Die Ernährungstherapie, eine biologisch orientierte Therapie, erfolgt mit speziellen Ernährungsplänen (z. B. makrobiotische, Paleo-, mediterrane und kohlenhydratarme Diät), um:
eine bestimmte Krankheit zu behandeln oder zu verhindern (z. B. Krebs oder kardiovaskuläre Erkrankungen)
das allgemeine Wohlbefinden zu verbessern
den Körper zu entgiften (indem Giftstoffe im Körper neutralisiert oder beseitigt werden)
Einige Diäten (wie die Mittelmeer-Diät) sind allgemein anerkannt und werden in der traditionellen westlichen Medizin häufig eingesetzt.
Wenn eine therapeutische Diät mit einer erheblichen Ernährungsumstellung einhergeht, sollte man sich von einer Fachkraft betreuen lassen. Auf diese Weise lassen sich Mangelerscheinungen vermeiden. Die Ernährungswissenschaften entwickeln sich ständig weiter. Daher sollte der Ernährungsplan regelmäßig mit einem Gesundheits- oder Ernährungsfachmann neu überprüft werden.
Intermittierendes Fasten
Intermittierendes Fasten oder Intervallfasten hat verschiedene Formen, einschließlich der Einschränkung des Essens auf bestimmte Tageszeiten (normalerweise weniger als 10 Stunden, häufig als zeitlich eingeschränktes Essen bezeichnet) oder des Nichtessens über einen Tag oder länger (z. B. „Alternate-Day-Fasting“). Intervallfasten führt dazu, dass statt der Glukose, die in der Leber gespeichert ist, die im Fett gespeicherten Ketone genutzt werden. In Tierstudien wurde gezeigt, dass dies positive Wirkungen auf den Stoffwechsel hat (z. B. erhöhte Insulinsensitivität, möglicherweise eine erhöhte Lebensdauer). Zu den gesundheitlichen Vorteilen beim Menschen zählen ein geringeres Körpergewicht und ein reduzierter Taillenumfang im Vergleich zu keiner diätetischen Intervention, obwohl die langfristige Wirksamkeit nicht gesichert ist. Ob Intervallfasten wirksamer ist als eine allgemeine Kalorienrestriktion, ist ebenfalls nicht geklärt. Ein Problem beim Gewichtsverlust durch Fasten ist die gleichzeitige Abnahme der Magermasse des Körpers, die mit dem Verlust von Fettmasse einhergeht. Obwohl der Verlust von Fettmasse zu den Vorteilen in Bezug auf den Stoffwechsel beitragen kann, können die schädlichen gesundheitlichen Auswirkungen des Verlusts von Muskelmasse diesen Vorteil wieder aufheben.
Keto-Diät
Die Keto-Diät oder ketogene Diät beinhaltet – ähnlich der Paleo-Diät – sehr fettreiche Nahrungsmittel und sehr geringe Mengen an Kohlenhydraten. Die Ernährung zielt darauf ab, die Ketose einzuleiten, einen Zustand, bei dem Fett als Energiequelle verbrannt wird, was zu einem Gewichtsverlust führt. Die Keto-Diät unterdrückt nachweislich das Hungergefühl, was zu einem Gewichtsverlust, einem geringeren Taillenumfang sowie zu niedrigeren Triglyzerid-, Hämoglobin-A1C- und Blutzuckerwerten führt.
Typische Nahrungsmittel im Rahmen der Keto-Diät sind Avocados, Öle, Nüsse, fettreicher Fisch, Eier, Rindfleisch, Huhn, Gemüse, Käse, Butter und Sahne. Die eingeschränkte Ernährung ist nicht immer schmackhaft, und die Therapietreue stellt ein Problem dar.
Zu den Risiken gehören Magen-Darm-Symptome wie Verstopfung, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Betroffene können an der sogenannten „Keto-Grippe“ erkranken, die durch Kopfschmerzen, Ermüdung (Fatigue), Reizbarkeit, Schlafprobleme und Übelkeit gekennzeichnet ist. Weitere Risiken sind ein biochemisches Ungleichgewicht (erhöhte Lipid-, Kalzium- und Proteinspiegel), Nierensteine, Leberschäden und Anämie.
Makrobiotische Diät
Die makrobiotische Ernährung umfasst vor allem Gemüse, Vollkornprodukte, Obst und Getreideflocken. Obwohl manche Menschen, die eine makrobiotische Diät befolgen, berichten, dass sich die Krebserkrankung und die Symptome verbessern, wurde dies von gut angelegten Forschungsstudien noch nicht bestätigt.
Die Risiken einer makrobiotischen Diät umfassen eine ungewollte Gewichtsabnahme und manchmal eine unzureichende Aufnahme bestimmter Nährstoffe.
Ornish-Diät
Diese sehr fettarme vegetarische Ernährung zielt darauf ab, arterielle Verstopfungen, die eine koronare Herzkrankheit verursachen, rückgängig zu machen. Sie kann das Fortschreiten von Prostata- und anderen Krebsarten verhindern oder verlangsamen. Sie konzentriert sich auf pflanzliche Nahrungsmittel und die Vermeidung von Fett, verarbeiteten Kohlenhydraten und tierischem Eiweiß. Als Bestandteil eines intensiven Lebensstilprogramms für Teilnehmer mit symptomatischer koronarer Herzkrankheit ist die Ornish-Diät wirksam. Es ist jedoch nicht klar, welche Vorteile sich aus den spezifischen Nahrungsmitteleinschränkungen im Rahmen der Diät ergeben. Ähnliche Vorteile können durch andere Diäten erzielt werden, bei denen weniger gesunde Fette und verarbeitete Kohlenhydrate, jedoch nicht die gesünderen Fette (z. B. Olivenöl) eingeschränkt sind.
Paleo-Diät
Bei der Paleo-Diät werden Nahrungsmittel verzehrt, die vorgeblich in einem früheren Zeitalter, der Steinzeit (Paläolithikum) gegessen wurden, als Jäger und Sammler für das Essen sorgten. Das heißt die Diät beinhaltet Nahrungsmittel aus Tieren und Wildpflanzen. Die Ernährung besteht also aus:
Einer erhöhten Eiweißaufnahme
Einer reduzierten Aufnahme von Kohlenhydraten und dem Verzehr von nicht-stärkehaltigem, frischem Obst und Gemüse
Einer erhöhten Ballaststoffaufnahme
Häufig einer gesteigerten Aufnahme von Fetten, insbesondere einfach ungesättigte und mehrfach ungesättigte Fette
Nahrungsmittel, die in der Steinzeit wahrscheinlich nicht zur Verfügung standen (wie Milchprodukte, Getreide, Hülsenfrüchte, verarbeitete Öle, raffinierter Zucker, Salz und Kaffee) werden vermieden. Befürworter behaupten, dass die Menschen viele dieser Nahrungsmittel nicht verarbeiten können. Man weiß jedoch nur bedingt, was in der Steinzeit gegessen wurde, und es gibt Belege dafür, dass die Ernährung in der Steinzeit nicht so eingeschränkt war wie die moderne Paleo-Diät.
Befürworter der Paleo-Diät vertreten die Ansicht, dass diese das Risiko für koronare Herzkrankheiten, Typ-2-Diabetes und viele chronisch verlaufende Krankheiten reduziert. Sie soll zudem zur Gewichtsabnahme, zur Steigerung der sportlichen Leistungsfähigkeit, besserem Schlaf und einer besseren geistigen Funktionsfähigkeit führen. Es gibt jedoch keine Belege dafür, dass diese Diät die genannten Wirkungen hat.
Die Risiken der Paleo-Diät bestehen in einer unzureichenden Aufnahme von bestimmten Nährstoffen (aufgrund der reduzierten Aufnahme von Vollkorn- und Milchprodukten) sowie einem möglicherweise erhöhten Risiko für eine koronare Herzkrankheit (aufgrund der erhöhten Fett- und Eiweißaufnahme).
