Das Rückenmark

Vollständige Überprüfung: Feb. 2026 VonThe Manual's Editorial Staff
Letzte Aktualisierung: Feb. 2026
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Was ist das Rückenmark?

Aufbau des Rückgrats

Das Rückgrat besteht aus einer Säule von Knochen, die man Wirbelknochen nennt (Wirbelsäule). Die Wirbel schützen das Rückenmark, einen langgezogenen, empfindlichen Strang im Wirbelkanal, der im Zentrum der Wirbelsäule verläuft. Zwischen den Wirbeln liegen Scheiben aus Knorpel (Bandscheiben), die als Abfederungspuffer des Rückgrats dienen und ihm eine gewisse Flexibilität verleihen.

Wie das Gehirn ist auch das Rückenmark von 3 Gewebeschichten (den Rückenmarkshäuten, Meninges medullae spinalis) umhüllt.

Spinalnerven: Dem Rückenmark entspringen zwischen den Wirbeln 31 Spinalnervenpaare. Jeder Nerv teilt sich in 2 kurze Äste (Wurzeln):

  • In die motorische (anteriore) Vorderwurzel des Rückenmarks

  • In die sensorische (Posteriore) Hinterwurzel des Rückenmarks

Die motorischen Wurzeln leiten Befehle von Gehirn und Rückenmark insbesondere zur Skelettmuskulatur, um die Bewegung zu kontrollieren.

Die sensorischen Wurzeln übermitteln sensorische Informationen (zu Schmerzen, Temperatur, Vibration, Position der Gliedmaßen und leichten Berührungen) aus anderen Körperregionen an das Gehirn.

Cauda equina: Das Rückenmark endet zwar nach etwa drei Vierteln der Wirbelsäule, ein Nervenbündel läuft jedoch über das Rückenmark hinaus. Dieses Nervenfaserbündel heißt Cauda equina (lat. Pferdeschwanz), da es einem Pferdeschwanz ähnelt. Die Cauda equina überträgt sowohl motorische als auch sensorische Nervenimpulse zu und von den Beinen.

Das Rückenmark ist ein langer Schlauch aus Nerven, der vom Gehirn durch den hohlen Kanal der Wirbelsäule entlang des Rückens verläuft.

  • Das Rückenmark ist wie ein dickes elektrisches Kabel, das Nachrichten zwischen dem Gehirn und Ihrem Körper austauscht.

  • Wie der Schädel Ihr Gehirn schützt, so schützt Ihre Wirbelsäule das sehr empfindliche Rückenmark.

  • Das Rückenmark überträgt Signale aus dem Gehirn, die dem Körper mitteilen, was er zu tun hat, wie zum Beispiel die Arme oder Beine zu bewegen.

  • Das Rückenmark überträgt aber auch Signale von Ihrem Körper zum Gehirn, wie z. B. wenn Sie etwas berühren oder wo Sie Schmerzen haben.

  • Reflexe (z. B. die Hand vom heißen Herd wegziehen) geschehen im Rückenmark, ohne dass das Gehirn involviert ist.

  • Wenn das Rückenmark geschädigt ist, verlieren Sie in der Regel die Fähigkeit, einen Teil Ihres Körpers zu bewegen oder zu spüren.

Wie funktioniert das Rückenmark?

Nervenzellen im Gehirn senden Signale über das Rückenmark aus. Andere Nerven im Rückenmark empfangen diese Signale und senden sie durch einen der Spinalnerven in den Körper weiter.

Nervenzellen im Rückenmark haben Nervenfasern, die sich über den ganzen Körper verteilen und mit sensorischen Rezeptoren verbunden sind. So befinden sich beispielsweise sensorische Rezeptoren für Berührungen und Schmerz in Ihrer Haut. Alles, was diese Rezeptoren reizt, wie etwa ein Nadelstich, sendet ein Signal über die Nervenfasern an das Rückenmark. Andere Nervenzellen im Rückenmark übermitteln das Signal an das Gehirn, wo Sie die Schmerzen spüren.

Was sind Spinalnerven?

Die Spinalnerven sind mittelgroße Nerven, die das Rückenmark mit kleineren Nerven verbinden, die in verschiedene Bereiche des Körpers führen. Es gibt 31 Spinalnervenpaare, die aus dem Rückenmark durch die Zwischenräume zwischen den Wirbeln verlaufen.

Alle Spinalnerven führen von einem bestimmten Bereich des Rückenmarks zu einem bestimmten Körperbereich. Wenn Sie beispielsweise Ihre Haut an einer bestimmten Stelle berühren, spüren Sie dies aufgrund der Botschaft, die von einem bestimmten Spinalnerv an das Gehirn gesendet wird.

Typischer Aufbau einer Nervenzelle

Eine Nervenzelle (Neuron) besteht aus einem großen Zellkörper und Nervenfasern – einer ausgedehnten Verlängerung (Axon), um Impulse auszusenden, und normalerweise mehreren Abzweigungen (Dendriten), um Impulse zu empfangen. Die Impulse des Axons der einen Nervenzelle durchqueren eine Synapse (Kontaktstelle zwischen 2 Nervenzellen) zum Dendriten der anderen Zelle.

Jedes lange Axon ist im Gehirn und im Rückenmark von Oligodendrozyten und im peripheren Nervensystem von Schwann-Zellen (oder Lemnozyten) umgeben. Die Membranen dieser Zellen bestehen aus einer Fett-Eiweiß-Verbindung (Lipoprotein), dem Myelin. Die Membranen sind fest um das Axon gewickelt und bilden eine vielschichtige Hülle. Dieser Myelinmantel (Myelinscheide) funktioniert ähnlich wie die Isolierung eines elektrischen Kabels. Nervenimpulse wandern in von einer Myelinscheide umhüllten Nerven viel schneller als in solchen ohne.

Welche Probleme können im Rückenmark auftreten?

Vielerlei Probleme können sich auf Ihr Rückenmark auswirken:

  • Verletzungen

  • Eine Krebserkrankung, die sich auf die Wirbelsäule ausgebreitet hat, kann auf das Rückenmark drücken und es schädigen

  • Verlust von Nervenzellen im Rückenmark durch Erkrankungen wie Multiple Sklerose oder durch eine Durchblutungsstörung

Wenn Nervenzellen im Rückenmark absterben, wachsen sie nicht wieder nach. Daher ist eine Rückenmarkschädigung in der Regel nicht umkehrbar.

Wenn das Rückenmark beschädigt ist, hängen die Symptome davon ab, wo die Schädigung aufgetreten ist. Wenn das Rückenmark zum Beispiel im Lendenwirbelbereich beschädigt ist, können Sie Bewegungen und Empfindungen in den Beinen verlieren, aber immer noch Ihre Arme bewegen. Wenn das Rückenmark jedoch im Hals beschädigt ist, können sowohl die Arme als auch die Beine betroffen sein. Wenn das Rückenmark ganz oben im Nacken beschädigt ist, kann es sein, dass die Atmung nicht mehr richtig funktioniert. Sie können unabhängig davon, wo das Rückenmark beschädigt ist, die Kontrolle über Blase und Darm verlieren und sexuelle Funktionsstörungen erleiden.

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