Parakokzidioidomykose

VonPaschalis Vergidis, MD, MSc, Mayo Clinic College of Medicine & Science
Überprüft vonChristina A. Muzny, MD, MSPH, Division of Infectious Diseases, University of Alabama at Birmingham
Überprüft/überarbeitet Geändert Nov. 2025
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Parakokzidioidomykose ist eine Infektion, die vom Pilz Paracoccidioides brasiliensis verursacht wird.

  • Die Infektion entwickelt sich in der Regel nach dem Einatmen der vom Pilz gebildeten Sporen.

  • Die meisten Betroffenen weisen keine Symptome auf, aber wenn es zu Symptomen kommt, treten diese in der Regel erst Jahre nach dem Einatmen des Pilzes auf.

  • Parakokzidioidomykose verursacht in der Regel Husten, Fieber, Kurzatmigkeit und Atemschwierigkeiten, kann aber auch wunde Stellen an Haut und Mund, geschwollene Lymphknoten und manchmal Bauchschmerzen hervorrufen.

  • Ärzte diagnostizieren diese Infektion, indem sie den Pilz in Gewebeproben identifizieren.

  • Die Parakokzidioidomykose wird normalerweise mit dem Antimykotikum Itraconazol und manchmal mit anderen Medikamenten behandelt.

(Siehe auch Übersicht über Pilzinfektionen.)

Parakokzidioidomykose wird durch das Einatmen von Pilzsporen verursacht. Diese Sporen wurden nur in Teilen Süd- und Mittelamerikas in der Erde gefunden. Parakokzidioidomykose tritt häufiger bei Männern im Alter von 40 bis 50 Jahren auf, insbesondere bei landwirtschaftlichen Arbeitern in ländlichen Gebieten Brasiliens.

Parakokzidioidomykose betrifft normalerweise die Lunge, die Haut, den Mund, den Rachen und die Lymphknoten, manchmal jedoch auch Leber oder Milz.

Parakokzidioidomykose befällt üblicherweise Menschen mit gesundem Immunsystem. Sie kommt bisweilen aber auch bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem vor, weil sie an einer anderen Erkrankung leiden oder Medikamente nehmen, die das Immunsystem unterdrücken, wie Steroiden (manchmal auch als Glukokortikoide oder Kortikosteroide bezeichnet).

Symptome einer Parakokzidioidomykose

Bei den meisten Menschen, die Sporen einatmen, entwickelt sich eine Infektion, die keine Symptome hervorruft.

Wenn Symptome auftreten, dann entwickeln sich diese gewöhnlich erst mehrere Monate oder Jahre nach dem ersten Kontakt. Manchmal dauern die Symptome lange an, die Infektion ist jedoch nur selten tödlich.

Die Symptome ähneln denen einer Lungenentzündung. Die Betroffenen haben Husten, Fieber, Kurzatmigkeit und Atembeschwerden. Diese Symptome können von selbst verschwinden.

Die Infektion kann sich von der Lunge auf andere Teile des Körpers ausbreiten.

Im Mund und auf der Haut können sich schmerzhafte Geschwüre (Ulzera) entwickeln, am häufigsten im Gesicht, insbesondere um Nase und Mund, einschließlich Zunge, Rachen und Zahnfleisch.

Infizierte Lymphknoten schwellen an und können Eiter ablassen, der dabei durch die Haut brechen kann, aber nur leichte Schmerzen verursacht. Die am häufigsten infizierten Lymphknoten sind normalerweise die im Hals und unter den Armen.

Leber und Milz sowie die Lymphknoten im Bauchraum können sich vergrößern und manchmal Bauchschmerzen verursachen.

Bei manchen Menschen mit Parakokzidioidomykose kommt es zu einer chronischen Lungenerkrankung, die eine Vernarbung (Fibrose), Bläschen und großräumige Schäden in der Lunge (Emphysem) hervorruft.

Wenn es bei Menschen unter 30 Jahren oder Personen mit einer HIV-Infektion oder fortgeschrittenen HIV-Infektion (auch als AIDS bezeichnet) zu einer Parakokzidioidomykose kommt, ist die Infektion aggressiver. Sie breitet sich weit aus und umfasst das Knochenmark und andere Organe. Die Betroffenen sind fiebrig und verlieren an Gewicht. Lymphknoten, Leber und Milz vergrößern sich.

Diagnose einer Parakokzidioidomykose

  • Untersuchung und Anlegen einer Kultur mit Proben des infizierten Gewebes

  • Bluttests

Die Diagnose der Parakokzidioidomykose stützt sich auf die Symptome der betroffenen Person und den Befund der körperlichen Untersuchung.

Um eine Parakokzidioidomykose zu diagnostizieren, entnimmt ein Arzt Gewebeproben zur mikroskopischen Untersuchung und zur Kultivierung.

Ärzte können auch Bluttests durchführen, um die Diagnose einer Parakokzidioidomykose zu unterstützen.

Behandlung von Parakokzidioidomykose

  • Itraconazol

Die erste Wahl der Behandlung bei Parakokzidioidomykose ist die Gabe des oralen Antimykotikums Itraconazol.

Amphotericin B, ein weiteres Antimykotikum, ist ebenfalls wirksam und wird häufig in sehr schweren Fällen eingesetzt.

Sulfamethoxazol/Trimethoprim ist ein Antibiotikum. Es kann das Wachstum von Parakokzidioiden hemmen und dabei helfen, einige wunde Stellen zu heilen. Dieses Medikament muss eventuell über einen längeren Zeitraum eingenommen werden.

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