Was Eltern über das Kawasaki-Syndrom wissen sollten

Kommentar23.03.26 Jay Mehta, MD, Perelman School of Medicine at The University of Pennsylvania

Das Kawasaki-Syndrom ist eine Autoimmunerkrankung, die eine Entzündung der Blutgefäße im gesamten Körper verursacht. Am häufigsten tritt sie bei Kindern unter 5 Jahren auf. Sie ist selten, kann aber ohne rasche Behandlung zu schweren Komplikationen führen. Eltern sollten die Anzeichen und Symptome des Kawasaki-Syndroms kennen und wissen, wann sie ärztlichen Rat einholen sollten. Im Folgenden finden Sie Antworten auf einige der häufigsten Fragen, die Kinderärztinnen und Kinderärzten zum Kawasaki-Syndrom gestellt werden.

Wer hat ein erhöhtes Risiko für das Kawasaki-Syndrom?

Die meisten Kinder mit Kawasaki-Syndrom sind jünger als 5 Jahre. In seltenen Fällen können auch Säuglinge unter 4 Monaten, Jugendliche und Erwachsene erkranken. Jungen sind etwas häufiger betroffen als Mädchen.

Die Ursache des Kawasaki-Syndroms ist nicht bekannt. Wahrscheinlich gibt es mehrere Auslöser – darunter Virusinfektionen –, die den Körper zu einer sehr starken, kurzfristigen Entzündungsreaktion veranlassen. Wie bei anderen Autoimmunerkrankungen spielt vermutlich auch die genetische Veranlagung eine Rolle, ihr genauer Einfluss ist jedoch unklar.

Was sind die Anzeichen des Kawasaki-Syndroms?

Das Kawasaki-Syndrom weist mehrere typische Symptome auf. In manchen Fällen können diese mit häufigeren Erkrankungen wie Masern oder Scharlach verwechselt werden. Bei einem typischen Verlauf bei Kindern im Alter von 2 bis 6 Jahren zeigen die meisten: Fieber über 38 °C für mindestens fünf Tage und mindestens vier der folgenden fünf Symptome:

  • Rote Augen ohne eitrigen Ausfluss
  • Gerötete, trockene, rissige Lippen und eine sogenannte „Erdbeerzunge“
  • Schwellung, Rötung oder dunkelviolette Verfärbung sowie später Abschälen der Haut an Händen und Füßen
  • Ein fleckiger, roter bis rötlich-brauner Ausschlag am Rumpf
  • Geschwollene, druckschmerzhafte Lymphknoten am Hals

Starke Reizbarkeit wird häufig als sechstes Symptom betrachtet, auf das Ärztinnen und Ärzte achten. Wenn Kinder sich nur sehr schwer beruhigen lassen – selbst durch Trinken, Körperkontakt oder Ablenkung – kann dies im Zusammenhang mit den oben genannten Symptomen ein Hinweis auf das Kawasaki-Syndrom sein.

Bei Kindern unter 6 Monaten kann auch nur anhaltendes Fieber auftreten, oder es zeigen sich lediglich ein oder zwei der typischen Symptome. Gleichzeitig ist wichtig zu wissen: Fieber bei Kindern hat viel häufiger andere Ursachen als das Kawasaki-Syndrom. Nicht jedes Fieber bedeutet also, dass ein Kind am Kawasaki-Syndrom erkrankt ist.

Warum ist eine rasche Behandlung so wichtig?

Die Entzündung, die das Kawasaki-Syndrom kennzeichnet, kann besonders gefährlich sein, wenn sie die Blutgefäße am Herzen betrifft. Tatsächlich ist das Kawasaki-Syndrom die häufigste Ursache für eine erworbene Erkrankung der Herzkranzgefäße bei Kindern. Eine frühzeitige Behandlung reduziert dieses Risiko erheblich.

Ohne Behandlung können Herzprobleme entstehen, meist 1 bis 4 Wochen nach Beginn der Erkrankung. Einige Kinder entwickeln die schwerwiegendste Komplikation: eine Ausbuchtung der Wand einer Herzkranzarterie (Koronararterienaneurysma). Diese Aneurysmen können reißen oder zur Bildung eines Blutgerinnsels führen, was einen Herzinfarkt und plötzlichen Tod verursachen kann. Die Behandlung senkt das Risiko für Herzkomplikationen deutlich.

Standard ist die Gabe von intravenösen Immunglobulinen. Oft bessern sich die Beschwerden und das Fieber sinkt bereits nach einer einzigen Infusion. Zusätzlich konzentrieren sich Ärztinnen und Ärzte darauf, Fieber und andere Symptome zu behandeln und der Entstehung von Koronararterienaneurysmen vorzubeugen.

Wann sollte ich eine Ärztin oder einen Arzt kontaktieren?

Wenn ein Kind Fieber hat, ist grundsätzlich Aufmerksamkeit geboten. Hält das Fieber fünf Tage an, sollte als nächster Schritt die Kinderärztin oder der Kinderarzt kontaktiert werden. Zu diesem Zeitpunkt ist eine Virusinfektion zwar weiterhin die wahrscheinlichere Ursache (das Kawasaki-Syndrom ist selten und zeigt meist zusätzliche typische Symptome). Nach fünf Tagen Fieber wird jedoch in den meisten Fällen empfohlen, das Kind ärztlich untersuchen zu lassen. Kinderärztinnen und Kinderärzte sind in der Regel gut mit dem Kawasaki-Syndrom vertraut. Sie wissen, worauf zu achten ist, und können die nächsten sinnvollen Schritte empfehlen.

Weitere Informationen zum Kawasaki-Syndrom finden Sie auf der Manuals-Seite.