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Paroxysmale supraventrikuläre Tachykardie (SVT, PSVT)

Von

L. Brent Mitchell

, MD, Libin Cardiovascular Institute of Alberta, University of Calgary

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Jul 2019| Inhalt zuletzt geändert Jul 2019
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Kurzinformationen
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Bei der „paroxysmalen supraventrikulären Tachykardie“ schlägt das Herz regelmäßig und zu schnell (160 bis 220 Schläge pro Minute). Diese Störung beginnt plötzlich und hört ebenso plötzlich wieder auf. Sie entsteht im Herzgewebe außerhalb der Ventrikel.

  • Bei den meisten Menschen kommt es zu einem unangenehmen Bewusstsein des Herzschlags (Palpitationen), Kurzatmigkeit und Brustschmerzen.

  • Die Anfälle können oft beendet werden, indem der Vagusnerv stimuliert und damit die Herzfrequenz herabgesetzt wird.

  • Manchmal wird ein Anfall auch medikamentös beendet.

Die paroxysmale supraventrikuläre Tachykardie kommt am häufigsten bei jungen Menschen vor und ist eher unangenehm als gefährlich. Sie kann beispielsweise auftreten, wenn anstrengender Sport getrieben wird.

Die paroxysmale supraventrikuläre Tachykardie kann durch einen vorzeitigen Herzschlag ausgelöst werden, der bei schneller Herzfrequenz immer wieder auftritt und das Herz antreibt. Diese wiederholte schnelle Aktivierung kann durch mehrere Anomalien entstehen. Beispielsweise kann es zwei Reizleitungsbahnen im Atrioventrikularknoten geben (eine Herzrhythmusstörung, die als supraventrikuläre „AV-Knoten-Reentry-Tachykardie“ bezeichnet wird). Es kann auch die Erregungsleitung zwischen den Vorhöfen und den Ventrikeln gestört sein (supraventrikuläre AV-Reentry-Tachykardie). Viel seltener geben die Vorhöfe falsche, schnelle oder kreisende Impulse ab (echte paroxysmale Vorhoftachykardie).

Die schnelle Herzfrequenz beginnt und endet meist plötzlich und kann von wenigen Minuten bis zu vielen Stunden andauern. Dies wird fast immer als unangenehmes Herzklopfen oder -rasen (Palpitationen) wahrgenommen. Oft wird sie von anderen Symptomen begleitet, wie Schwäche, Benommenheit, Kurzatmigkeit und Brustschmerzen. Gewöhnlich ist das Herz insgesamt ansonsten gesund.

Der Arzt bestätigt die Diagnose mit einer Elektrokardiographie (EKG).

Behandlung

  • Maßnahmen und Medikamente zur Verlangsamung der Herzfrequenz und Wiederherstellung eines normalen Herzrhythmus.

  • Manchmal Radiofrequenzablation

Die Anfälle können oft durch eine von verschiedenen Maßnahmen beendet werden, indem der Vagusnerv stimuliert und damit die Herzfrequenz herabgesetzt wird. Diese Maßnahmen werden gewöhnlich vom Arzt durchgeführt oder beaufsichtigt. Menschen mit wiederholten Arrhythmien lernen jedoch oftmals, bestimmte Maßnahmen selbst zu ergreifen. Zu den Übungen zählen

  • Anspannen, als hätte man Schwierigkeiten beim Stuhlgang

  • Den Hals direkt unter dem Kieferwinkel massieren (dies stimuliert einen sensiblen Bereich der Halsschlagader, der „Karotissinus“ genannt wird).

  • Das Gesicht in kaltes Wasser tauchen.

Diese Maßnahmen sind kurz nach dem Beginn der Arrhythmien besonders wirksam.

Helfen diese Maßnahmen nicht, verursachen die Arrhythmien schlimme Beschwerden oder dauert der Anfall länger als 20 Minuten, sollten sich die Betroffenen in ärztliche Behandlung begeben, um den Anfall zu beenden. Der Arzt kann die Arrhythmie in der Regel sofort stoppen, indem er ein Medikament intravenös spritzt, gewöhnlich Adenosin oder Verapamil. In seltenen Fällen, wenn Medikamente nicht anschlagen, kann eine Kardioversion (ein Stromschlag auf das Herz) notwendig sein.

Die Vorbeugung ist schwieriger als die Behandlung. Bei häufigen oder sehr unangenehmen Anfällen wird gewöhnlich eine Katheterablation empfohlen. Bei diesem Verfahren wird ein Herzkatheter mit einer Elektrode an der Spitze, die Energie einer bestimmten Frequenz liefert oder kalt ist, in das Herz geführt. Diese Energie oder die Kälte zerstört das Gewebe, in dem die paroxysmale supraventrikuläre Tachykardie entsteht.

Wenn eine Katheterablation nicht infrage kommt, kann fast jedes Antiarrhythmikum helfen. Zu den häufig verordneten Medikamenten gehören Betablocker, Digoxin, Diltiazem, Verapamil, Propafenon und Flecainid (siehe Tabelle Medikamente bei Herzrhythmusstörungen (Auswahl)).

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