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Notfallkontrazeption

Von

Frances E. Casey

, MD, MPH,

  • Virginia Commonwealth University Medical Center

Inhalt zuletzt geändert Sep 2018
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Häufig verwendete Notfallkontrazeption sind

  • Insertion eines Kupfer-Intrauterinpessars (T380A) innerhalb von 5 Tagen nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr

  • Levonorgestrel (0,75 mg p.o.) in 2 Dosen im Abstand von 12 Stunden innerhalb von 120 Stunden nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr (obwohl die Wirksamkeit nach 72 h geringer ist)

  • Levonorgestrel (1,5 mg p.o.) einmal innerhalb von 120 Stunden nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr

  • Ulipristalacetat (30 mg p.o.) einmal innerhalb von 120 Stunden nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr

Frauen mit regelmäßiger Menses haben ein Risiko für eine Schwangerschaft nach einmaligem Geschlechtsverkehr von etwa 5%. Dieses Risiko liegt bei 20–30%, wenn Geschlechtsverkehr in der Mitte des Zyklus stattfindet.

Wenn als Notfallkontrazeption ein Kupfer-IUP verwendet wird, muss es innerhalb von 5 Tagen nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr oder innerhalb von 7 Tagen nach der angenommenen Ovulation eingesetzt werden. Die Schwangerschaftsrate bei dieser Notfallkontrazeption beträgt 0,1%. Auch kann das IUP zur dauerhaften Empfängnisverhütung in situ belassen werden. In der Notfallkontrazeption beeinflusst das kupferhaltige IUP die Einnistung der Blastozyste; aber es scheint nicht eine bereits bestehende Schwangerschaft zu unterbrechen.

Die Notfallkontrazeption mit Levonorgestrel verhindert eine Schwangerschaft durch Hemmung oder Verzögerung des Eisprungs. Die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft wird nach der Notfallkontrazeption mit Levonorgestrel um 85% reduziert, was einer Schwangerschaftsrate von 2–3% entspricht. Allerdings hängt die Reduzierung des Risikos von folgenden Faktoren ab:

  • Risiko der Frau für eine Schwangerschaft ohne Notfallkontrazeption

  • Zeitpunkt im Menstruationszyklus, zu dem die Notfallkontrazeption gegeben wird

  • BMI der Frau (bei übergewichtigen Frauen mit einem Body-Mass-Index [BMI] > 30 ist die Notfallkontrazeption mit Levonorgestrel weniger effektiv als mit Ulipristalacetat)

Ein Levonorgestrel-Notfallkontrazeptiv kann ohne Verschreibung in einer Apotheke erworben werden.

Unter Ulipristalacetat (ein Gestagen-Rezeptor-Modulator) beträgt die Schwangerschaftsrate etwa 1,5%; es ist damit wirksamer als Levonorgestrel. Ulipristalacetat, wie Levonorgestrel, verhindert eine Schwangerschaft vor allem durch die Verzögerung oder Hemmung der Ovulation. Obwohl Ulipristalacetat wirksamer als Levonorgestrel bei Frauen mit einem BMI > 30 ist, nimmt seine Wirksamkeit mit zunehmendem BMI ab. Deshalb ist bei übergewichtigen Frauen, die eine ungewollte Schwangerschaft absolut vermeiden wollen, ein kupferhaltiges IUP die bevorzugte Methode für die Notfallkontrazeption. Ulipristalacetat ist nur auf Rezept erhältlich.

Es gibt keine absoluten Kontraindikationen für die Notfallkontrazeption mit Levonorgestrel oder Ulipristalacetat. Levonorgestrel- und Ulipristal-Notfallkontrazeptiva sollten so schnell wie möglich und innerhalb von 120 Stunden nach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen werden.

Das Yuzpe-Methode ist ein anderes Regime. Es besteht aus 2 Tabletten, die jeweils 50 µg Ethinylestradiol und 0,25 mg Levonorgestrel enthalten, gefolgt von 2 weiteren Tabletten nach 12 Stunden, aber innerhalb von 72 Stunden nach einem ungeschützten Geschlechtsverkehr. Die hohe Östrogenmenge verursacht häufig Übelkeit und Erbrechen. Die Yuzpe-Methode ist weniger effektiv als andere Methoden; daher wird sie nicht mehr empfohlen, außer wenn Frauen keinen Zugang zu anderen Methoden haben.

Ein Notfallkontrazeptiv kann gegeben werden, wenn ein anderes hormonelles Kontrazeptivum als Teil eines "Schnellstart-Protokolls" gegeben wird. Es wird empfohlen, ein Urin-Schwangerschaftstest zwei 2 Wochen nach der Notfallkontrazeption durchzuführen.

Wichtige Punkte

  • Normalerweise werden Hormone (z. B. Ulipristalacetat, Levonorgestrel) zur Notfallkontrazeption (EG) verwendet; sie werden so schnell wie möglich inach dem ungeschützten Geschlechtsverkehr eingenommen.

  • Ein Kupfer-IUP, das innerhalb von 5 Tagen nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr eingesetzt wird, ist ebenfalls wirksam und kann in situ zur dauerhaften Empfängnisverhütung belassen werden.

  • Die Schwangerschaftsraten betragen 1,5% mit Ulipristalacetat, 2–3% mit Levonorgestrel und 0,1% mit einem kupferhaltigen IUP.

  • Die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft nach hormoneller Notfallkontrazeption hängt vom Schwangerschaftrisiko ohne Notfallkontrazeption, vom Zeitpunkt im Menstruationszyklus, zu dem das Notfallkontrazeptiv eingenommen wird, und vom BMI der Frau ab.

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