Da Protein S bindet und hilft Protein C bei der Herabsetzung der Gerinnung der Gerinnungsfaktoren Va und VIIIa zu aktivieren, prädisponiert ein Protein-S-Mangel die Betroffenen für Venenthrombosen.
(Siehe auch Thrombotische Krankheiten im Überblick.)
Protein S als Vitamin K-abhängiges Protein ist ein Cofaktor für die Aktivierte-Protein-C-vermittelte Spaltung der Faktoren Va und VIIIa. Protein S und Protein C sind daher Bestandteile eines natürlichen Plasma-Antikoagulans-Systems. Freies Protein S ist die aktive Form, die nicht an das Protein-S-Trägermolekül, das C4-bindende Protein, gebunden ist, und dient als primärer Kofaktor für aktiviertes Protein C bei der Inaktivierung der Faktoren Va und VIIIa. Reduzierte Protein-S-Spiegel hemmen dadurch die Gerinnung.
Ein heterozygoter Protein-S-Mangel erhöht das Risiko für venöse Thrombosen. Ein heterozygoter Protein-S-Mangel ähnelt dem heterozygoten Protein-C-Mangel hinsichtlich genetischer Transmission, Prävalenz, Labortests, Behandlung und Vorsichtsmaßnahmen.
Der homozygote Protein-S-Mangel kann ebenso zur Purpura fulminans des Neugeborenen führen und ist klinisch nicht von der beim homozygoten Protein-C-Mangel auftretenden Form zu unterscheiden.
Erworbene Defizienzen von Protein C (und kurz darauf auch von Protein S) treten bei Patienten mit folgenden Erkrankungen auf:
Lebererkrankheiten
Vitamin-K-Mangel
Warfarintherapie
Ein Protein-S-Mangel kann auch bei Patienten auftreten, die eine Östrogen-Substitutionstherapie oder Kontrazeption anwenden, sowie während der Schwangerschaft aufgrund des Einflusses von Östrogen auf den freien Protein-S-Spiegel. Östrogen erhöht das C4-bindende Protein, das an freies Protein S bindet und dessen Spiegel senkt. Entzündungen führen über einen ähnlichen Mechanismus zu einer verminderten Protein-S-Aktivität.
Die Diagnosestellung erfolgt über einen Antigentest des gesamten oder frei im Plasma vorliegenden Protein S (freies Protein S ist die Form, die nicht an das Protein-S-tragende Molekül, das C4-Bindungsprotein gebunden ist). Die Protein-S-Aktivität kann ebenfalls gemessen werden, doch ist der Test technisch schwierig und mit einer hohen Falsch-positiv-Rate (10–15%) verbunden, sodass reproduzierbarere Antigen-Tests bevorzugt werden.
Behandlung von Protein-S-Mangel
Antikoagulation
Die Behandlung des Protein-S-Mangels mit venöser Thrombose ist mit einer Ausnahme identisch mit der Behandlung des Protein-C-Mangels. Da es keine gereinigten Protein-S-Konzentrate für Transfusionen gibt, wird reguläres Plasma verwendet, um Protein S während eines thrombotischen Notfalls zu ersetzen.



