Homöopathie

VonAbhinav Singla, MD, Mayo Clinic
Überprüft vonMichael R. Wasserman, MD, California Association of Long Term Care Medicine (CALTCM)
Überprüft/überarbeitet Geändert Okt. 2025
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Die Homöopathie, die im späten 18. Jahrhundert in Deutschland entwickelt wurde, ist ein medizinisches System, das auf dem Grundsatz basiert, dass Ähnliches mit Ähnlichem zu heilen sei. Hiervon leitet sich auch der Name ab: „homoios“ für griechisch „ähnlich“ und „pathos“ für griechisch „Leiden“. Mit anderen Worten ausgedrückt, bedeutet dies, dass eine sehr kleine Dosis einer Substanz eine Krankheit heilen kann, die sie bei der Verabreichung einer größeren Dosis verursachen würde. Von dieser winzigen Dosis verspricht man sich die Stimulation des körpereigenen Heilungsmechanismus.

Die Homöopathie zielt darauf ab, die angeborene Lebenskraft des Körpers wiederherzustellen. Die Behandlung wird auf die individuellen Eigenschaften des Patienten abgestimmt. Dazu zählen Lebensstil sowie Symptome und allgemeiner Gesundheitszustand.

Homöopathische Heilmittel werden aus natürlichen Materialien gewonnen, darunter Extrakte pflanzlichen und tierischen Ursprungs und Mineralstoffe. Mit ihnen glaubt man die dem Körper innewohnende Kraft zur Selbstheilung anzuregen. Die Heilmittel werden verarbeitet, indem diese Substanzen mehrfach verdünnt werden. Viele homöopathischen Rezepturen werden so stark verdünnt, dass keine Spuren der ursprünglichen Substanz mehr nachweisbar sind. Manche homöopathischen Mittel enthalten jedoch andere Inhaltsstoffe, die den Körper beeinflussen können.

Bislang fehlt eine wissenschaftliche Erklärung dafür, wie die in der Homöopathie verwendeten hochverdünnten Mittel eine Krankheit heilen. Es gibt auch keine akzeptierte physikalische oder chemische Grundlage für das homöopathische Prinzip „Ähnliches mit Ähnlichem heilen“.

Wussten Sie ...

  • Es ist möglich, dass einige homöopathische Mittel keinerlei nachweisbaren Wirkstoff der aktiven Substanz enthalten.

In den USA werden homöopathische Mittel von der US-amerikanischen Zulassungsbehörde (FDA) als rezeptfreie oder verschreibungspflichtige Medikamente eingestuft, allerdings befreit die FDA diese Mittel von verschiedenen Anforderungen, die andere Medikamente erfüllen müssen. Beispielsweise muss die Identität und Stärke jedes einzelnen Wirkstoffs vor dem Verkauf des Mittels nicht in einem Labor untersucht werden. Hersteller homöopathischer Produkte müssen außerdem deren Wirksamkeit nicht nachweisen. Homöopathische Medikamente können Alkohol enthalten, der häufig zur Verdünnung der Präparate verwendet wird. Derzeit gibt es keine Einschränkungen, wie viel Alkohol diese Mittel enthalten dürfen.

Auf dem Etikett müssen folgende Angaben stehen:

  • Die Bezeichnung „homöopathisch“

  • Der Name des Herstellers

  • Mindestens eine Anwendungsart für das Mittel

  • Anweisungen für eine sichere Anwendung

  • Wirkstoff und Verdünnungsgrad (sofern nicht ausdrücklich ausgenommen)

Einige homöopathische Medikamente sind verschreibungspflichtig.

Medizinische Anwendungsgebiete der Homöopathie

Die Homöopathie kommt bei verschiedenen Krankheiten zum Einsatz, zum Beispiel bei Allergien, Symptomen der Atemwege, Verdauungsproblemen, Schmerzen des Bewegungsapparates und bei Schwindel. Studien zu homöopathischen Mitteln für viele dieser Erkrankungen zeigen, dass diese nicht wirksam sind. Bei manchen Erkrankungen (z. B. Fibromyalgie), bei denen der Nutzen der Schulmedizin begrenzt ist, kann die Homöopathie die Symptome bis zu einem gewissen Grad lindern und verursacht keinen Schaden.

Mögliche Nebenwirkungen der Homöopathie

Die meisten Menschen vertragen homöopathische Mittel gut und sie bergen wenige Risiken. Nebenwirkungen wie allergische und toxische Reaktionen sind jedoch nicht ausgeschlossen.

Darüber hinaus kann die Bezeichnung eines Produkts als homöopathisch falsch sein.

  • Es kann andere Wirkstoffe enthalten, die physiologische Auswirkungen haben.

  • Es kann sich um Nahrungsergänzungsmittel handeln.

Weitere Informationen

Die folgende Quelle in englischer Sprache kann nützlich sein. Bitte beachten Sie, dass MSD MANUAL nicht für den Inhalt dieser Quelle verantwortlich ist.

  1. National Center for Complementary and Integrative Health (NCCIH): Homöopathie

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