Die Chromoblastomykose ist eine spezifische Art der Hautinfektion, die durch eine von mehreren Arten Dematiaceae (pigmentierte Pilze) verursacht wird. Die Symptome sind ulzerierende Knötchen an ausgesetzten Körperteilen. Die Diagnose wird aufgrund des klinischen Erscheinungsbildes, histopathologischer Befunde und Erregerkultur gestellt. Die Behandlung erfolgt mit Itraconazol, einem anderen schimmelpilzwirksamen Triazol, oder Terbinafin und chirurgischer Exzision.
Die Chromoblastomykose ist eine chronische, progressive kutane Infektion, die immunkompetente Menschen vor allem in tropischen oder subtropischen Gebieten befällt; sie ist durch die Bildung papillomatöser Knötchen gekennzeichnet, die zur Ulzeration neigen.
Chromoblastomykose wird durch traumatische Implantation von dematiaziösen (pigmentierten) Pilzen verursacht. Häufige Arten sind Fonsecaea pedrosoi, Cladophialophora carrionii und Phialophora verrucosa. Diese Infektion tritt besonders bei Landwirten und anderen Landarbeitern ohne angemessene Schutzschuhe und -kleidung auf. Dies kann zu granulomatösen und fibrotischen Entzündungen sowie zu einer Dysregulation der T-Helferzellen und der humoralen Immunantwort führen und die Bildung von muriformen (sklerotischen oder Medlar-)Körpern im Gewebe verursachen, die für die Erkrankung pathognomonisch sind (1).
(Siehe auch Übersicht zu Pilznfektionen.)
Allgemeiner Hinweis
1. Queiroz-Telles F, de Hoog S, Santos DW, et al. Chromoblastomycosis. Clin Microbiol Rev. 2017;30(1):233-276. doi:10.1128/CMR.00032-16
Symptome und Anzeichen von Chromoblastomykose
Normalerweise beginnt die Chromoblastomykose am Fuß oder Bein, aber auch andere exponierte Körperteile können infiziert sein, insbesondere an Stellen epidermaler Läsionen.
Früh auftretende, kleine, juckende, sich vergrößernde Papeln können an eine Dermatophytose (Flechtengrind, „ringworm") erinnern. Diese Papeln dehnen sich aus und bilden mattrote oder violette, scharf abgegrenzte Flecken mit indurierter Basis. Einige Wochen oder Monate später können sich entlang den Lymphgefäßen neue Läsionen ausbilden, die 1–2 mm über die Haut erhaben sind. Im Zentrum der Flecken können sich harte, mattrote oder gräuliche blumenkohlförmige knotige Auswüchse entwickeln und sich, wenn die Infektion unbehandelt bleibt, über viele Jahre hinweg allmählich ausdehnen, um letztlich die Extremitäten zu bedecken.
Es kann zu einer Obstruktion von Lymphgefäßen kommen, der Juckreiz kann persistieren, und sekundäre bakterielle Superinfektionen können sich entwickeln und zu Ulzerationen und gelegentlich auch Septikämien führen.
Bei der Chromoblastomykose dehnen sich zunächst kleine Papeln zu mattroten oder violettfarbenen, scharf begrenzten Flecken mit indurierter Basis aus.
Bei der Chromoblastomykose dehnen sich zunächst kleine Papeln zu mattroten oder violettfarbenen, scharf begrenzten Flec
Image courtesy of www.doctorfungus.org © 2005.
Bei der chronischen Chromoblastomykose entwickeln sich über Jahre hinweg harte, stumpfe, rote oder gräuliche, blumenkohlförmige knotige Auswüchse, die sich bis auf die Extremitäten ausdehnen.
Bei der chronischen Chromoblastomykose entwickeln sich über Jahre hinweg harte, stumpfe, rote oder gräuliche, blumenkoh
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Dieses Foto zeigt eine ausgedehnte Chromoblastomykose, die die rechte untere Extremität betrifft. Es können mehrere verruköse und tumoröse Läsionen zu sehen sein.
Dieses Foto zeigt eine ausgedehnte Chromoblastomykose, die die rechte untere Extremität betrifft. Es können mehrere ver
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Dieses Foto zeigt dicke, verruköse und lichenifizierte Plaques mit glimmernder Schuppung am rechten Bein eines Patienten mit Chromoblastomykose.
Dieses Foto zeigt dicke, verruköse und lichenifizierte Plaques mit glimmernder Schuppung am rechten Bein eines Patiente
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Diagnose von Chromoblastomykose
Histopathologie
Kultur
Die Diagnose einer Chromoblastomykose wird durch den Nachweis von Muriformkörpern im Gewebe sowie durch die Isolierung und Identifizierung des Erregers in Kultur bestätigt (1).
Die Fontana‑Masson‑Färbung zum Nachweis von Melanin hilft, das Vorliegen muriformer (sklerotischer bzw. Medlar‑) Körper nachzuweisen bzw. zu bestätigen, die pathognomonisch sind.
Späte Chromoblastomykoseläsionen weisen ein charakteristisches Erscheinungsbild auf, aber frühe Läsionen können mit einer Dermatomykose verwechselt werden.
Diagnosehinweis
1. Queiroz-Telles F, Esterre P, Perez-Blanco M, Vitale RG, Salgado CG, Bonifaz A. Chromoblastomycosis: an overview of clinical manifestations, diagnosis and treatment. Med Mycol. 2009;47(1):3-15. doi:10.1080/13693780802538001
Behandlung der Chromoblastomykose
Itraconazol
Posaconazol, Voriconazol oder Terbinafin
Oft Chirurgie oder Kryotherapie
(Siehe auch Antimykotische Medikamente.)
Die wirksamste Substanz für Chromoblastomykose ist Itraconazol, obwohl nicht alle Patienten darauf ansprechen. Gelegentlich wird Flucytosin dazu gegeben, um ein Rezidiv zu vermeiden. Flucytosin sollte nicht als Monotherapie verwendet werden.
Anekdotische Berichte deuten darauf hin, dass Posaconazol, Voriconazol or Terbinafin ebenfalls wirksam sein können.
Amphotericin B ist unwirksam (1).
Bei lokalisierten Läsionen kann eine chirurgische Exzision kurativ sein.
Begleittherapien wie die Kryotherapie sind oft hilfreich, auch wenn die Reaktion langsam ist.
Literatur zur Therapie
1. Brito AC, Bittencourt MJS. Chromoblastomycosis: an etiological, epidemiological, clinical, diagnostic, and treatment update. An Bras Dermatol. 2018;93(4):495-506. doi:10.1590/abd1806-4841.20187321



