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Insektizid-Vergiftung

Von

Gerald F. O’Malley

, DO, Grand Strand Regional Medical Center;


Rika O’Malley

, MD, Albert Einstein Medical Center

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jul 2020| Inhalt zuletzt geändert Jul 2020
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Kurzinformationen
  • Viele Insektizide können eine Vergiftung verursachen, wenn sie geschluckt, eingeatmet und durch die Haut aufgenommen werden.

  • Zu den Symptomen zählen Augentränen, Herzprobleme und Atemnot.

  • Die Diagnose gründet sich auf Symptome, Bluttests und eine Beschreibung der Umstände der Vergiftung.

  • Bei der Behandlung schwerer Insektizidvergiftungen sind mehrere Medikamente wirksam.

Die Eigenschaften, die Insektizide für Insekten tödlich machen, können sie mitunter auch für Menschen tödlich machen. Die meisten schweren Insektizidvergiftungen werden durch Organophosphat- und Carbamat-Verbindungen verursacht, insbesondere wenn sie bei Selbstmordversuchen und, unabsichtlich, beruflich verwendet werden.

  • Organophosphate sind z. B. Malathion, Paration, Fenthion, Dursban, Diazinon, Chlorpyrifos und Sarin. Manche dieser Komponenten sind Bestandteile von Nervengiften.

  • Carbamate sind z. B. Aldicarb, Carbaryl, Carbofuran, Fenobucarb und Oxamyl.

Pyrethrine und Pyrethroide, andere häufig verwendete Insektizide, werden aus Pflanzen gewonnen und sind für gewöhnlich für Menschen ungiftig.

Viele Insektizide können eine Vergiftung verursachen, wenn sie geschluckt, eingeatmet und durch die Haut aufgenommen werden. Manche Insektizide sind geruchlos, weshalb die Person sich nicht bewusst ist, dass sie ihnen ausgesetzt war. Organophosphat- und Carbamat-Insektizide bringen Nerven dazu, ziellos zu „feuern”, mit der Folge, dass viele Organe überaktiv werden und schließlich ihre Funktion einstellen. Pyrethrine verursachen manchmal allergische Reaktionen. Pyrethroide verursachen selten irgendwelche Probleme.

Symptome

Organophosphate und Carbamate verursachen Augentränen, verschwommenes Sehen, erhöhten Speichelfluss, Schwitzen, Husten, Erbrechen sowie häufige Darmbewegungen und häufiges Wasserlassen. Der Blutdruck kann fallen. Der Puls kann sich verlangsamen und unregelmäßig werden, und es können Krämpfe auftreten. Das Atmen kann schwerer werden und die Muskeln zucken und werden schwach. In seltenen Fällen sind die Atemnot und Muskelschwäche tödlich. Die Symptome dauern nach dem Kontakt mit Carbamaten einige Stunden oder Tage an, nach Exposition mit Organophosphaten kann die Schwäche aber kann einige Wochen anhalten.

Pyrethrum kann Niesen, Augentränen, Husten und gelegentlich Atembeschwerden verursachen. Es stellen sich selten schwere Symptome ein.

Diagnose

  • Vorgeschichte einer Belastung mit Insektiziden und charakteristische Symptome

  • Bluttests

Die Diagnose einer Insektizidvergiftung stützt sich auf die Symptome und die Beschreibung der Vergiftungsumstände. Die Diagnose bestätigt sich, wenn intravenös verabreichtes Atropin die Symptome lindert. Blutuntersuchungen bestätigen die Vergiftung mit Organophosphaten oder Carbamat.

Behandlung

  • Ausziehen der kontaminierten Kleidung und Waschen der Haut

  • Behandlungen zur Unterstützung der Atmung und Herzfunktion

  • Atropin, über die Vene verabreicht

Zeigen sich Symptome einer Organophosphat-Vergiftung, ist unbedingt ein Arzt aufzusuchen. Bei Verdacht auf Hautkontakt mit einem Insektizid müssen die Kleidungsstücke ausgezogen und die Haut abgewaschen werden. Pflegekräfte sollten darauf achten, dass sie sich bei der Versorgung des Betroffenen nicht selbst mit dem Gift kontaminieren.

Ärzte überwachen die Betroffenen auf ein Atemversagen, und geben Atropin und andere Therapien zur Aufrechterhaltung der Atem- und Herzfunktion. Intravenös gespritztes Atropin kann die meisten Symptome einer Organophosphat-Vergiftung lindern. Pralidoxim, ebenfalls intravenös injiziert, kann die Wiederherstellung der Nervenfunktion beschleunigen, indem die Ursachen der Symptome beseitigt werden. Gegen die Symptome einer Carbamat-Vergiftung hilft Atropin ebenfalls, Pralidoxim jedoch meist nicht. Die Symptome einer Pyrethrumeinnahme klingen ohne Behandlung von selbst ab.

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