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Wahnhafte Störung

Von

Carol Tamminga

, MD, UT Southwestern Medical Dallas

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Dez 2018| Inhalt zuletzt geändert Dez 2018
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Wahnhafte Störungen sind dadurch gekennzeichnet, dass der Betroffene mindestens einen Monat lang fest an einer oder mehreren falschen Überzeugungen festhält.

  • Der Irrglaube kann gewöhnliche Dinge betreffen, die passieren könnten (wie beispielsweise vom Ehepartner betrogen zu werden) oder Dinge, die sehr unwahrscheinlich sind (z. B. das Entfernen der inneren Organe, ohne eine Narbe zu hinterlassen).

  • Diese Störung kann sich bei Menschen mit paranoider Persönlichkeitsstörung entwickeln.

  • Diagnostiziert wird die Störung hauptsächlich aufgrund der Vorgeschichte des Patienten, nachdem alle weiteren möglichen Ursachen ausgeschlossen wurden.

  • In der Regel bleibt die Funktionsfähigkeit erhalten und die Betroffenen können auch weiterhin ihrem Beruf nachgehen.

  • Ein gutes Arzt-Patient-Verhältnis ist ein wesentlicher Faktor bei der Behandlung.

Die wahnhafte Störung zeigt sich gewöhnlich erstmals im mittleren oder hohen Lebensalter. Sie ist seltener als Schizophrenie. Wahnhafte Störungen unterscheidet man von der Schizophrenie dadurch, dass Wahnvorstellungen ohne die anderen Symptome einer Psychose (z. B. Halluzinationen, desorganisiertes Sprechen oder desorganisiertes Verhalten) vorliegen.

Die Wahnvorstellungen können sich auf Situationen beziehen, die durchaus im wirklichen Leben auftreten können, wie die Vorstellung, verfolgt, vergiftet oder angesteckt zu werden, aus der Entfernung geliebt oder vom Partner betrogen zu werden. Oder sie beinhalten Situationen, die extrem unwahrscheinlich sind, wie etwa das Entfernen der inneren Organe, ohne eine Narbe zu hinterlassen. Der Unterschied zwischen einer Wahnvorstellung und einer falschen Annahme oder einem Irrglauben besteht darin, dass die Betroffenen an der Wahnvorstellung festhalten, egal wie viele Tatsachen dagegensprechen.

Formen von wahnhafter Störung

Es gibt mehrere Unterformen von wahnhafter Störung:

  • Liebeswahn: Die Betroffenen glauben, dass sich jemand in sie verliebt hat. Sie versuchen häufig, das Objekt ihrer Wahnvorstellung durch Telefonanrufe, Briefe oder digitale Nachrichten zu kontaktieren. Manche versuchen, das Objekt zu überwachen und häufig gehen Sie zum Stalking über. Das Verhalten bei Wahnvorstellungen kann gesetzwidrig sein.

  • Größenwahn: Die Betroffenen sind überzeugt, ein besonderes Talent zu haben oder eine bedeutende Entdeckung gemacht zu haben.

  • Eifersuchtswahn: Hier glauben die Betroffenen, ihr Partner sei untreu. Diese Überzeugung basiert auf falschen Schlüssen, die durch fragwürdige Beweise untermauert werden. Unter solchen Umständen können körperliche Angriffe eine echte Gefahr darstellen.

  • Verfolgungswahn: Die Betroffenen glauben, sie würden hintergangen, ausspioniert, verleumdet und schikaniert. Sie können deshalb wiederholt Klage bei Polizei oder anderen Behörden einreichen oder es den Behörden melden. In seltenen Fällen greifen sie zu Gewalt, um sich für eine vermeintliche Verfolgung zu rächen.

  • Somatischer Wahn: Der körperbezogene Wahn bezieht sich auf Körperfunktionen und Aussehen, beispielsweise eine angebliche Fehlbildung oder Körpergeruch. Diese Wahnvorstellung kann sich auch auf eine eingebildete medizinische Erkrankung, zum Beispiel auf einen Parasitenbefall, beziehen.

Symptome

Eine wahnhafte Störung kann sich aus einer bereits bestehenden paranoiden Persönlichkeitsstörung entwickeln. Ab dem frühen Erwachsenenalter sind Menschen mit paranoider Persönlichkeitsstörung gegenüber anderen und ihren Motiven von Misstrauen und Argwohn erfüllt.

Frühe Symptome einer wahnhaften Störung können Folgendes umfassen

  • Das Gefühl, ausgebeutet zu werden

  • Sorge um die Loyalität und Vertrauenswürdigkeit von Freunden

  • Heraushören von Bedrohungen aus freundlich gemeinten Bemerkungen oder Ereignissen

  • Über lange Zeit nachtragend sein

  • Schnelles Ansprechen auf wahrgenommene Kränkungen

Das Verhalten ist nicht offensichtlich bizarr oder sonderbar. Personen mit Wahnstörungen führen in der Regel ein relativ normales Leben, solange ihre wahnhafte Störung keine Probleme verursacht. So kann es zu Eheproblemen kommen, wenn sie fälschlicherweise davon überzeugt sind, dass ihr Ehepartner untreu ist.

Diagnose

  • Untersuchung durch den Arzt

Wenn andere Erkrankungen, die ebenfalls Wahnvorstellungen verursachen können (etwa eine Substanzgebrauchsstörung), ausgeschlossen wurden, begründet der Arzt die Diagnose weitgehend auf der Vorgeschichte und den Symptomen des Betroffenen. Der Arzt muss auch einschätzen, wie gefährlich die Person sein könnte, insbesondere, wie wahrscheinlich es ist, dass die Person gemäß den Wahnvorstellungen handeln könnte.

Prognose

Wahnhafte Störungen führen gewöhnlich nicht zu schweren Beeinträchtigungen. Die Betroffenen können sich jedoch in zunehmendem Maße in ihre Wahnvorstellungen verstricken.

Die meisten Menschen können weiterhin berufstätig bleiben, solange sie in ihrer Arbeit nicht Menschen oder Ereignisse mit ihren Wahnvorstellungen verknüpfen.

Behandlung

  • Aufbau eines guten Arzt-Patienten-Verhältnisses

  • Manchmal Antipsychotika

Die Behandlung kann schwierig sein, da einige Personen fest an ihre Wahnvorstellungen glauben und sich weigern, Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ein gutes Arzt-Patient-Verhältnis ist bei der Behandlung hilfreich. Sobald ein gutes Arzt-Patienten-Verhältnis besteht, kann der Arzt den behandlungsresistenten Betroffenen ermutigen, Behandlung in Anspruch zu nehmen.

Ein Klinikaufenthalt kann erforderlich sein, wenn der Arzt annimmt, dass der Betroffene sich oder andere gefährdet.

Antipsychotika werden im Allgemeinen nicht verordnet, können die Symptome aber unter Umständen wirksam unterdrücken.

Langfristig zielt die Behandlung darauf ab, dass sich der Betroffene weniger auf seine Wahnvorstellungen konzentriert und sich einem lohnenderen und befriedigenderen Bereich zuwendet; dieses Ziel ist jedoch häufig schwer zu erreichen.

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