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West-Nil-Virusinfektion

Von

Thomas M. Yuill

, PhD, University of Wisconsin-Madison

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Mai 2020| Inhalt zuletzt geändert Mai 2020
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Die West-Nil-Virusinfektion ist eine Viruserkrankung, die sich vor allem von Stechmücken auf Menschen ausbreitet. Die meisten Betroffenen haben leichte oder gar keine Symptome, aber bei manchen Menschen entwickelt sich eine schwere Infektion, die das zentrale Nervensystem betrifft.

  • Die West-Nil-Virusinfektion kommt in den zusammenhängenden Vereinigten Staaten, in Südkanada, Mexiko, Südamerika und auf den karibischen Inseln sowie in Afrika, im Nahen Osten, in Südeuropa, in der ehemaligen Sowjetunion sowie in Indien und Indonesien vor. Ein eng verwandtes Virus, das Kunjin-Virus, kommt in Australien vor.

  • Sofern Symptome auftreten, variieren sie in der Schwere, können aber Fieber, Kopfschmerzen, Körperschmerzen, Gelenkschmerzen, Erbrechen, Durchfall oder Ausschlag umfassen.

  • In seltenen Fällen kommt es zu einer schweren, manchmal tödlichen Infektion, die das zentrale Nervensystem betrifft.

  • Zur Diagnose einer Infektion mit dem West-Nil-Virus führen Ärzte eine Spinalpunktion oder Bluttests durch, um Antikörper gegen das Virus zu suchen.

  • Es gibt keine Impfung, die eine Infektion mit dem West-Nil-Virus bei Menschen verhindern kann, aber das Risiko einer Übertragung kann reduziert werden, indem Schritte ergriffen werden, um Mückenstiche zu vermeiden.

  • Die meisten Menschen mit einer West-Nil-Virusinfektion brauchen keine Behandlung, aber diejenigen, bei denen sich Infektionen im Gehirn oder Rückenmark entwickeln, benötigen eine enge Überwachung und unterstützende Behandlung wie z. B. eine mechanische Beatmung.

Das West-Nil-Virus ist in vielen Vogelarten vorhanden. Mücken infizieren sich, wenn sie infizierte Vögel stechen. Infizierte Mücken verbreiten das West-Nil-Virus dann auf Menschen und andere Tiere, indem sie diese stechen. In sehr wenigen Fällen hat sich das West-Nil-Virus durch Bluttransfusionen und Organtransplantationen sowie während Schwangerschaft, Entbindung oder beim Stillen von einer Mutter auf ihr Baby übertragen.

Symptome

Die meisten Menschen mit einer West-Nil-Virusinfektion (4 von 5) haben keine Symptome. Bei etwa 1 von 5 Betroffenen entwickelt sich Fieber zusammen mit anderen Symptomen wie Kopfschmerzen, Körperschmerzen, Gelenkschmerzen, Erbrechen, Durchfall oder Ausschlag.

Bei etwa 1 von 150 Betroffenen entwickelt sich eine schwere Erkrankung des zentralen Nervensystems u. a. Enzephalitis (eine Gehirnentzündung), Meningitis (eine Infektion des Gewebes, welches das Gehirn und das Rückenmark umgibt) oder Schwäche und Lähmung. Zu den Symptomen einer Infektion des zentralen Nervensystems zählen hohes Fieber, Kopfschmerzen, ein steifer Nacken, Stupor, Orientierungslosigkeit, Koma, Zittern, Muskelschwäche, Sehverlust, Taubheitsgefühl und Lähmung. Bei älteren Menschen sowie Menschen mit bestimmten chronischen Erkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck entwickelt sich eher eine schwere Erkrankung. Etwa 1 von 10 Personen mit einer schweren Beteiligung des zentralen Nervensystems stirbt daran.

Die meisten Menschen mit typischen Symptomen erholen sich vollständig, aber Müdigkeit und Schwäche können Wochen oder Monate anhalten. Menschen, deren zentrales Nervensystem betroffen war, leiden häufig unter langfristigen Beeinträchtigungen von Gehirn und Nerven.

Diagnose

  • Bluttests

  • Spinalpunktion

Eine Infektion mit dem West-Nil-Virus wird bei Personen vermutet, die typische Symptome aufweisen (insbesondere bei Hinweisen auf Meningitis oder eine Infektion des Gehirns).

Zur Diagnose einer West-Nil-Virusinfektion können Ärzte Bluttests auf virusspezifische Antikörper durchführen. (Antikörper sind Proteine, die vom Immunsystem produziert werden, um den Körper gegen einen bestimmten Angriff zu schützen.)

Wenn die Betroffenen Symptome einer Meningitis (Hirnhautentzündung) aufweisen, wird eine Spinalpunktion (Lumbalpunktion) durchgeführt, um eine Probe der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit zu entnehmen. (Die Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit ist die Flüssigkeit, die durch das Gewebe fließt, welches das Gehirn und das Rückenmark bedeckt.) Eine Probe der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit wird zur Untersuchung auf spezifische Antikörper gegen das West-Nil-Virus an ein Labor geschickt.

Ärzte können die Reverse-Transkriptase-Polymerase-Kettenreaktion (RT-PCR) verwenden, um viele Kopien des Erbguts des Virus zu erstellen. Mit dieser Technik können die Ärzte das Virus schnell und genau identifizieren.

Vorbeugung

Es gibt keinen Impfstoff, um eine Infektion mit dem West-Nil-Virus bei Menschen zu verhindern. Für Pferde gibt es einen Impfstoff.

Die Vermeidung von Mückenstichen ist ausschlaggebend, um eine Infektion mit dem West-Nil-Virus zu verhindern. Zur Vorbeugung von Mückenstichen sollten folgende Maßnahmen getroffen werden:

  • Langärmelige Hemden und lange Hosen tragen

  • Sich an Orten mit Klimaanlage oder mit Fliegengittern an den Fenstern und Türen aufhalten, wodurch Mücken ferngehalten werden.

  • Unter einem Moskitonetz schlafen, wenn Fliegengitter oder Klimaanlage nicht ausreichen.

  • Starke Insektenabwehrmittel, die z. B. DEET (Diethyltoluamid) oder andere zugelassene Wirkstoffe enthalten, auf der Haut anwenden.

  • Kleidung und Ausrüstung mit permethrinhaltigem Insektengift behandeln (nicht direkt auf die Haut auftragen).

Für Kinder werden die folgenden Maßnahmen empfohlen:

  • Bei Kindern unter 2 Monaten kein Insektenabwehrmittel anwenden

  • Bei Kindern unter 3 Jahren keine Produkte anwenden, die Zitroneneukalyptus-Öl (Para-Menthan-Diol) enthalten

  • Bei älteren Kindern sollten die Erwachsenen sich das Abwehrmittel auf die eigenen Hände sprühen und dann auf die Haut des Kindes auftragen

  • Kindern Kleidung anziehen, die ihre Arme und Beine bedeckt, oder Wiege, Kinderwagen oder Babytrage mit einem Moskitonetz bedecken

  • Insektenabwehrmittel nicht auf Hände, Augen oder Mund sowie auf Hautreizungen oder Verletzungen auftragen.

Behandlung

  • Unterstützende Versorgung

Für die West-Nil-Virusinfektion existiert keine spezifische Behandlung. Die Behandlung von Infektionen mit dem West-Nil-Virus ist unterstützender Art. Hierzu zählt Folgendes:

  • Ruhe

  • Flüssigkeit, um eine Dehydratation zu verhindern

  • Paracetamol zur Senkung des Fiebers und zur Linderung der Schmerzen

Medizinische Fachkräfte überwachen Menschen, deren zentrales Nervensystem betroffen ist, eng und beatmen sie bei Bedarf künstlich.

Weitere Informationen

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