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Akupunktur

Von

Denise Millstine

, MD, Mayo Clinic

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Feb 2019| Inhalt zuletzt geändert Feb 2019
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Die Akupunktur, eine Therapieform der traditionellen chinesischen Medizin Traditionelle chinesische Medizin (TCM) Im Mittelpunkt der mehrere tausend Jahre alten traditionellen Chinesischen Medizin steht die Vorstellung von einer im Körper fließenden Lebenskraft oder Lebensenergie (Qi, sprich Tschi), die... Erfahren Sie mehr , ist eine der am meisten akzeptierten Techniken der Komplementär- und Alternativmedizin in der westlichen Welt. Zugelassene Therapeuten müssen nicht unbedingt einen medizinischen Abschluss vorweisen, obwohl auch einige Mediziner, häufig Schmerzspezialisten, eine Ausbildung absolviert haben, die sie zur Durchführung der Akupunktur berechtigt. Jeden Tag lassen sich Millionen Menschen akupunktieren. (Siehe auch Übersicht über die Integrative, Komplementär- und Alternativmedizin Übersicht über die Integrative, Komplementär- und Alternativmedizin Zur integrativen Medizin und Komplementär- und Alternativmedizin gehören viele Heilmethoden und Therapien, die historisch nicht Teil der westlichen Schulmedizin sind. Viele Aspekte dieser Heilmethoden... Erfahren Sie mehr .)

Bei der Akupunktur werden im Allgemeinen ganz feine Nadeln in spezifische Bereiche der Haut und in das darunter liegende Gewebe gestochen. Man geht davon aus, dass die Stimulation dieser speziellen Akupunkturpunkte die Lebensenergie (Qi, sprich Tschi) zum Fließen bringt. Qi ist die Lebenskraft, die durch den Körper fließt. Die traditionelle chinesische Medizin geht davon aus, dass eine Krankheit durch einen unangemessenen Fluss von Qi entlang der Energiewege oder Meridiane hervorgerufen wird. An den Meridianen liegen mehr als 2.000 dieser Energiepunkte. Durch die Stimulation dieser Punkte kann das Gleichgewicht von Yin (dunkel, weiblich, negative Kräfte) und Yang (hell, männlich, positive Kräfte) wiederhergestellt werden.

Manchmal wird die Stimulation durch Drehen oder Erwärmen der Nadel verstärkt.

Die Akupunkturpunkte können außerdem durch Folgendes stimuliert werden

  • Druck (sogenannte Akupressur)

  • Laser

  • Ultraschall

  • Sehr geringer elektrischer Strom (sogenannte Elektroakupunktur), der an die Nadel abgegeben wird

Die Akupunktur ist nicht schmerzhaft, kann aber ein kribbelndes Gefühl verursachen.

Medizinische Anwendungsgebiete

Vorgeschlagene Anwendungsgebiete sind unter anderem

  • Linderung von Schmerzen, auch nach chirurgischen Eingriffen oder Zahnoperationen

  • Linderung von Übelkeit und Erbrechen, die häufig in der Schwangerschaft, nach Operationen oder einer Chemotherapie auftreten

  • Behandlung von Suchtkrankheiten, Karpaltunnelsyndrom, Fibromyalgie, Kopfschmerzen, Rückenschmerzen im Lendenwirbelbereich, Erschöpfung und Gelenkschmerzen

Die Wirksamkeit der Akupunktur ist von seinem Wesen her nur schwer zu erforschen. Eine Verblindung (also das Verhindern, dass Studienteilnehmer und Ärzte herausfinden, wer welche Behandlung erhalten hat) ist in Studien mit Akupunktur schwierig. Bei einer sogenannten „Schein“-Akupunktur (Einführen von Nadeln an anderen Stellen als bei der Akupunktur) wird häufig Druck auf diese Punkte ausgeübt, was die Messung der Wirksamkeit der Akupunktur erschwert. In einigen Regionen, besonders in China, scheinen veröffentlichte Akupunkturstudien eine positive Wirkung zu zeigen. Dies könnte entweder aufgrund einer Verzerrung (Bias) der Fall sein, oder aber auch, weil diese Anbieter das volle Behandlungsschema der traditionellen chinesischen Medizin praktizieren, bei der Akupunktur nur ein Bestandteil davon ist.

Die Akupunktur ist bei der Behandlung mehrerer Erkrankungen und Symptome wirksam, obwohl weitere Studien zum Nachweis dafür erforderlich sind. Es ist kompliziert, die Wirksamkeit der Akupunktur mit einer Kontrollgruppe zu vergleichen, die eine Schein-Akupunktur erhalten hat, da auch diese Schein-Akupunktur für die Kontrollteilnehmer immer noch eine Entspannungstherapie mit einem Arzt darstellt. Bei einem Placebo für eine Akupunktur kommt eine blickdichte Hülse mit einer stumpfen Nadel oder einem Zahnstocher zum Einsatz, welche zwar gegen die Haut gedrückt, aber nicht in die Haut gestochen wird. Dabei wird aber immer noch Druck auf die Akupunkturpunkte ausgeübt. Viele Lehrkrankenhäuser und medizinische Zentren, einschließlich der Weltgesundheitsorganisation, untersuchen und erforschen nach wie vor die Wirksamkeit der Akupunktur.

Mögliche Nebenwirkungen

Wenn das Verfahren richtig ausgeführt wird, sind Nebenwirkungen einer Akupunktur leicht. Folgende Aspekte sollten dennoch berücksichtigt werden:

  • Es könnte eine vorübergehende Verschlimmerung der Symptome auftreten.

  • Gelegentlich werden Nadeln nach Abschluss der Akupunktur irrtümlich an Ort und Stelle gelassen; das Zählen der Instrumente, wie man das auch nach Operationen mit den chirurgischen Instrumenten macht, beugt dem vor.

  • Wie bei jeder medizinischen Therapie, bei der Nadeln im Spiel sind, fühlen sich einige Patienten möglicherweise der Ohnmacht nahe und müssen sich hinlegen.

  • Bei Personen mit schweren Blutungsstörungen oder solchen, die Gerinnungshemmer einnehmen, können sich bei der Akupunktur blaue Flecken bilden oder die punktierten Stellen können bluten.

  • In seltenen Fällen kann ein zu tiefes Einbringen der Nadel zum Lungenkollaps und zu inneren Verletzungen führen.

Weitere Informationen über Akupunktur

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