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Clostridienbedingte Nekrotisierende Enteritis

(Enteritis necroticans ; Pigbel; Darmbrand)

Von

Larry M. Bush

, MD, FACP, Charles E. Schmidt College of Medicine, Florida Atlantic University;


Maria T. Vazquez-Pertejo

, MD, FACP, Wellington Regional Medical Center

Inhalt zuletzt geändert Sep 2019
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Clostridiale nekrotisierende Enteritis ist eine durch Clostridium perfringens. verursachte Nekrose des Jejunums und des Ileums. Die Symptome können von leichter Diarrhö bis zum septischen Schock und manchmal bis zum Tod reichen. Die Diagnose erfolgt durch den Nachweis von C. perfringens Typ-C-Toxin im Stuhl. die Therapie erfolgt antibiotisch und in einem Teil der Fälle chirurgisch.

Eine Clostridien-nekrotisierende Enteritis ist eine leichte bis schwere Clostridien-Infektion, die tödlich sein kann, wenn sie nicht sofort behandelt wird.

C. perfringens Typ C kann gelegentlich eine schwere Nekrose des Dünndarms (insbesondere des Jejunums) hervorrufen. Die Krankheit wird durch Clostridien-Beta-Toxin verursacht, das sehr sensibel für proteolytische Enzyme ist und durch normales Kochen inaktiviert wird. Die Nekrose ist eine segmentale Nekrose, bei der es sich um kleine oder große Flecken mit unterschiedlich starken Blutungen und intramuralem Gas handelt; die Nekrose reicht von Schleimhautverletzungen bis hin zu Vollnekrosen und Perforationen.

Clostridiale nekrotisierende Enteritis tritt vor allem in Populationen mit mehreren Risikofaktoren auf, darunter die folgenden:

  • Proteinentzug (verursacht unzureichende Synthese von Protease-Enzymen)

  • Mangelnde Lebensmittelhygiene

  • Episodisches "Fleisch-Schlemmen"

  • Hauptnahrungsmittel mit Trypsin-Inhibitoren (z. B. Süßkartoffeln)

  • Ascaris-Befall (diese Parasiten sezernieren einen Trypsin-Inhibitor)

Diese Faktoren sind charakteristischerweise nur im Hinterland von Neuguinea und in Teilen Afrikas, Mittel- und Südamerikas und Asiens kollektiv vorhanden. In Neuguinea ist die Krankheit als „Pigbel“ bekannt und wird meist durch kontaminiertes Schweinefleisch, andere Fleischsorten und evtl. Erdnüsse übertragen.

Der Schweregrad variiert von einer leichten Diarrhö bis hin zu einem fulminanten Verlauf mit schweren abdominellen Schmerzen, Erbrechen, blutigen Stühlen, septischem Schock und manchmal Tod innerhalb von 24 Stunden.

Die Diagnose von Clostridien-nekrotisierender Enteritis basiert auf der klinischen Präsentation und dem Vorhandensein von C. perfringens-Toxin vom Typ C im Stuhl.

Die Therapie einer Clostridien-bedingten nekrotisierenden Enteritis erfolgt mit parenteralen Antibiotika (Penicillin G, Metronidazol). Bei ca. 50% der schwerkranken Patienten sind chirurgische Maßnahmen wegen einer Perforation, persistierenden intestinalen Obstruktion oder fehlendem Ansprechen auf Antibiotika erforderlich. Eine experimentelle Toxoidvakzine wurde in Endemiegebieten erfolgreich eingesetzt, ist aber nicht kommerziell verfügbar.

Neutropenische Enterokolitis (Blinddarmentzündung)

Ein ähnliches lebensbedrohliche Syndrom entwickelt sich im Zäkum neutropenischer Patienten (z. B. bei denen mit Leukämie oder antineoplastischer Chemotherapie). Es kann mit Sepsis aufgrund von C. septicum in Zusammenhang gebracht werden.

Symptome der neutropenischen Enterokolitis sind Fieber, Bauchschmerzen, gastrointestinale Blutungen und Durchfall.

Die Diagnose von Nekrotisierendre Enterokolitis basiert auf

  • Symptome

  • Das Vorhandensein von schwerer Neutropenie

  • Ergebnisse von Bauch-CT und Blut- und Stuhlkulturen sowie Toxintests

Neutropenische Enterokolitis muss unterschieden werden von Clostridioides (formerly, Clostridium) difficile-induzierter Diarrhö, Graft-versus-Host-Disease und Colitis aufgrund des Zytomegalievirus.

Die Therapie einer Typhlitis erfolgt mit Antibiotika, chirurgische Maßnahmen können jedoch auch notwendig sein.

Neonatale nekrotisierende Enterokolitis

Eine neonatale nekrotisierende Enterokolitis kommt auf neonatologischen Intensivstationen vor und kann durch C. perfringens, C. butyricum, oder C. difficile verursacht werden, die Klärung einer kausalen Rolle dieser Erreger erfordert aber weitere Untersuchungen. Die meisten Fälle treten bei Frühgeborenen auf, die weniger als 1500 g wiegen.

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HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.

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