Bei der Peyronie-Krankheit handelt es sich um eine Fibrose der Cavernosumwände, die zur Kontraktur der umgebenden Faszie der Corpora cavernosa führt und in einer gekrümmten und manchmal schmerzhaften Erektion resultiert.
Die Peyronie-Krankheit tritt bei Erwachsenen auf. Die Ursache ist unbekannt, aber scheint ähnlich der der Dupuytren-Kontraktur zu sein und kann mit vergangenen Trauma zusammenhängen, möglicherweise während des Geschlechtsverkehrs (1). Die Kontraktur resultiert gewöhnlich in einer Deviation des erigierten Penis in Richtung der betroffenen Seite, verursacht gelegentlich schmerzhafte Erektionen und kann zur Behinderung der Penetration führen. Die Fibrose kann sich bis ins Corpus cavernosum ausdehnen und somit die Tumeszenz unterhalb davon beeinträchtigen.
Die Diagnose basiert auf der Anamnese und der körperlichen Untersuchung. Ultraschall oder einer anderen Untersuchung des erigierten Penis kann verwendet werden, um die Fibrose zu dokumentieren.
Es kann nach vielen Monaten zur Spontanheilung kommen. Eine wenig ausgeprägte Peyronie-Krankheit, die keine sexuelle Dysfunktion verursacht, bedarf keiner Behandlung.
Allgemeiner Hinweis
1. Nehra A, Alterowitz R, Culkin DJ, et al: Peyronie's disease. American Urological Association clinical guideline. J Urol 194(3):745-753, 2015. doi: 10.1016/j.juro.2015.05.098
Behandlung der Peyronie-Krankheit
Chirurgische Exzision der fibrotischen Veränderungen mit Patch‑Plastik
Lokale Injektion von Verapamil, hochwirksamen Glukokortikoiden oder Kollagenase
Ultraschall oder Strahlentherapie
Wiederholte Verwendung von externen Zuggeräten (zur Begradigung des Penis)
Die Behandlungsergebnisse sind unvorhersagbar, und orale Therapien (z. B. Vitamin E oder Kalium-para-Aminobenzoat) haben sich als nicht wirksam erwiesen (1).
Die chirurgische Entfernung der Fibrose und Ersatz mit einer Patch-Plastik können erfolgreich sein, aber auch zu einer weiteren Vernarbung und Verschlechterung des Defekts führen. Für die Herstellung von Transplantatpflastern können Autotransplantate (Dermis, Tunica vaginalis oder Wangenschleimhaut), Allotransplantate (in der Regel Kadaverperikard), Xenotransplantate (Rinderperikard oder Darmsubmukosa) und synthetische Transplantate verwendet werden.
Eine Serie von Lokalinjektionen mit Verapamil oder hochpotenten Glukokortikoiden in die Plaque kann wirkungsvoll sein, wohingegen orale Glukokortikoide ohne Wirkung sind. Bei einer Penisverkrümmung von > 30° zusammen mit einer tastbaren Plaque haben sich 1 bis 4 Zyklen intraplaquärer Injektionen von Clostridium‑histolyticum-Kollagenase als wirksam erwiesen (2). Die Zyklen erfolgen im Abstand von etwa 6 Wochen; jeder Zyklus umfasst 2 Injektionen, gefolgt von manuellen penilen Remodellierungsübungen zu Hause (Penisdehnung und -begradigung).
Ultraschallbehandlungen können die Durchblutung fördern, was gegebenenfalls weitere Narbenbildung verhindert. Eine Strahlentherapie kann die Schmerzen verringern, jedoch verschlechtert die Strahlung oft Gewebeschäden. Zur Unterstützung der Penetration kann eine penile Prothese implantiert werden, was aber eine Patchimplantation zur Begradigung des Penis erfordert.
Die externe Penisstraktion zur Begradigung des Penis wird häufig in Verbindung mit medizinischen Therapien durchgeführt.
Die chirurgische Penisplikation kann zur Behandlung der Peyronie-Krankheit eingesetzt werden, indem die der Plaque gegenüberliegende Seite mit Nähten verkürzt wird. Sie ist im Allgemeinen erfolgreich bei der Begradigung des Penis, führt aber meist zu einer leichten Verkürzung des Penis.
Literatur zur Behandlung
1. Yousif A, Natale C, Hellstrom WJG. Conservative Therapy for Peyronie's Disease: a Contemporary Review of the Literature. Curr Urol Rep. 2021;22(2):6. doi:10.1007/s11934-020-01024-8
2. Peak TC, Mitchell GC, Yafi FA, Hellstrom WJ. Role of collagenase clostridium histolyticum in Peyronie's disease. Biologics. 2015;9:107-116. doi:10.2147/BTT.S65619



