Behandlung des akuten Strahlensyndroms (ARS)

Behandlung des akuten Strahlensyndroms (ARS)

Syndrom

Empfehlung und deren Stärke*

Hämatopoietisch

G-CSF (Granulozyten-Kolonie-stimulierender Faktor) oder GM-CSF (Granulozyten-Makrophagen-Kolonie-stimulierender Faktor), wenn die absolute Neutrophilenzahl (ANC) < 0,5 × 109Zellen/l beträgt (↑)

Erythropoetisch stimulierende Substanzen bei Patienten mit anhaltender Anämie (↓)

Hämatopoetische Stammzellen nach einer fehlgeschlagenen 2- bis 3-wöchigen Zytokinbehandlung, die eine Heilung der Knochenmarkaplasie bei fehlendem nicht-hämatopoetischem Organversagen bewirkt (↓)

Gastrointestinal

Fluorchinolon oder ähnliche Antibiotika 2 bis 4 Tage nach der Strahlenexposition (↓)

Dekontamination des Darms und parenterale Antibiotika, wenn indiziert (↓)

Prophylaktischer Serotonin-Rezeptor-Antagonist bei Verdacht auf Exposition > 2 Gy (↓)

Loperamid, je nach Bedarf zur Kontrolle der Diarrhö (↓)

Kutan

Topische Kortikosteroide der Klasse II–III, topische Antibiotika und topische Antihistaminika bei Strahlenverbrennungen, Ulzera oder Blasen (↑)

Systemische Kortikosteroide bei Strahlenverbrennungen, Geschwüren oder Nekrosen bei Fehlen einer spezifischen Indikation für die Verwendung systemischer Kortikosteroide (spricht stark gegen die Praxis)

Chirurgische Exzision und Transplantation von Strahlenulzera oder lokalisierten Nekrosen mit hartnäckigen Schmerzen (↑)

Neurovaskulär

Unterstützende Behandlung mit einem Serotonin-Rezeptor-Antagonisten, Mannitol, Furosemid und Analgetika (↑)

Intensivpflege

Flüssigkeit, Elektrolytersatztherapie und Sedativa bei Patienten mit schweren Verbrennungen, Hypovolämie und/oder Schock (↑)

Mechanische Beatmung mit einer lungenprotektiven Strategie bei Patienten mit akutem Atemversagen (↑)

Selektive oropharyngeale Dekontamination oder selektive Dekontamination des Verdauungstraktes (↓)

Aufrechterhaltung eines durchschnittlichen Blutzuckerspiegels von 140 bis 180 mg/dl (7,8 bis 10 mmol/l) für die Mehrheit der Intensivpatienten (↓)

H2-Blocker oder Protonenpumpenhemmer (↓)

* Stärke der Empfehlung für die Praxis: ↑ = stark; ↓ = schwach

Modified from Dainiak N. Medical management of acute radiation syndrome and associated infections in a high-casualty incident. J Radiat Res. 59(suppl 2):ii54-ii64, 2018. doi:10.1093/jrr/rry004

* Stärke der Empfehlung für die Praxis: ↑ = stark; ↓ = schwach

Modified from Dainiak N. Medical management of acute radiation syndrome and associated infections in a high-casualty incident. J Radiat Res. 59(suppl 2):ii54-ii64, 2018. doi:10.1093/jrr/rry004