Msd Manual

Please confirm that you are a health care professional

Lädt...

Karzinome des Nierenbeckens und der Ureteren

Von

J. Ryan Mark

, MD, Sidney Kimmel Cancer Center at Thomas Jefferson University

Inhalt zuletzt geändert Okt 2017
Zur Patientenaufklärung hier klicken.
HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.

Malignome des Nierenbeckens und der Ureteren sind meistens Urothelkarzinome (TTCs) oder gelegentlich Plattenepithelkarzinome. Symptome sind Hämaturie und manchmal Schmerzen. Die Diagnose wird mittels CT, Zytologie und zuweilen durch endoskopische Biopsie gestellt. Die Therapie ist operativ.

Das TCC des Nierenbeckens ist für etwa 7–15% aller Nierentumoren verantwortlich. Das TCC der Ureteren macht etwa 4% der Tumoren der oberen Harnwege aus. Risikofaktoren sind die gleichen wie diejenigen für Blasenkrebs (Rauchen, exzessiver Phenacetin- Gebrauch, langfristiger Gebrauch von Cyclophosphamid, chronische Reizung, Exposition gegenüber bestimmten Chemikalien). Darüber hinaus sind vom Balkan stammende Patienten mit einer endemischen familiären Nephropathie unerklärlicherweise dazu prädisponiert, ein TCC der oberen Harnwege zu entwickeln.

Symptome und Beschwerden

Bei den meisten Patienten ist eine Hämaturie das erste Symptom. Wenn auch die Blase befallen ist, können Dysurie und Pollakisurie auftreten. Eine Obstruktion ( Obstruktive Uropathie) kann von Kolikschmerzen begleitet sein. Selten verursacht ein Nierenbeckentumor eine Hydronephrose.

Diagnose

  • Sonographie oder CT mit Kontrastmittel

  • Zytologie oder Histologie

Bei Patienten mit ungeklärten Harnwegsymptomen, wird in der Regel eine Sonographie oder eine CT mit Kontrastmittel durchgeführt. Wenn die Diagnose nicht ausgeschlossen werden kann, wird eine zytologische oder histologische Analyse zur Bestätigung durchgeführt. Eine Ureteroskopie wird durchgeführt, wenn eine Biopsie der oberen Harnwege benötigt wird oder die Urinzytologie positiv ist, die Quelle der malignen Zellen aber unklar ist. Eine CT des Abdomens und Beckens wird durchgeführt, um das Ausmaß des Tumors und eine mögliche Metastasenbildung festzustellen.

Prognose

Die Prognose hängt ab von der Penetrationstiefe in oder durch die uroepitheliale Wand, die schwer zu bestimmen ist. Für Patienten mit einem lokalisierten, oberflächlichen Tumor liegt die kurative Rate bei > 90%, für Patienten mit einem tief invasiven Tumor aber nur bei 10–15%. Eine Heilung ist unwahrscheinlich, wenn der Tumor die Wand durchdringt oder Fernmetastasen auftreten.

Therapie

  • Exzision oder Ablation

  • Überwachung nach Therapie mit Zystoskopie

Die übliche Therapie ist eine radikale Nephroureterektomie mit Exzision einer Blasenmanschette und regionale Lymphadenektomie. Bei einigen sorgfältig ausgewählten Patienten kann eine partielle Ureterektomie indiziert sein (z. B. Patienten mit einem distalen Uretertumor, Niereninsuffizienz oder einer Einzelniere). Manchmal ist eine Laser-Fulguration für genau eingestufte und adäquat darstellbare Nierenbeckentumoren oder niedrig-maligne Uretertumoren möglich. Gelegentlich wird ein Medikament wie Mitomycin C oder BCG instilliert. Die Wirksamkeit einer Laser- oder Chemotherapie konnte allerdings noch nicht bewiesen werden. Eine neoadjuvante Chemotherapie vor der Nephroureterektomie wird für Läsionen im oberen und oberen Stadium empfohlen, da andere Behandlungen die Nierenfunktion beeinträchtigen und häufig die nachfolgende adjuvante Chemotherapie verhindern können. Checkpoint-Inhibitoren der PD-1/PD-L1 werden nun für Urothelkrebs im oberen Bereich verwendet und können sich als nützliche adjuvante Behandlung bei Patienten erweisen, die nicht Cisplatin-fähig sind.

In regelmäßigen Abständen ist eine Zystoskopie indiziert, da Malignome des Nierenbeckens und der Ureteren dazu neigen, in der Blase zu rezidivieren, und ein derartiges Rezidiv, wenn es früh erkannt wird, mittels Fulguration, transurethraler Resektion oder intravesikaler Instillationen behandelt werden kann. Bei Metastasen entspricht das Vorgehen dem beim metastatischen Blasenkarzinom.

Wichtige Punkte

  • Risiko von Nierenbecken und Harnleiter-Krebs steigt mit Rauchen, Phenacetin- oder Cyclophosphamidgebrauch, chronischer Reizung oder Exposition gegenüber bestimmten Chemikalien.

  • Führen Sie Sonographie oder CT mit Kontrastmittel durch, wenn Harntraktsymptome unerklärlich sind.

  • Bestätigen sie die Diagnose durch Polysomnographie.

  • Exzidieren Sie Tumoren oder führen Sie eine Ablation durch, in der Regel unter Verwendung von radikaler Nephroureterektomie und überwachen Sie die Patienten mit periodischer Zystoskopie.

Zur Patientenaufklärung hier klicken.
HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.
Erfahren Sie

Auch von Interesse

Videos

Alle anzeigen
Wie die Urethra bei Frauen katheterisiert wird
Video
Wie die Urethra bei Frauen katheterisiert wird
3D-Modelle
Alle anzeigen
Männliches Fortpflanzungssystem
3D-Modell
Männliches Fortpflanzungssystem

SOZIALE MEDIEN

NACH OBEN