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Wernicke-Enzephalopathie

(Wernicke's Encephalopathy)

Von

Gerald F. O’Malley

, DO, Grand Strand Regional Medical Center;


Rika O’Malley

, MD, Albert Einstein Medical Center

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jun 2020| Inhalt zuletzt geändert Jun 2020
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Die Wernicke-Enzephalopathie ist eine Störung des Gehirns, die zu Verwirrung, Augenproblemen und Gleichgewichtsverlust führt. Sie entsteht durch Thiaminmangel.

Ein schwerer Thiaminmangel, ein Vitamin B, führt zur Wernicke-Enzephalopathie. Bei Personen, die nur kleine Thiaminmengen im Körper gespeichert haben, kann die Krankheit durch den Verzehr von Kohlenhydraten ausgelöst werden.

Sie entwickelt sich oft bei schwerem Alkoholismus, da die Aufnahme von Alkohol im Übermaß über lange Zeit die Thiaminresorption aus dem Verdauungstrakt sowie die Thiaminspeicherung in der Leber beeinträchtigt. Zudem ernähren sich Personen mit Alkoholkrankheit oft nicht ausreichend und nehmen daher nicht genug Thiamin auf. Die Wernicke-Enzephalopathie kann auch durch weitere Umstände bedingt sein, aus denen eine längere Unterernährung oder ein Vitaminmangel folgen. Dazu gehören Dialysepflicht, schweres Erbrechen, Hungerzustände, Magenbypass-Operationen, Krebs und AIDS.

Symptome

Eine Wernicke-Enzephalopathie führt zu

  • Verwirrtheit

  • Benommenheit

  • Unwillkürlichen Augenbewegungen (Nystagmus)

  • Einer teilweisen Lähmung der Augenmuskeln (Ophthalmoplegie)

  • Gleichgewichtsverlust (um das Gleichgewicht zu halten, gehen die Betroffenen mit gespreizten Beinen und machen langsame, kleine Schritte.)

Es kann zu Fehlfunktionen innerer Körperprozesse kommen, die mit Tremor, Unruhe, niedriger Körpertemperatur, einem plötzlichen übermäßigen Sinken des Blutdrucks im Stehen (Orthostasesyndrom) und Ohnmacht einhergehen.

Diagnose

  • Untersuchung durch den Arzt

Die Diagnose liegt nahe, wenn Patienten Personen mit Alkoholkrankheit sind, die charakteristische Symptome aufweisen und unterernährt sind oder wenn ein Thiaminmangel festgestellt wurde.

Normalerweise werden Untersuchungen wie Blutzuckermessungen, großes Blutbild, Leberfunktionstests und bildgebende Verfahren vorgenommen, um andere Ursachen auszuschließen. Die Thiaminspiegel werden nicht regelmäßig bestimmt.

Prognose

Die Prognose ist davon abhängig, wie schnell die Krankheit diagnostiziert und behandelt wird. Bei sofortiger Behandlung normalisieren sich alle Auffälligkeiten. Innerhalb von 24 Stunden nach der Behandlung normalisieren sich die Augenprobleme für gewöhnlich. Der Gleichgewichtsverlust und die Verwirrungszustände können jedoch Tage bis Monate fortbestehen. Der Gedächtnisverlust verbessert sich möglicherweise nicht.

Ohne Behandlung sterben etwa 10 bis 20 Prozent der Betroffenen. 80 Prozent der Überlebenden entwickeln eine Korsakoff-Psychose, eine Störung, bei der es zu Gedächtnisverlust, Verwirrtheit und Verhaltensänderungen kommt. Die Kombination der beiden Zustände wird als Wernicke-Korsakow-Syndrom bezeichnet.

Behandlung

  • Thiamin

  • Magnesium

  • Einstellen des Alkoholkonsums

Unmittelbare Verabreichung von Thiamin durch Injektion in eine Vene oder einen Muskel. Diese Medikation wird mindestens drei bis fünf Tage lang fortgesetzt. Magnesium, das den Körper bei der Verarbeitung von Thiamin unterstützt, wird ebenfalls injiziert oder oral genommen. Flüssigkeiten und Multivitaminpräparate werden verabreicht. Falls Elektrolytwerte wie Kalium nicht der Norm entsprechen, werden sie korrigiert. In manchen Fällen ist eine Einweisung ins Krankenhaus notwendig.

Patienten mit Wernicke Enzephalopathie dürfen keinen Alkohol trinken. Orale Thiamin-Ergänzungspräparate müssen möglicherweise nach der Anfangsbehandlung weiterhin genommen werden.

Weitere Informationen

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