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Muttermale

(Melanocytic Nevi)

Von

Denise M. Aaron

, MD, Dartmouth-Hitchcock Medical Center

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Sep 2020| Inhalt zuletzt geändert Sep 2020
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Kurzinformationen
Quellen zum Thema

Muttermale sind für gewöhnlich dunkle Hautwucherungen, die sich aus den pigmentproduzierenden Zellen der Haut (Melanozyten) entwickeln.

  • Viele Menschen haben einige Muttermale, aber die Neigung atypische Male zu entwickeln kann mitunter erblich bedingt sein.

  • Muttermale und atypische Muttermale, die eine deutliche Veränderung aufweisen, sollten mittels einer Biopsie untersucht werden, um ein Melanom auszuschließen.

  • Die meisten nicht kanzerösen (gutartigen) Muttermale bedürfen keiner Behandlung, aber störende oder aus kosmetischen Gründen unerwünschte Muttermale können unter örtlicher Betäubung mit einem Skalpell entfernt werden.

Muttermale können von unterschiedlicher Größe sein. Diese variiert von kleinen Punkten bis zu 2,5 Zentimetern im Durchmesser. Normalerweise beträgt der Durchmesser weniger als einen Zentimeter, oftmals sogar weniger als 6 Millimeter. Fast jeder hat einige Muttermale, bei vielen ist deren Anzahl sehr groß. Personen mit mehr als 50 Muttermalen haben ein leicht erhöhtes Risiko für Melanome, d. h. kanzeröse (bösartige) Wucherungen von Melanozyten. Sie sollten sich selbst auf Veränderungen ihrer Muttermale hin beobachten (siehe ABCDE der Melanome) und diese außerdem regelmäßig von ihrem Hausarzt untersuchen lassen.

Muttermale (Nävi) können flach oder erhaben, glatt oder rau (warzenähnlich) sein, und es können Haare auf ihnen wachsen. In ihrer Färbung variieren sie von hautfarben, gelb, braun, blau-grau bis hin zu beinahe schwarz. Zu Beginn können sie rot sein, dunkeln aber oftmals später nach.

Muttermale

Sie entwickeln sich im Allgemeinen in der Kindheit oder Jugend, und bestehende Muttermale werden mit der Zeit größer (proportional zum Körperwachstum) und dunkler. Bei manchen Menschen hören die Muttermale ein Leben lang nicht auf, sich weiter zu entwickeln. Muttermale können überall am Körper auftreten. Sie reagieren auf Veränderungen der Hormonspiegel und werden während einer Schwangerschaft dunkler. Einmal entstandene Muttermale bleiben ein Leben lang erhalten. Mit der Zeit verlieren sie etwas an Pigmentierung, werden etwas erhabener und fleischiger. Bei hellhäutigen Menschen treten Muttermale bevorzugt auf sonnenexponierten Hautstellen auf.

Wussten Sie ...

  • Muttermale werden während einer Schwangerschaft dunkler.

Diagnose

  • Untersuchung der Haut

  • ABCDE der Melanome

  • Mitunter Biopsie

Muttermale können einfach an ihrem typischen Erscheinungsbild erkannt werden. Sie sind symmetrisch, rund oder oval und haben regelmäßige Konturen. Muttermale jucken und schmerzen nicht, und sie stellen auch keine Form von Krebs dar. Manche entwickeln sich jedoch zu Melanomen oder sehen diesen ähnlich. Tatsächlich entstehen viele Melanome aus Muttermalen, weshalb ein auch nur irgendwie verdächtig aussehendes Mal entfernt und mikroskopisch untersucht werden sollte (Biopsie).

Die folgenden Veränderungen eines Muttermals können Warnsignale für Melanome sein (Auch „ABCDE der Melanome“ genannt):

  • A: Asymmetrie – asymmetrisches Erscheinungsbild (d. h., eine Hälfte sieht anders aus als die andere)

  • B: Begrenzung – unregelmäßige Konturen (d. h., die Ränder sind unscharf oder gezackt anstatt klar definiert und glatt)

  • C: Color (Farbe) – Veränderung der Farbe eines bestehenden Muttermals oder eine Farbe, die bedeutend dunkler ist als die anderen Male einer Person.

  • D: Durchmesser – mehr als 6 Millimeter, etwa die Größe des Radiergummis eines Bleistifts.

  • E: Entwicklung – ein neues Muttermal bei einer Person über 30 Jahre oder ein sich veränderndes Muttermal

Wenn Muttermale schmerzhaft werden, jucken oder bluten, Hautschäden oder jegliche Anzeichen auf Melanome entwickeln, können Ärzte eine Biopsie durchführen. Wenn sich dabei herausstellt, dass ein Muttermal kanzerogen ist, kann ein zusätzlicher Eingriff notwendig sein, um die umgebende Haut zu entfernen.

Behandlung

  • Gelegentlich Entfernung

Die meisten Muttermale sind harmlos und müssen nicht entfernt werden. Je nach Aussehen und Sitz werden sie zum Teil sogar als Schönheitsfleck angesehen.

Gewöhnliche Muttermale, die unschön sind oder an Stellen sitzen, wo die Kleidung sie reizt, können bei örtlicher Betäubung mit einem Skalpell vom Arzt entfernt werden.

Atypische Muttermale

(Dysplastic Nevi; Atypical Nevi)

Atypische Muttermale sind nicht kanzeröse (gutartige) Muttermale, die im Vergleich zu normalen Muttermalen ein auffälliges Erscheinungsbild haben.

Personen mit atypischen Muttermalen haben ein erhöhtes Risiko, Melanome zu entwickeln, d. h. eine Krebserkrankung der pigmentproduzierenden Zellen der Haut, die als Melanozyten bezeichnet werden. Das Risiko, an einem Melanom zu erkranken, steigt mit zunehmender Anzahl an Muttermalen. Das Risiko ist auch bei Personen erhöht, die viel Zeit in der Sonne verbringen.

Die Tendenz, ein atypisches Muttermal zu entwickeln, kann erblich bedingt sein, wie beispielsweise beim familiären atypischen multiplen Muttermal- und Melanomsyndrom. Bei dieser Störung weisen zwei oder mehrere Verwandte ersten Grades (wie Eltern, Geschwister oder Kinder) viele atypische Muttermale und Melanome auf und das Risiko der Angehörigen, an einem Melanom zu erkranken, ist 25-fach erhöht.

Symptome

Atypische Muttermale sind tendenziell mehrfarbig, normalerweise in Braun- und Bronzetönen mit einem rosafarbenen Hintergrund. Sie sind asymmetrisch und haben unregelmäßige Formen und Konturen. Sie sind häufig größer als die meisten normalen Muttermale (mehr als 6 Millimeter breit). Atypische Muttermale treten am häufigsten auf sonnenexponierten Hautstellen auf, können aber auch in bedeckten Bereichen auftreten (auf dem Gesäß, den Brüsten oder der Kopfhaut).

Diagnose

  • Körperliche Untersuchung

  • Biopsie

Personen, in deren Familie bereits Melanome aufgetreten sind, sollten ihre Haut von einem Dermatologen (ein Arzt, der auf Hauterkrankungen spezialisiert ist) untersuchen lassen und sich über Anzeichen für Melanome informieren. Auch Personen, die bereits ein Melanom hatten, sollten ihre Haut regelmäßig von einem Dermatologen untersuchen lassen.

Einige Hautärzte untersuchen die Haut mithilfe eines Handinstruments (ein Verfahren, das Dermoskopie genannt wird), um Strukturen des Muttermals zu untersuchen, die mit dem bloßen Auge nicht zu sehen sind und auf die Wahrscheinlichkeit eines Melanoms hinweisen könnten.

Der Hautarzt kann einige atypische Muttermale entfernen und sie unter einem Mikroskop untersuchen (Biopsie).

Vorbeugung

  • Selbstuntersuchung

  • Fotographieren der Muttermale

  • Sonnenschutz

Personen mit atypischen Muttermalen sollten sich regelmäßig auf neue Muttermale und Veränderungen bereits vorhandener Muttermale hin untersuchen, die auf ein Melanom hindeuten könnten. Um derartige Veränderungen leichter überwachen zu können, können sie oder ihr Hautarzt im Laufe der Zeit Farbfotos aufnehmen. Atypische Muttermale, die eine Veränderung aufweisen, können manchmal entfernt werden.

Hautschäden, die durch ultraviolette (UV) Strahlung im Sonnenlicht hervorgerufen werden, sind Ursachen für Melanome; dabei sind insbesondere Sonnenbestrahlung und Sonnenbrände in der Freizeit ausschlaggebend. Um durch UV-Strahlung verursachte Schäden zu begrenzen, sollte man den Aufenthalt in der Sonne während der Mittagszeit (ca. 10 bis 16 Uhr) nach Möglichkeit meiden, Sonnenschutzkleidung tragen, ein Breitspektrum-Sonnenschutzmittel (eines, das Zinkoxid oder Titandioxid enthält) verwenden und es regelmäßig auffrischen. Personen, die ihren Aufenthalt in der Sonne stark einschränken, müssen möglicherweise Vitamin-D-Präparate anwenden.

Behandlung

  • Gelegentlich Entfernung

Personen mit atypischen Muttermalen oder einem neuen oder sich verändernden Muttermal sollten einen Hautarzt hinzuziehen, um zu prüfen, ob das Muttermal entfernt werden sollte. Die Entfernung aller atypischen Muttermale verhindert Melanome nicht.

Weitere Informationen

Bei dem Folgenden handelt es sich um ein englischsprachiges Hilfsmittel, das nützlich sein kann. Bitte beachten Sie, dass das MANUAL nicht für den Inhalt dieser Quelle verantwortlich ist.

  • The Skin Cancer Foundation: Diese Organisation befähigt Patienten dazu, beim Sonnenschutz, der Früherkennung und der frühzeitigen Behandlung von Hautkrebs die Initiative zu ergreifen, indem sie alles, von einer List der empfohlenen Produkte zum Schutz gegen die Sonne bis hin zu Hilfe bei der Hautarzt-Suche, bereitstellt.

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