Bei einer Thoraxdrainage (auch als Thorakoskopie bezeichnet) wird ein Schlauch in den Bereich zwischen der Lunge und der Brustwand eingeführt (dem Pleuraraum).
Damit wird bei einer kollabierten Lunge (Pneumothorax) Luft aus dem Bereich abgelassen. Manchmal wird hier auch Flüssigkeit oder Blut aus dem Pleuraraum (sogenannter Pleuraerguss bzw. Hämothorax) abgeleitet, insbesondere, wenn die Flüssigkeit sich fortwährend darin ansammelt, sodass nicht alles auf einmal abgeleitet werden kann. In manchen Situationen wird im Notfall als lebensrettende Maßnahme ein Röhrchen in den Brustkorb eingesetzt.
Eine Thoraxdrainage wird eingeführt, wenn die Person wach ist, allerdings wird manchmal ein Beruhigungsmittel verabreicht. Nachdem die Stelle zwischen zwei Rippen betäubt wurde, wird ein kleiner Einschnitt gemacht und der Schlauch eingeführt. Dieser ist mit einem Sauger verbunden. Anschließend wird die Lage meist durch eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs bestätigt.
Schwere Komplikationen sind selten. Dazu können Schmerzen im Brustkorb, ein Einstich in Lunge oder Zwerchfell (die kuppelförmige Muskelplatte, welche die Brusthöhle vom Bauchraum trennt), Ansammlung von Luft unter der Haut sowie eine Infektion gehören. Wenn eine große Flüssigkeitsmenge, die wochen- oder monatelang vorhanden war, schnell entfernt wird, kann sich Flüssigkeit in der Lunge selbst ansammeln (Lungenödem). Gelegentlich muss der Schlauch ausgetauscht werden, da er einen Knick hat, verschoben ist oder durch ein Blutgerinnsel verstopft wird.
(Siehe auch Krankengeschichte und körperliche Untersuchung auf Lungenerkrankungen.)
