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Arteriovenöse Fistel

(AV Fistula)

Von

James D. Douketis

, MD, McMaster University

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Okt 2019| Inhalt zuletzt geändert Okt 2019
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Quellen zum Thema

Eine arteriovenöse Fistel ist eine Kurzschlussverbindung zwischen einer Arterie und einer Vene.

  • In seltenen Fällen kann eine große Fistel so viel Blut abzapfen, dass es zu Symptomen von Durchblutungsstörungen im betroffenen Arm oder Bein kommt (Anzapfphänomen oder Steal-Syndrom).

  • Wenn Ärzte auch das charakteristische Geräusch des Blutflusses durch eine Fistel mithilfe eines Stethoskops manchmal hören können, sind oft bildgebende Verfahren nötig.

  • Fisteln können mittels Lasertherapie herausgeschnitten oder zerstört werden; manchmal werden auch Stoffe in sie injiziert, um den Blutfluss zu blockieren.

Normalerweise fließt das Blut aus den Arterien in die Kapillaren und dann in die Venen. Bei einer arteriovenösen Fistel fließt es unter Umgehung der Kapillaren direkt aus einer Arterie in eine Vene. Arteriovenöse Fisteln können

  • kongenital sein, das heißt, die Person war damit geboren.

  • erworben sein, das heißt, die Fisteln haben sich nach der Geburt entwickelt.

Angeborene arteriovenöse Fisteln sind selten.

Erworbene können durch eine Verletzung entstehen, die eine Arterie und eine benachbarte Vene gleichzeitig schädigt. Typischerweise handelt es sich um eine Verletzung durch ein Messer oder eine Kugel. Die Fistel kann sich sofort oder innerhalb von Stunden entwickeln. Wenn Blut in das umgebende Gewebe austritt, kann der Bereich schnell anschwellen.

Absichtliche Erstellung von arteriovenösen Fisteln für medizinische Behandlungen

Einige Behandlungsmethoden, wie die Dialyse, erfordern jedes Mal einen Stich in eine Vene. Bei wiederholten Stichen entzündet sich die Vene, und es können Gerinnsel entstehen. Mit der Zeit kann sich Narbengewebe bilden und die Vene zerstören. Um das zu verhindern, kann der Arzt absichtlich eine arteriovenöse Fistel erzeugen, gewöhnlich zwischen einer Vene und einer angrenzenden Arterie im Arm. Dadurch weitet sich die Vene, was das Anlegen der Nadel erleichtert und den Blutfluss beschleunigt. Da das Blut schneller fließt, gerinnt es nicht so leicht. Anders als große arteriovenöse Fisteln führen kleine, absichtlich erzeugte Fisteln nicht zu Herzproblemen und können jederzeit geschlossen werden.

Symptome

Wenn angeborene arteriovenöse Fisteln dicht unter der Hautoberfläche liegen, können sie geschwollen und rötlichblau erscheinen. An auffälligen Stellen wie dem Gesicht können sie purpurn und unschön aussehen.

Wird eine große erworbene arteriovenöse Fistel nicht behandelt, fließt viel Blut unter hohem Druck aus der Arterie in das Venengeflecht. Die Venenwände können diesem Druck nicht standhalten, dehnen sich und beulen sich aus (manchmal ähnlich wie bei Krampfadern). In die erweiterten Venen fließt das Blut leichter als bei normalem Verlauf durch die Arterien. In der Folge fällt der Blutdruck, was manchmal zu Müdigkeit, Benommenheit oder in seltenen Fällen, zu Ohnmacht führen kann.

Um den verminderten Blutdruck auszugleichen, pumpt das Herz kraftvoller und schneller, was die Auswurffraktion des Blutes erhöht. Mit der Zeit überfordern die zusätzlichen Anstrengungen das Herz, und es kommt zu einer Herzinsuffizienz. Je größer die Fistel ist, umso schneller kann es zu einer Herzinsuffizienz kommen, was zu Kurzatmigkeit und Anschwellen der Beine führt.

In seltenen Fällen kann eine große Fistel so viel Blut vom betroffenen Arm oder Bein abzapfen (Anzapfphänomen oder Steal-Syndrom), dass sich Taubheit, Schmerzen und Krämpfen, Blauverfärbung und in schweren Fällen Hautentzündungen bilden.

Diagnose

  • Bildgebungsverfahren, in der Regel Ultraschall

Mit einem Stethoskop kann der Arzt über einer erworbenen arteriovenösen Fistel ein charakteristisches „Hin- und her“-Geräusch wie das von einer laufenden Maschine hören. Das wird als Maschinengeräusch bezeichnet.

Mittels Doppler-Sonografie wird die Diagnose bestätigt und das Ausmaß des Problems bestimmt. Bei Fisteln zwischen tiefer sitzenden Blutgefäßen (wie der Aorta und der großen Hohlvene) ist die Magnetresonanztomografie (MRT) hilfreicher. Wenn eine Fistel solche Probleme bereitet, dass sie behandelt werden muss, kann eine Angiografie vorgenommen werden, bei der ein flüssiges Kontrastmittel in das Blutgefäß gespritzt wird. Das Kontrastmittel (das manchmal falsch als „Färbemittel“ bezeichnet wird) hilft, die Fistel auf den Röntgenbildern deutlich darzustellen, damit Ärzte die beste Behandlungsoption auswählen können.

Behandlung

  • Bei kongenitalen Fisteln, eine endovaskuläre Behandlung

  • Bei erworbenen Fisteln, eine Operation

Kongenitale arteriovenöse Fisteln müssen in der Regel nur dann behandelt werden, wenn sie Symptome verursachen. Bei Bedarf können Ärzte mit einem endovaskulären Verfahren die abnormale Verbindung zwischen der Arterie und der Vene blockieren. Dieses Verfahren wird mit einem kleinen flexiblen Schlauch (Katheter) durchgeführt, mit dem Spulen oder Pfropfen in die abnorme Verbindung gespritzt werden. Dieses Verfahren muss von einem fachkundigen Gefäßchirurgen durchgeführt werden, da die Fisteln manchmal umfangreicher sind als sie an der Hautoberfläche erscheinen. Arteriovenöse Fisteln in der Nähe von Augen, Gehirn oder anderen wichtigen Strukturen können besonders schwierig zu behandeln sein.

Erworbene arteriovenöse Fisteln haben in der Regel eine große Verbindung, die nach der Diagnose so bald wie möglich operativ behoben werden kann. Der Operateur schneidet die Verbindung auf und näht die Löcher in der Arterie und Vene dann wieder zu.

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