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Erosive Gastritis

Von

Nimish Vakil

, MD, University of Wisconsin School of Medicine and Public Health

Inhalt zuletzt geändert Jul 2018
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Quellen zum Thema

Unter einer erosiven Gastritis versteht man Magenschleimhauterosionen als Folge einer Schädigung der Schleimhautabwehr. Sie tritt typischerweise akut mit Blutungen in Erscheinung, kann aber auch subakut oder chronisch verlaufen, ohne oder mit nur wenigen Symptomen. Die Diagnose wird endoskopisch gestellt. Die Behandlung ist unterstützend, mit der Beseitigung der auslösenden Ursache und Einleitung einer säureunterdrückenden Therapie. Bestimmte intensivmedizinisch behandelte Patienten (z. B. beatmete Patienten, Schädel-Hirn-Trauma, Verbrennungen, Polytrauma) profitieren von einer Prophylaxe mit säuresupprimierenden Substanzen.

Häufige Ursachen einer erosiven Gastritis sind

  • NSAR

  • Alkohol

  • Stress

Seltenere Ursachen sind

  • Bestrahlung

  • Virale Infektion (z. B. Cytomegalievirus)

  • Gefäßverletzung

  • Direktes Trauma (z. B. Magensonden)

Oberflächliche Erosionen und winzige Schleimhautläsionen kommen vor. Diese können schon 12 h nach der initialen Schädigung auftreten. Bei schweren oder nicht behandelten Fällen sieht man tiefe Erosionen, Ulzera und manchmal Perforationen. Diese Läsionen treten typischerweise im Korpus auf, aber grundsätzlich kann auch das Antrum betroffen sein.

Die akute Stressgastritis, eine Form der erosiven Gastritis, tritt bei ca. 5% aller schwerkranken Patienten auf. Die Inzidenz nimmt mit der Dauer des Aufenthalts auf einer Intensivstation und mit der Zeit, in der der Patient eine enterale Ernährung erhält, zu. Pathogenetisch bedeutend ist wahrscheinlich eine Hypoperfusion der gastrointestinalen Schleimhaut, was zu einer Störung der mukösen Abwehrmechanismen führt. Patienten mit Schädel-Hirn-Trauma oder Verbrennungen haben zusätzlich eine verstärke Säuresekretion.

Symptome und Beschwerden

Patienten mit einer geringfügigen erosiven Gastritis sind häufig asymptomatisch, obwohl einige unter Dyspepsie, Übelkeit und Erbrechen leiden. Häufig ist das erste Zeichen eine Hämatemesis, Meläna oder Blut im Magenaspirat, in der Regel innerhalb von 2–5 Tagen nach initialer Schädigung. Eine Blutung ist in der Regel leicht oder mäßig ausgeprägt, in einigen Fällen kann sie bei Vorliegen einer tiefen Ulzeration, v. a. bei akuter Stressgastritis, massiv sein.

Diagnose

Sowohl die akute wie die chronische erosive Gastritis werden endoskopisch diagnostiziert.

Therapie

  • Bei Blutungen: endoskopische Hämostase

  • Zur Säuresuppression: Protonenpumpenhemmer oder H2-Blocker

Bei schwerer Gastritis wird die Blutung mit i.v. Flüssigkeitsersatz und wenn nötig mit Bluttransfusionen behandelt. Eine endoskopische Blutstillung sollte versucht werden, evtl. auch als Überbrückungsmaßnahme zur Operation (totale Gastrektomie). Mit angiographischen Maßnahmen kann man eine schwere Magenblutung wegen der ausgeprägten Kollateralversorgung des Magens wahrscheinlich nicht stillen. Eine säuresupprimierende Behandlung wird begonnen, wenn der Patient diese nicht schon erhält.

Bei leichteren Formen der Gastritis können die Beseitigung des auslösenden Agens und der Einsatz von magensäurereduzierenden Medikamenten ( Medikamentöse Magensäurebehandlung) zur Begrenzung weiterer Verletzungen und zur Förderung der Heilung alles sein, was erforderlich ist.

Vorbeugung

Eine Prophylaxe mit säurersupprimierenden Medikamenten reduziert die Inzidenz der akuten Stressgastritis. Den Vorteil haben jedoch hauptsächlich intensivmedizinisch behandelte Hochrisikopatienten, inkl. denen mit schweren Verbrennungen, Schädel-Hirn-Trauma, Gerinnungsstörungen, Sepsis, Schock, Polytrauma, mit mechanischer Beatmung über mehr als 48 h, Leber- oder Nierenversagen, Multiorganversagen oder einer Vorgeschichte von peptischen Ulzera oder gastrointestinalen Blutungen.

Die Prophylaxe besteht in der i.v. Gabe von H2-Blockern, Protonenpumpeninhibitoren oder oralen Antazida zur Anhebung des intragastrischen pH auf > 4,0. Wiederholte pH-Messungen und eine entsprechende Titration der Therapie ist nicht erforderlich. Eine frühzeitige enterale Ernährung kann die Inzidenz von Blutungen vermindern.

Bei Patienten unter der Therapie mit NSAR wird keine prophylaktische Unterdrückung der Säureproduktion empfohlen, es sei denn, sie haben ein Ulkus in der Vorgeschichte.

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