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Fertige Säuglingsnahrung

Von

Deborah M. Consolini

, MD, Sidney Kimmel Medical College of Thomas Jefferson University

Inhalt zuletzt geändert Nov 2016
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Die einzige akzeptable Alternative zum Stillen während des ersten Lebensjahres sind handelsübliche Säuglingsnahrungen. Wasser kann eine Hyponaträmie verursachen, Kuhmilch ist in Hinblick auf die Nahrungsbestandteile nicht ausgewogen. Die Vorteile der Ernährung mit kommerziellen Säuglingsnahrungen liegen zum einen darin, dass die Nahrungsmenge besser zu quantifizieren ist, zum anderen, dass Familienmitglieder ebenfalls füttern können. Bei ansonsten praktisch gleichwertigen Eigenschaften werden diese Vorzüge aber durch die unzweifelhaften gesundheitlichen Vorteile der Muttermilch mehr als aufgewogen.

Handelsübliche Fertignahrungen werden als Pulver, Konzentrat und vorverdünnte Flüssigkeit (zum fertigen Gebrauch) angeboten; sie alle enthalten Vitamine, die meisten enthalten eine Eisensupplementation. Es wird empfohlen, die Nahrungen mit fluoridiertem Wasser zuzubereiten. In Gebieten, in denen es kein fluoridiertes Wasser gibt oder auch wenn vorverdünnte Nahrungen verwendet werden, die mit nichtfluoridiertem Wasser zubereitet sind, sollten ab einem Alter von 6 Monaten Fluoridtropfen (0,25 mg/Tag p.o.) gegeben werden (Anm. d. Red.: In Deutschland wird bei entsprechend nicht fluoridiertem Trinkwasser eine Fluoridprophylaxe bereits im ersten Lebensjahr durchgeführt, hierfür ist auch ein Kombinationspräparat, Vitamin-D-Fluorid, erhältlich).

Die Wahl der Fertignahrung richtet sich nach dem Bedürfnis des Kindes. Fertignahrungen, die auf Kuhmilch basieren, sind der Standard, es sei denn, dass Spucken, Diarrhö (mit oder ohne Blut), Hautausschlag (Nesselausschlag) oder dürftige Gewichtszunahme eine Kuhmilcheiweißallergie oder Lactoseintoleranz (bei Neugeborenen sehr selten) wahrscheinlich machen, sodass eine sojamilchbasierte Fertignahrung gewählt werden sollte. Alle Soja-Fertignahrungen in den USA sind laktosefrei, aber einige Kinder, die allergisch auf Kuhmilch-Protein sind, können auch allergisch auf Soja-Protein sein; in diesem Fall ist eine hydrolysierte Säuglingsnahrung zu empfehlen. Hydrolysierte Formeln werden aus Kuhmilch abgeleitet, aber die Proteine werden in kleinere Ketten aufgebrochen, sodass sie weniger allergen sind. Wahre elementare Nahrungen, die aus freien Aminosäuren hergestellt sind, eignen sich für die wenigen Kinder, die allergisch auf hydrolysierte Säuglingsnahrung reagieren.

Die mit der Flasche ernährten Kinder werden auf Verlangen gefüttert; aber da die kommerzielle Säuglingsnahrung langsamer als Muttermilch verdaut wird, lassen sie längere Perioden zwischen zwei Mahlzeiten zu, anfangs 3–4 h. Die Nahrungsmenge liegt anfangs bei 15–60 ml (0,52 oz) und kann während der ersten Lebenswoche gleichmäßig auf 90 ml (3 oz) etwa sechsmal täglich gesteigert werden, was bei einem 3 kg schweren Kind im Alter von einer Woche eine Energiezufuhr von etwa 120 kcal/kg bedeutet.

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