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Generalisierte Angststörung (GAS)

Von

John W. Barnhill

, MD, Weill Cornell Medical College and New York Presbyterian Hospital

Inhalt zuletzt geändert Jul 2018
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Quellen zum Thema

Die generalisierte Angststörung (GAS) ist gekennzeichnet durch übermäßig auftretende Ängste und Sorgen hinsichtlich einer Vielzahl von Aktivitäten oder Ereignissen über mindestens 6 Monate. Die Ursache ist unbekannt, jedoch bestehen häufig Komorbiditäten mit Alkoholabusus, Major Depression oder Panikstörung. Die Diagnose beruht auf der Anamnese und der körperlichen Untersuchung. Die Behandlung besteht aus Psychotherapie und/oder Pharmakotherapie.

Die GAS kommt mit einer 1-Jahres-Prävalenz von etwa 3% sehr häufig vor. Frauen sind doppelt so oft betroffen sind wie Männer. Die Störung beginnt zwar meistens in der Kindheit oder frühen Jugend, sie kann aber in jedem Alter einsetzen.

Symptome und Zeichen

Der Schwerpunkt der Besorgnis ist nicht eingegrenzt wie bei anderen psychischen Störungen (z. B. eine Panikattacke zu erleiden, sich in der Öffentlichkeit zu blamieren oder kontaminiert zu werden); der Patient hat multiple Sorgen, die sich mit der Zeit häufig verlagern. Gängige Sorgen beziehen sich häufig auf Themen wie Arbeit und familiäre Pflichten, Finanzen, Gesundheit, Sicherheit, Autoreparaturen und Hausabreit.

Der Verlauf ist üblicherweise chronisch-fluktuierend, wobei sich Symptome unter Stress verschlimmern. Viele Patienten mit GAS haben eine oder mehrere komorbide psychische Störungen, darunter Major Depression, spezifische Phobie, soziale Phobie und Panikstörung.

Diagnose

  • Klinische Kriterien

Die Diagnose wird klinisch anhand der Kriterien im Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, Fifth Edition (DSM-5) gestellt.

Patienten haben

  • Übermäßige, fast täglich auftretende Ängste und Sorgen hinsichtlich einer Vielzahl von Aktivitäten oder Ereignissen

Die Patienten haben Schwierigkeiten bei der Kontrolle die Sorgen an der Mehrzahl der Tage für ≥ 6 Monate. Die Sorgen muss auch mit ≥ 3 der folgenden in Verbindung gebracht werden:

  • Unruhe oder ein Gefühl der Überreiztheit oder Nervosität

  • Leichte Ermüdbarkeit

  • Konzentrationsschwierigkeiten

  • Reizbarkeit

  • Muskelverspannungen

  • Schlafstörungen

Auch können die Angst und Sorge nicht durch Drogenkonsum oder eine andere medizinische Störung (z. B. Hyperthyreose) erklärt werden.

Behandlung

  • Antidepressiva und häufig Benzodiazepine

Bestimmte Antidepressiva, darunter SSRI (z. B. Escitalopram, Initaildosis 10 mg p.o. einmal täglich) und Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (z. B. retardiertes Venlafaxin, Initialdosis 37,5 mg p.o. einmal täglich) sind wirksam, allerdings typischerweise nur dann, wenn sie mindestens einige Wochen lang eingenommen werden. Benzodiazepine (Anxiolytika) in kleinen bis mittleren Dosen kann auch wirksam sein, obwohl eine nachhaltige Anwendung zu körperlicher Abhängigkeit führen kann. Eine Behandlungsstrategie ist es, mit der Kombination eines Benzodiazepins und eines Antidepressivums zu beginnen. Sobald die Wirkung des Antidepressivums einsetzt, wird das Benzodiazepin ausgeschlichen.

Buspiron ist ebenfalls wirksam; die Initialdosis beträgt 5 mg p.o. 2- oder 3-mal/Tag. Buspiron kann jedoch mäßig hohe Dosen (d.h. > 30 mg/Tag) und mindestens 2 Wochen dauern, bevor es zu helfen beginnt.

Eine Psychotherapie, in der Regel eine kognitive Verhaltenstherapie, kann sowohl stützend als auch problemorientiert sein. Entspannungsübungen und Biofeedback können hilfreich sein; ihre Wirksamkeit konnte jedoch nur in wenigen Studien belegt werden.

Tabelle
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Benzodiazepine

Arzneimittel

Initiale orale Dosis

Orale Erhaltungsdosis*

Einsetzen/Dauer

Alprazolam

0,25 mg 2-mal/Tag

Retard: 0,5 mg 1-mal täglich

1 mg 3-mal/Tag

Retard: 3 mg 1-mal täglich

Intermediär/intermediär

Chlordiazepoxid

5 mg 3-mal/Tag

25 mg 3-mal/Tag

Intermediär/lang

Clonazepam

0,25 mg 1-mal täglich

1 mg 3-mal/Tag

Intermediär/lang

Clorazepat

7,5 mg 2-mal/Tag

7,5 mg 3-mal/Tag oder 15 mg 2-mal/Tag

Einzeldosis (verlängerte Freisetzung): 22,5 mg einmal täglich nach Stabilisierung auf 7,5 mg 3-mal/Tag

Schnell/lang

Diazepam

2 mg 3-mal/Tag

5 mg 3-mal/Tag

Schnell/lang

Lorazepam

0,5 mg 3-mal/Tag

1 mg 3-mal/Tag

Intermediär/kurz

Oxazepam

10 mg 3-mal/Tag

15 mg 4-mal/Tag

Langsam/kurz

* Die Erhaltungsdosis kann variieren und hängt vom individuellen Ansprechen ab.

Es stehen eine Schmelztablette oder Wafer zur Verfügung. Das Einsetzen der Wirkung weicht nicht dem von anderen Formulierungen ab. Obwohl sich diese Tabletten im Mund auflösen, werden sie wie Standard-Tabletten in Magen und Darm resorbiert.

Generell sind diese Medikamente bei älteren Patienten aufgrund einer langen Halbwertszeit nicht zu empfehlen.

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