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Genitaltrauma

Von

Noel A. Armenakas

, MD, Weill Cornell Medical School

Inhalt zuletzt geändert Aug 2019
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Quellen zum Thema

Die meisten Genitaltraumen betreffen Männer und können Verletzungen der Hoden, des Skrotums und des Penis beinhalten. Schwere Genitalverletzungen treten am häufigsten auf dem Schlachtfeld auf, und zwar aufgrund der üblicherweise verwendeten Bodensprengstoffe. Die in manchen Kulturen betriebene Genitalverstümmelung der Frau durch Beschneidung der Klitoris wird als Genitaltrauma und Kindesmisshandlung angesehen.

Die meisten Hodenverletzungen werden durch stumpfe Traumata (z. B. Angriffe, Autounfälle, Sportverletzungen) verursacht. Penetrierende Verletzungen sind bei weitem weniger häufig. Hodenverletzungen werden als Prellungen, als Kontusionen oder, wenn die Tunica albuginea geschädigt ist, als Rupturen klassifiziert.

Skrotale Verletzungen können durch Verbrennungen, Abrisse und penetrierende Traumata verursacht werden.

Bei Penisverletzungen gibt es verschiedene Unfallmechanismen. Reißverschlussverletzungen sind häufiger bei Kindern. Penisfrakturen, die eigentlich Rupturen des Corpus cavernosum sind, treten am häufigsten dann auf, wenn der Penis bei sexueller Aktivität gewaltsam gebogen wird, und können von einer Harnröhrenverletzung begleitet sein. Amputationen (meist selbst zugefügt oder wenn die Kleidung in eine große Maschine gerät) und Strangulationen (meist durch konstringierende Penisringe, die zur Verstärkung der Erektion verwendet werden) sind weitere Mechanismen. Penetrierende Verletzungen, inkl. Tier- und Menschenbisse sowie Schussverletzungen, sind selten; Schussverletzungen können auch die Urethra betreffen.

Zu den Komplikationen eines Genitaltraumas gehören Infektion, Gewebeschwund, erektile Dysfunktion, männlicher Hypogonadismus und urethrale Narbenbildung.

Symptome und Beschwerden

Symptome, die einem direkten Schlag ins Skrotum folgen, sind in der Regel Schmerzen und Schwellungen. Anzeichen können eine Verfärbung des Skrotums und eine zarte, feste Masse im Skrotum sein, die nicht durchleuchtet werden kann, was auf eine Hämatozele hindeutet. Ein Eindringen in das Skrotum legt den Verdacht auf eine mögliche Beteiligung der Hoden nahe. Oft ist die Untersuchung durch die Beschwerden des Patienten nur begrenzt möglich. Penisfrakturen treten während des Geschlechtsverkehrs auf und führen normalerweise zu einem knackenden Geräusch, zu unmittelbaren Schmerzen, deutlicher Schwellung des Penis und Hautblutungen sowie meist auch zu einer sichtbaren Deformierung. Das Vorhandensein einer Hämaturie lässt die Möglichkeit einer begleitenden Harnröhrenverletzung vermuten.

Diagnose

  • Klinische Untersuchung

  • Sonographie (bei testikulärer Vereletzung).

  • Retrograde Urethrographie (bei Penisverletzungen mit Beteiligung der Harnröhre)

Die Diagnose von externen Skrotal- und Penisverletzungen kann in der Regel allein aufgrund der körperlichen Untersuchung gestellt werden. Bildgebende Verfahren wie MRT und Sonographie können bei nicht eindeutigen Fällen von Penisverletzungen in Betracht gezogen werden. Eine Röntgenaufnahme mit urethralem Kontrast (retrograde Urethrographie) sollte bei Verdacht auf eine Harnröhrenverletzung (z. B. bei Hämaturie oder Unfähigkeit zur Blasenentleerung) bei einer Penisfraktur oder einem penetrierenden Penistrauma durchgeführt werden. Die klinische Diagnose von Hodenkontusionen und -rupturen kann schwierig sein, weil das Ausmaß der Verletzung in keinem Verhältnis zu den körperlichen Befunden stehen kann, sodass die Patienten mit stumpfen Hodenverletzungen in der Regel mit einer Sonographie des Skrotums untersucht werden.

Therapie

  • Manchmal chirurgische Korrektur

Das nichtoperative Management ist bei vielen Verletzungen angemessen. Patienten mit durchdringenden Verletzungen oder klinischen oder sonographischen Merkmalen, die eine Hodenruptur nahelegen, erfordern eine chirurgische Exploration und Reparatur. In ähnlicher Weise sollten alle Penisrupturen und penetrierenden Verletzungen chirurgisch untersucht und die Defekte repariert werden. Penisamputationen müssen nach Möglichkeit mit mikrochirurgischen Methoden reimplantiert werden, wenn das Amputat noch vorhanden ist. Strangulationsverletzungen können in der Regel einfach durch Entfernung der zusammenziehenden Ursache behandelt werden, welche möglicherweise den Einsatz von Metallschneidern erfordert. Tierische und menschliche Bisse, die die Genitalien betreffen, sollten mit reichlich Irrigation, geeignetem Debridement und Antibiotikaprophylaxe behandelt werden; primärer Wundverschluss ist kontraindiziert. Verletzungen durch Reißverschlüsse sollten durch Entfernen der Oberseite des Reißverschlussschiebers behandelt werden ({blank} Entfernung eines Reißverschlusses aus der Penishaut).

Entfernung eines Reißverschlusses aus der Penishaut

Entfernung eines Reißverschlusses aus der Penishaut

Um einen Reißverschluss zu entfernen, wird ein Lokalanästhetikum in den verletzten Bereich injiziert. Mineralöl wird verwendet, um den Reißverschluss zu schmieren, und dann wird versucht, den Reißverschluss aufzumachen. Schlägt dieser Versuch fehl, wird ein robuster Drahtschneider (Seitenschneider) verwendet, um die mittlere Leiste auf der Oberseite des Reißverschlussschiebers entzweizuschneiden, der die beiden Seitenteile miteinander verbindet. Dann fällt der Schieber in 2 Stücke auseinander, und die Reißverschlusszähnchen gehen ganz leicht auseinander.

Wichtige Punkte

  • Die meisten externen Skrotal- und Penisverletzungen werden klinisch diagnostiziert.

  • Untersuchen Sie stumpfe Hodenverletzungen mit Ultraschall.

  • Führen Sie eine retrograde Urethrographie durch, um eine begleitende Harnröhrenverletzung bei Patienten mit entweder einer Penisfraktur oder einer penetrierenden Penisverletzung und Hämaturie oder Unfähigkeit zur Miktion zu diagnostizieren.

  • Bestimmte Verletzungen (z. B. Hodenrisse, Penisbrüche, Amputationen und penetrierende Verletzungen) chirurgisch beheben.

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