Krustenechsen sind ganz selten tödlich. Varaniden (z. B. Komodowaran [Varanus komodoensis], Krokodilmonitoreidechse [Varanus salvadorii]) sind auch giftig und stellen ein geringes Risiko für den Menschen dar. Wenn Krustenechsen zubeißen, beißen sie sich fest und verbringen das Gift in das Opfer, indem sie kauen.

Symptome und Anzeichen von giftigen Eidechsenbissen sind starke Schmerzen, Schwellung, Ekchymose, Lymphangitis und Lymphadenopathie. Bei mittelschweren bis schweren Vergiftungen können sich auch systemische Symptome wie Schwäche, Schweißausbruch, Durst, Kopfschmerzen und Tinnitus entwickeln. Ein Herz-Kreislauf-Kollaps kommt selten vor. Der klinische Verlauf ähnelt dem einer minimalen bis mäßigen Vergiftung durch eine größere Klapperschlangenart (siehe Symptome und Anzeichen von Schlangenbissen), ohne Entwicklung einer Koagulopathie.

Die Therapie vor Ort besteht aus einer Entfernung der Echse mit einer Kneifzange oder dadurch, dass eine offene Flamme auf das Kinn der Echse gehalten oder das Tier vollständig unter Wasser getaucht wird. Jeder Biss mit systemischen Symptomen sollte in einem Krankenhaus untersucht werden. Im Krankenhaus erfolgt eine unterstützende Behandlung (Beobachtung und Wundversorgung). Es ist kein Antivenin verfügbar. Die Wunde sollte mit einer schmalen Nadel auf abgebrochene oder abgeworfene Zähne untersucht und gereinigt werden. Wenn die Wunde tief ist, kann eine Röntgenaufnahme durchgeführt werden, um einen zurückgebliebenen Fremdkörper oder eine Knochenfraktur auszuschließen. Eine prophylaktische Gabe von Antibiotika wird in der Regel nicht empfohlen.

Leguane

Bisse und Klauenverletzungen durch Leguane nehmen an Häufigkeit zu, da diese Tiere zunehmend als Haustiere gehalten werden. Die so entstandenen Wunden sind eher oberflächlich, und die Behandlung ist vorwiegend lokaler Natur. Weichteilinfektionen sind selten, aber wenn eine Infektion auftritt, sind Salmonella eine häufige Ursache; die Infektion kann mit einem Fluorchinolon behandelt werden. Von sekundärem, aber weiterhin zunehmendem Belang ist die Infektion mit Serratia marcescens, die in der Regel auf Trimethoprim/Sulfamethoxazol sensibel ist.

Alligatoren und Krokodile

Alligator- und Krokodilbisse sind in der Regel auf den Umgang mit ihnen zurückzuführen. Begegnungen in der freien Natur sind selten, kommen aber vor. Die Bisse sind nicht giftig, zeichnen sich aber durch eine hohe Häufigkeit von Weichteilinfektionen durch Aeromonas-Spezies (in der Regel Aeromonas hydrophila) aus. In der Regel handelt es sich um schwere Weichteil- und orthopädische Verletzungen, und die Patienten benötigen möglicherweise eine gründliche Untersuchung (1).

Die Wunden werden gespült und chirurgisch gereinigt und können dann einer Primärversorgung zugeführt werden. Sind die Wunden entsprechend verunreinigt, so wird ggf. auch eine Sekundärheilung bevorzugt. Die optimale antibiotische Abdeckung für die Mundflora von Alligatoren kann Trimethoprim/Sulfamethoxazol, ein Fluorchinolon, ein Cephalosporin der dritten Generation, ein Aminoglykosid oder eine Kombination umfassen (2).

Literatur

  1. 1. Flandry F, Lisecki EJ, Domingue GJ, Nichols RL, Greer DL, Haddad RJ Jr. Initial antibiotic therapy for alligator bites: characterization of the oral flora of Alligator mississippiensis. South Med J. 1989;82(2):262-266. doi:10.1097/00007611-198902000-00027

  2. 2. Abrahamian FM, Goldstein EJ. Microbiology of animal bite wound infections. Clin Microbiol Rev. 2011 Apr;24(2):231-46. doi: 10.1128/CMR.00041-10. PMID: 21482724; PMCID: PMC3122494.

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