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Vergiftung durch Fisch und Meeresfrüchte

Von

Gerald F. O’Malley

, DO, Grand Strand Regional Medical Center;


Rika O’Malley

, MD, Albert Einstein Medical Center

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jul 2020| Inhalt zuletzt geändert Jul 2020
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Kurzinformationen

Der Verzehr von giftigen oder verdorbenen Fischen und Meeresfrüchten kann zu einer Gastroenteritis führen. Es gibt drei Hauptformen von Vergiftungen durch den Verzehr von Grätenfisch:

  • Ciguatera

  • Tetrodotoxin

  • Skombroid

(Siehe auch Schalentiervergiftung.)

Ciguatera-Fischvergiftung

Diese Art von Vergiftung kann nach dem Verzehr einer von 400 Fischarten aus den tropischen Riffs von Florida, den Westindischen Inseln oder dem Pazifik auftreten. Das Gift wird von bestimmten Dinoflagellaten produziert, mikroskopisch kleinen Meerestieren, die von den Fischen gefressen werden. Das Toxin sammelt sich in ihrem Fleisch an. Ältere und größere Fische (wie Zackenbarsch, Schnapper und Königsdorsch) sind giftiger als kleinere jüngere. Der Geschmack des Fisches verändert sich dadurch nicht. Gängige Verarbeitungsmethoden, auch Kochen, zerstören das Gift nicht.

Die ersten Symptome - Bauchkrämpfe, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall - beginnen 2 bis 8 Stunden nach dem Verzehr des Fisches und halten 6 bis 17 Stunden an. Zu den späteren Symptomen gehören unter anderem:

  • Juckreiz

  • Ameisenlaufen

  • Kopfschmerzen

  • Muskelschmerzen

  • Wechselhaftes Hitze- und Kältegefühl

  • Gesichtsschmerzen

Unwohlgefühl und Nervosität können für Monate anhalten.

Manchmal versuchen die Ärzte, Betroffene intravenös mit Mannitol (einem Medikament, das Schwellungen und Druck mindert) zu behandeln, es ist aber nicht klar, ob dies irgendeine Wirkung zeigt.

Tetrodotoxin-Vergiftung

Eine Tetrodotoxin-Vergiftung tritt häufiger in Japan auf, weil hier der Kugelfisch (Fugu) häufiger gegessen wird. Aber auch mehr als 100 andere Süß- und Salzwasserfischarten enthalten Tetrodotoxin. Zu den frühen Symptomen zählen Taubheit im Gesicht und in den Gliedmaßen, später vermehrter Speichelfluss, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Bauchschmerzen. Falls eine große Menge Toxin verzehrt wird, können die Muskeln gelähmt werden, und aufgrund der Lähmung der Muskeln, die die Atmung regulieren, kann der Tod eintreten. Durch Kochen oder Einfrieren lässt sich das Gift nicht zerstören.

Skombroidvergiftung

Nach dem Fang von Makrelen, Thunfisch, Bonito, Echtem Bonito und Golddorade (Mahi Mahi) zersetzt sich das Gewebe der Fische, wodurch hohe Histaminkonzentrationen entstehen. Unmittelbar nach der Aufnahme in den Körper verursacht Histamin eine Hitzewelle im Gesicht. Einige Minuten, nachdem der Betroffene den Fisch gegessen hat, kann es zu Übelkeit, Erbrechen, Magenschmerzen und Quaddeln (Urtikaria) kommen. Diese Symptome, die oft mit einer Meeresfrüchteallergie verwechselt werden, halten für gewöhnlich weniger als 24 Stunden an. Der Fisch kann pfeffrig oder bitter schmecken. Anders als andere Fischvergiftungen kann diese Vergiftung vermieden werden, indem der Fisch nach dem Fang ordnungsgemäß gelagert wird. Antihistaminika wie etwa Diphenhydramin können helfen.

Schalentiervergiftung

Eine Schalentiervergiftung kann zwischen Juni und Oktober, vor allem an der Pazifikküste und an der Küste von Neuengland auftreten. Schalentiere wie Muscheln, Venusmuscheln, Austern und Jakobsmuscheln können zu bestimmten Zeiten, wenn das Wasser eine rote Färbung hat (rote Flut genannt), giftige Dinoflagellaten aufnehmen.

Die Dinoflagellaten produzieren ein Gift, das die Nerven angreift (derartige Toxine werden Neurotoxine genannt). Das Gift, Saxitoxin, das eine paralytische Schalentier-Vergiftung auslöst, wird selbst durch Kochen nicht zerstört.

Das erste Symptom, ein Prickeln um den Mund, beginnt zwischen 5 und 30 Minuten nach dem Essen. Als nächstes treten Übelkeit, Erbrechen und Bauchkrämpfe ein, danach Muskelschwäche. Gelegentlich entwickelt sich die Schwäche zur Lähmung der Arme und Beine weiter. Eine ausgeprägte Schwäche der Atemmuskulatur kann sogar tödlich sein. Die Betroffenen, die dies überleben, erholen sich in der Regel wieder vollständig.

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