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Ösophagusvarizen

Von

Parswa Ansari

, MD, Hofstra Northwell-Lenox Hill Hospital, New York

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Dez 2019| Inhalt zuletzt geändert Dez 2019
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Quellen zum Thema

Ösophagusvarizen sind vergrößerte Venen in der Speiseröhre, die starke Blutungen verursachen können.

  • Ösophagusvarizen werden durch hohen Blutdruck in Blutgefäßen in der und um die Leber herum (portale Hypertonie) verursacht.

  • Ösophagusvarizen verursachen in der Regel keine Symptome, können aber spontan bluten.

  • Die Blutungen können sehr stark sein und einen Schock verursachen oder in seltenen Fällen zum Tod führen.

  • Ärzte diagnostizieren und behandeln Ösophagusvarizen mittels Endoskopie.

Die Varizen können sich auch im oberen Teil des Magens im Übergang zur Speiseröhre bilden. Diese werden als Magenvarizen bezeichnet und verursachen ähnliche Symptome.

Ursachen

Ösophagusvarizen werden durch Folgendes verursacht:

Die Pfortader ist die große Vene, welche die Leber mit Blut aus dem Darm und anderen Organen wie Milz, Bauchspeicheldrüse und Gallenblase versorgt. Hoher Blutdruck in der Pfortader wird als portale Hypertonie bezeichnet. Die häufigste Ursache einer portalen Hypertonie ist eine Vernarbung der Leber aufgrund von Zirrhose.

Ansicht von Leber und Gallenblase

Die Pfortader erhält Blut vom ganzen Darm sowie von Milz, Bauchspeicheldrüse und Gallenblase und führt dieses Blut zur Leber. Nach dem Eintritt in die Leber teilt sich die Pfortader in einen linken und einen rechten Venenast und dann in winzige Kanäle, die durch die Leber führen. Wenn das Blut die Leber verlässt, fließt es durch die Lebervene zurück in den allgemeinen Kreislauf.

Ansicht von Leber und Gallenblase

Bei einer portalen Hypertonie entstehen zusätzliche Venen (sogenannte kollaterale Gefäße), die die Leber umgehen. Diese Venen verbinden das Pfortadersystem unter Umgehung der Leber direkt mit dem allgemeinen Blutkreislauf. Kollaterale Gefäße entstehen an bestimmten Stellen, vor allem am unteren Ende der Speiseröhre sowie am oberen Teil des Magens. Hier vergrößern und krümmen sich die Gefäße – das heißt, sie werden zu Krampfadern der Speiseröhre (Ösophagusvarizen) oder des Magens (Magenvarizen). Diese vergrößerten Gefäße sind brüchig und neigen zu Blutungen. Normalerweise gibt es keinen offensichtlichen Auslöser für die Blutung.

Symptome

Menschen mit Ösophagusvarizen haben gewöhnlich keine Symptome, bis die Varizen zu bluten anfangen. Anschließend erbrechen Betroffene hellrotes Blut, manchmal in großen Mengen. Die Blutung ist schmerzlos. Betroffene, die viel Blut verlieren, können Anzeichen eines Kreislaufschocks aufweisen und sich schwindlig und schwach fühlen und schwitzen. Ihr Herz schlägt möglicherweise schnell und ihr Blutdruck kann niedrig sein.

Diagnose

  • Endoskopie

Ärzte vermuten blutende Ösophagusvarizen, wenn Patienten, die bekanntermaßen an einer chronischen Lebererkrankung leiden, insbesondere an Zirrhose, plötzlich Blut erbrechen. In diesem Fall wird ein biegsamer Beobachtungsschlauch (Endoskop) durch den Mund eingeführt, um die Speiseröhre zu untersuchen. Wenn Varizen entdeckt werden, können sie durch das Endoskop auch behandelt werden, um die Blutung zu stoppen.

Behandlung

  • Intravenös verabreichte Flüssigkeiten und manchmal Bluttransfusionen

  • Endoskopische Behandlungen, um die Blutung zu stoppen

  • Intravenöses Octreotid

  • Manchmal ein Verfahren zum Anlegen eines portosystemischen Shunts

Patienten mit Varizenblutungen benötigen normalerweise intravenös Flüssigkeit, um ihren Blutverlust zu ersetzen. Bei großem Blutverlust ist möglicherweise eine Bluttransfusion notwendig.

Während der Endoskopie können Ärzte Behandlungen durchführen, um die Blutung zu stoppen. Am häufigsten werden Bänder um die Varizen angebracht, um sie zu schließen (ein Verfahren, das als endoskopisches Banding bezeichnet wird). Manchmal werden Substanzen in die Varizen gespritzt, die sie verschließen (eine sogenannte Injektions-Sklerotherapie). Gleichzeitig können die Medikamente Octreotid oder Vasopressin intravenös verabreicht werden, um die Blutung zu stoppen.

Wenn die Blutungen trotz dieser Behandlungen anhalten, kann ein Verfahren zum Anlegen eines sogenannten portosystemischen Shunts durchgeführt werden. Bei diesem Verfahren wird die Pfortader oder eine ihrer Verzweigungen mit einer Vene des allgemeinen Blutkreislaufs verbunden, sodass der Großteil des Blutes, das normalerweise zur Leber fließt, umgelenkt wird und die Leber umgeht. Dieser Bypass (Shunt) senkt den Druck in der Pfortader, sodass Blutungen leichter unter Kontrolle gebracht werden können. Es gibt verschiedene Arten von portosystemischen Shunts. Beim Anlegen eines transjugulären intrahepatischen portosystemischen Shunts (TIPS) wird unter Röntgensicht ein Katheter mit einer Nadel über eine Vene im Hals in die Lebervenen eingeführt. Mit diesem Katheter wird eine direkte Verbindung (Shunt) zwischen der Pfortader (oder einer ihrer Verzweigungen) und einer der Lebervenen angelegt. Weniger häufig wird für das Anlegen eines portosystemischen Shunts ein chirurgischer Eingriff vorgenommen.

Wenn das Leben einer Person wegen der Stärke der Blutung in unmittelbarer Gefahr ist, während sie auf das Shuntverfahren wartet, kann der Arzt einen Schlauch mit Ballons in die Speiseröhre des Patienten einführen. Die Ballons werden aufgeblasen, um die Varizen zusammenzudrücken, wodurch die Blutung kontrolliert wird. Dies ist nur eine vorübergehende Maßnahme.

Selbst nach erfolgreicher Behandlung können Ösophagusvarizen erneut bluten, insbesondere wenn die Lebererkrankung der betroffenen Person weiterhin besteht. Ärzte können Medikamente wie Betablocker verabreichen, um die portale Hypertonie zu kontrollieren, aber Menschen, die weiterhin Probleme haben, benötigen möglicherweise eine Lebertransplantation.

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