Msd Manual

Please confirm that you are a health care professional

Lädt...

Subakute Thyreoiditis

(Thyreoiditis de Quervain, Riesenzell - oder granulomatöse Thyreoiditis)

Von

Jerome M. Hershman

, MD, MS, David Geffen School of Medicine at UCLA

Inhalt zuletzt geändert Apr 2018
Zur Patientenaufklärung hier klicken.

Die subakute Thyreoiditis ist eine Entzündung der Schilddrüse, die vermutlich durch ein Virus hervorgerufen wird. Symptome sind Fieber und Empfindlichkeit der Schilddrüse. Initial ist eine Hyperthyreose üblich, manchmal gefolgt von einer Übergangsperiode der Hypothyreose. Die Diagnosestellung erfolgt klinisch und mit Hilfe von Labortests. Die Behandlung erfolgt mit hohen Dosen NSAR oder mit Kortikosteroiden. Die Krankheit verschwindet normalerweise innerhalb weniger Monate von selbst.

Anamnestisch ist eine vorausgegangene virale Infektion der oberen Atemwege häufig. Histologisch zeigt sich eine geringere lymphozytäre Infiltration der Schilddrüse als bei Hashimoto-Thyreoiditis oder latenter lymphozytischer Thyreoiditis. Aber es zeigen sich charakteristische Riesenzellen, polymorphonukleare Lymphozyten und ein Zerfall der Follikel.

Symptome und Beschwerden

Es bestehen Schmerzen im vorderen Halsbereich und eine erhöhte Körpertemperatur zwischen 37,8 und 38,3 °C. Die Halsschmerzen wechseln üblicherweise von Seite zu Seite und strahlen in Kiefer und Ohren aus. Die Schmerzen werden häufig auf einen entzündeten Zahn, eine Pharyngitis oder Otitis zurückgeführt und verschlimmern sich durch Schlucken oder Drehen des Kopfes. Symptome einer Hyperthyreose treten im frühen Stadium der Erkrankung durch die Hormonfreisetzung aus zerfallenden Follikeln auf. Eine stärkere Erschöpfung und Mattigkeit als bei anderen Krankheiten der Schilddrüse fällt auf. Bei der körperlichen Untersuchung ist die Schilddrüse u. U. einseitig vergrößert und schmerzhaft.

Diagnose

  • Klinische Befunde

  • Bestimmung der Werte von freiem Thyroxin (T4) und Thyreoidea-stimulierendem Hormon (TSH)

  • BSG

  • Radioaktive Jodaufnahme

Die Diagnose ist in erster Linie klinisch, basierend auf dem Befund einer vergrößerten, empfindlichen Schilddrüse bei Patienten mit entsprechender klinischer Anamnese. Es erfolgt in der Regel eine Schilddrüsenuntersuchung mit TSH und einer Messung des freien T4-Spiegels. Zur Bestätigung der Diagnose sollte die radioaktive Jodaufnahme gemessen werden (Anmerkung der Redaktion: Nach Durchführung einer Schilddrüsensonographie mit typischem Ergebnis wird in Deutschland häufig auf eine Schilddrüsenszintigraphie verzichtet).

Die Laborwerte in der frühen Phase der Erkrankung zeigen einen Anstieg von freiem T4 und Trijodthyronin (T3), einen beträchtlichen TSH-Abfall und erheblich verringerte Aufnahme von radioaktivem Jod (odt 0) sowie hohe BSG. Nach einigen Wochen sind die Speicher von T4 und T3 leer und eine vorübergehende Hypothyreose entwickelt sich, die begleitet wird von einem Abfall des freien T4 und T3, einem Anstieg von TSH und einer Normalisierung der thyreoidalen Nuklidaufnahme. Schwach positive Antikörper gegen die Schilddrüse können auftreten. Messung von freiem T4, T3, und TSH bei 2 - bis 4-wöchigen Abständen zeigen die Stadien der Krankheit an.

Bei einer unsicheren Diagnose ist die Feinnadelaspirationsbiopsie nützlich. Eine Sonographie der Schilddrüsen mit Farbdoppler zeigt multiple irreguläre "sonolucent" Bereiche und einen reduzierten Blutfluss im Gegensatz zu dem verstärkten Fluss bei Morbus Basedow.

Prognose

Die subakute Thyreoiditis verläuft selbstlimitierend und verschwindet innerhalb weniger Monate. Gelegentlich kommt es zum Rezidiv, was bei ausgeprägter Zerstörung der Follikel zu einer bleibenden Hypothyreose führen kann.

Therapie

  • NSAR

  • Manchmal Kortikosteroide, ein Betablocker oder beides

Unwohlsein wird mit hohen Dosen Acetylsalicylsäure oder NSAR behandelt. Bei mäßig symptomatischen Fällen beseitigen Kortikosteroide (z.B. Prednison 15 bis 30 mg po einmal täglich, wobei die Dosis über 3 bis 4 Wochen nach und nach reduziert wird) alle Symptome innerhalb von 48 Stunden.

Lästige hyperthyreote Symptome können mit einem kurzen Zyklus von Betablockern behandelt werden. Wenn die Hypothyreose ausgeprägt ist oder persistiert, kann eine Substitutionstherapie notwendig werden, selten dauerhaft.

Wichtige Punkte

  • Manifestationen der subakuten Thyreoiditis sind in der Regel Fieber, Nackenschmerzen sowie eine vergrößerte, druckempfindliche Schilddrüse.

  • Die Patienten sind zunächst hyperthyreot, mit niedrigem TSH-Wert und erhöhtem Spiegel von freiem T4. Manchmal werden sie dann phasenweise hypothyreot. Der TSH-Wert ist dann erhöht, der von freiem T4 erniedrigt.

  • Die Behandlung erfolgt mit NSAR zzgl. manchmal Kortikosteroiden und/oder einem Betablocker.

Zur Patientenaufklärung hier klicken.
HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.
Erfahren Sie

Auch von Interesse

SOZIALE MEDIEN

NACH OBEN