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Orchitis

Von

Patrick J. Shenot

, MD, Sidney Kimmel Medical College at Thomas Jefferson University

Inhalt zuletzt geändert Nov 2017
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Quellen zum Thema

Die Orchitis ist eine Infektion des Hodens, die typischerweise bei Mumps und Epididymo-Orchitis auftritt. Die Symptome sind Hodenschmerzen und Hodenschwellung. Die Diagnose wird klinisch gestellt. Die Therapie ist symptomatisch. Sofern eine bakterielle Infektion vorliegt, werden Antibiotika gegeben.

Eine isolierte Orchitis (d.h., die Infektion ist an den Hoden) ist fast immer viralen Ursprungs. Die meisten Fälle beruhen auf Mumps. Seltene Ursachen sind kongenitale Syphilis, Tuberkulose, Lepra, Echovirus, lymphozytäre Chorionmeningitis, Coxsackie-Virusinfektion, infektiöse Mononukleose, Varizellen und Infektionen mit Gruppe-B-Arboviren. Meistens ist die bakterielle Orchitis das Ergebnis einer schweren bakteriellen Epididymitis bis in den Hoden (Epididymoorchitis).

Eine Orchitis entwickelt sich bei 20–25% der Männer mit Mumps. 80% der Fälle entstehen bei Patienten < 10 Jahren. Zwei Drittel der Fälle sind unilateral und ein Drittel bilateral. 60% der Patienten mit Mumpsorchitis entwickeln eine Hodenatrophie in mindestens einem Hoden. Die Atrophie korreliert nicht mit der Fertilität oder Schwere der Orchitis. Die Fertilität wird durch eine einseitige Krankheit bei einem Viertel der Männer und durch eine beidseitige Krankheit bei zwei Dritteln der Betroffenen vermindert.

Symptome und Beschwerden

Eine einseitige Mumpsorchitis entwickelt sich akut innerhalb von 4–7 Tagen nach Schwellung der Parotis bei Mumps. In 30% der Fälle springt die Krankheit innerhalb von 1–9 Tagen auf den anderen Hoden über. Die Schmerzen können von jeglicher Stärke sein. Zusätzlich zu Schmerz und Schwellung der Hoden können systemische Symptome wie Unwohlsein, Fieber, Übelkeit, Kopfschmerzen und Myalgie auftreten. Die testikuläre Untersuchung deckt Druckschmerz, Vergrößerung und Verhärtung des Hodens sowie Ödem und Rötung der Skrotalhaut auf.

Andere infektiöse Erreger verursachen ähnliche Symptome. Krankheitsbeginn und Intensität entsprechen dabei der Pathogenität der Erreger.

Diagnose

  • Klinische Bewertung und selektive Tests

  • Farb-Doppler-Sonographie, um andere Ursachen von akutem Skrotum auszuschließen

Anamnese und körperliche Untersuchung führen gewöhnlich zur Diagnose von Orchitis. Die dringende Unterscheidung zwischen Orchitis und tHodentorsion sowie anderen Ursachen einer akuten Hodenschwellung und Schmerzen erfolgt mittels Farbdopplersonographie (Anm. d. Red.: bzgl. Problematik der Farbduplexsonographie s. o.).

Mumps kann durch eine Immunofluoreszenzantikörperbestimmung im Serum gesichert werden. Andere infektiöse Ursachen lassen sich durch Urinkultur oder Serologie identifizieren.

Therapie

  • Analgetikamessungen

  • Antibiotika bei bakterieller Infektion

Eine supportive Behandlung mit Analgetika und heißen oder kalten Umschlägen ist ausreichend, wenn eine bakterielle Infektion ausgeschlossen wurde. Bakterielle Infektionen (verursachen in der Regel Epididymoorchitis) werden mit geeigneten Antibiotika behandelt.

Eine urologische Nachsorge ist empfehlenswert. (Anm. d. Red.: Die Mumpsorchitis wird mit Analgetika, NSAR und Interferon s.c. behandelt.)

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