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Dupuytren-Kontraktur

Palmare Fibromatose

Von

David R. Steinberg

, MD,

  • Professor, Department of Orthopaedic Surgery, and Director, Hand and Upper Extremity Fellowship
  • Perelman School of Medicine at the University of Pennsylvania

Inhalt zuletzt geändert Okt 2018
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Quellen zum Thema

Bei der Dupuytren-Kontraktur handelt sich um eine progrediente Kontraktur des Palmarfaszienbandes, die eine Beugedeformität der Finger hervorruft. Die Behandlung erfolgt mit Corticosteroid-Injektion, Operation oder mit Injektionen von Clostridien-Kollagenase.

Die Dupuytren-Kontraktur gehört zu den häufigeren Deformitäten der Hand und kommt häufiger bei Männern und jenseits des 45. Lebensjahres vor. Die autosomal-dominant vererbte Form mit variabler Penetranz tritt häufiger bei Diabetikern, Alkoholikern und Epileptikern auf. Wodurch die Verdickung und Kontraktur der Palmarfaszie im Speziellen bedingt wird, ist jedoch unbekannt.

Symptome und Beschwerden

Die früheste Manifestation ist gewöhnlich ein palmarer Sehnenknoten, der meist nahe dem III. oder IV. Finger lokalisiert ist; er wird nach und nach schmerzlos. Im nächsten Schritt bildet sich ein oberflächlicher Strang, der Metacarpophalangeal- und Interphalangealgelenke der Finger kontrahiert. Die Hand bekommt schließlich eine bogenartige Form. Gelegentlich besteht eine Assoziation mit einer fibrösen Verdickung an den Dorsalseiten der proximalen Interphalangealgelenke, sog. Fingerknöchelpölsterchen (Garrod-Polster), bei 7–10% der Patienten mit einer Peyronie-Krankheit (Penisfibromatose) und selten mit Sehnenknoten auf der Plantaraponeurose, der sog. Plantarfibromatose. Andere Arten von Flexionsdeformitäten der Finger können auch bei Diabetes, verriegelten Abzugsfingern, einer ulnaren Klauenhand, systemischer Sklerose und chronischer Reflexsympathie auftreten, die es zu unterscheiden gilt.

Therapie

  • Kortikosteroidinjektion (bevor sich Kontrakturen entwickeln)

  • Chirurgie bei beeinträchtigenden Kontrakturen

  • Injektion von Clostridien-Kollagenase bei bestimmten Kontrakturen

Kortikosteroidinjektionen in den Knoten können lokale Schmerzen im Stadium vor der Entwicklung der Kontraktur lindern. Allerdings ist die Druckschmerzhaftigkeit selbstlimitierend und verschwindet oft ohne Intervention.

Eine chirurgische Intervention ist indiziert, wenn die Hand nicht mehr flach auf den Tisch gelegt werden kann oder v. a. wenn sich an den PIP-Gelenken eine signifikante Kontraktur entwickelt. Chirurgische Optionen umfassen die perkutane Nadelfasziotomie, die zeitweilige Anwendung eines dynamischen Fixateur externe bei PIP-Gelenkkontrakturen und die offene palmare/digitale Fasziektomie. Bei schwerer Erkrankung mit Beteiligung mehrerer Finger ist eine offene Operation mit Exzision der erkrankten Faszie die beste Behandlung. Die Exzision muss sehr vorsichtig erfolgen, da das Gewebe neurovaskuläre Strukturen und Sehnen umgibt. Eine unvollständige Exzision oder neuerlich auftretende Erkrankung kann in einem Wiederauftreten der Kontraktur resultieren, dies gilt v. a. für die familiär gehäufte Form und für Patienten, bei denen sich die Kontraktur in jungen Jahren erstmanifestiert hat; schließlich auch bei Assoziation mit Fingerknöchelpolstern, Peyronie-Krankheit und Plantarfibromatose.

Die Injektion von Kollagenase kann bei einigen Kontrakturen (1, 2) zur Rückbildung führen, insbesondere bei jenen am MCP-Gelenk. Collagenase-Injektionen und chirurgische Fasziektomie führen zu ähnlichen Verbesserungen am MCP-Gelenk, aber Injektionen führen zu einer schnelleren Genesung mit weniger Komplikationen (3).

Behandlungshinweise

  • 1. Hurst LC, Badalamente MA, Hentz VR, et al: Injectable collagenase Clostridium histolyticum for Dupuytren's contracture. N Engl J Med 361(10):968–979, 2009. doi: 10.1056/NEJMoa0810866.

  • 2. Witthaut J, Jones G, Skrepnik N, et al: Efficacy and safety of collagenase Clostridium histolyticum injection for Dupuytren contracture: Short-term results from 2 open-label studies. J Hand Surg Am 38(1):2–11, 2013. doi: 10.1016/j.jhsa.2012.10.008.

  • 3. Zhou C, Hovius SE, Slijper HP, et al: Collagenase Clostridium histolyticum versus limited fasciectomy for Dupuytren's contracture: Outcomes from a multicenter propensity score matched study. Plast Reconstr Surg 136(1):87–97, 2015. doi: 10.1097/PRS.0000000000001320.

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