Multifaktorielle (komplexe) Vererbung

VonQuasar S. Padiath, MBBS, PhD, University of Pittsburgh
Reviewed ByGlenn D. Braunstein, MD, Cedars-Sinai Medical Center
Überprüft/überarbeitet Geändert Juni 2025
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Bei vielen Merkmalen umfasst die phänotypische Expression mehrere Gene. Viele dieser Merkmale (z. B. Größe) verteilen sich als glockenförmige Kurve (Normalverteilung). Normalerweise trägt jedes Gen unabhängig von anderen Genen zur Ausprägung des Merkmals bei, vermindert es oder beeinflusst es anderweitig. In dieser Verteilung befinden sich weniger Menschen an den Extrempunkten und die Mehrheit in der Mitte, weil es unwahrscheinlich ist, dass Menschen mehrere Faktoren erben, die in dieselbe Richtung wirken. Umweltfaktoren beeinflussen ebenfalls das Endergebnis.

Viele relativ häufige kongenitale Fehlbildungen und familiäre Syndrome sind das Ergebnis einer multifaktoriellen Vererbung. Bei einer betroffenen Person stellt die Erkrankung die Gesamtheit der genetischen und umweltbedingten Einflüsse dar. Eine Krankheit oder Störung tritt mit viel größerer Wahrscheinlichkeit bei Verwandten ersten Grades auf (Geschwister, Eltern oder Kinder, deren Gene zu 50% mit einem Betroffenen übereinstimmen), während weiter entfernte Verwandte wahrscheinlich nur wenige Hochrisiko-Gene geerbt haben.

Häufige Erkrankungen mit multifaktorieller Vererbung sind Bluthochdruck, koronare Herzkrankheit, Diabetes mellitus Typ 2, Krebs, Gaumenspalte und Arthritis. Viele spezifische Gene, die zu diesen Merkmalen beitragen, werden durch den Einsatz der sensibelsten verfügbaren genetischen Tests (Next-Generation-Sequencing genomweite Assoziationsstudien) identifiziert, um Menschen mit und ohne diese Merkmale auf Mutationen zu untersuchen. Anhand genetisch determinierter prädisponierender Faktoren (einschließlich der Familienanamnese sowie biochemischer Signalwege, die oft über molekulare Marker identifiziert werden, z. B. hohes Cholesterin) lassen sich die gefährdeten Personen identifizieren, die am meisten von Präventivmaßnahmen profitieren.

Polygenetische, multifaktorielle Merkmale produzieren selten klare Vererbungsmuster, jedoch scheinen diese Merkmale öfter bei bestimmten ethnischen und geographischen Gruppen oder innerhalb des einen oder anderen Geschlechts aufzutreten.

(Siehe auch Übersicht über Genetik.)

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