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Struktur und Funktion der Haut

Von

Julia Benedetti

, MD, Harvard Medical School

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Apr 2019| Inhalt zuletzt geändert Apr 2019
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Quellen zum Thema

Die Haut ist das größte Organ des Körpers. Sie erfüllt viele wichtige Funktionen, darunter:

  • Schutz des Körpers vor Verletzungen

  • Regulierung der Körpertemperatur

  • Aufrechterhaltung des Wasser-Elektrolyt-Haushalts

  • Empfinden von schmerzhaften und angenehmen Reizen

  • Beteiligung an der Vitamin-D-Synthese

Die Haut hält lebenswichtige chemische Substanzen und Nährstoffe im Körper und dient gleichzeitig als Barriere, um das Eindringen gefährlicher Substanzen in den Körper zu verhindern und um den Körper vor schädlichen Einflüssen der ultravioletten Strahlung der Sonne zu schützen. Die Farbe der Haut, ihre Beschaffenheit und auch ihre Falten ( Beschreibung von Hautflecken, Wucherungen und Farbveränderungen) gehören zu den individuellen Merkmalen eines Menschen. Alles, was die Funktion der Haut stört oder ihr Aussehen ( Auswirkungen des Älterwerdens auf die Haut) verändert, kann erhebliche Folgen für die körperliche und psychische Gesundheit haben.

Viele an der Haut auftretende Probleme sind auf die Haut beschränkt. Allerdings liefert die Haut mitunter Hinweise auf eine Störung, die den gesamten Körper betrifft. Daher müssen Ärzte häufig zahlreiche mögliche Erkrankungen in Erwägung ziehen, wenn sie Hautprobleme beurteilen. Um eine innere Erkrankung bei Menschen mit Hautproblemen zu diagnostizieren, ist es mitunter erforderlich, Blut- oder andere Labortests anzufordern ( Diagnose von Hauterkrankungen).

Hautschichten

Die Haut besteht aus drei Schichten:

  • Oberhaut (Epidermis)

  • Lederhaut (Dermis)

  • Fettschicht (Unterhaut- oder Subkutanschicht)

Jede Schicht hat spezielle Aufgaben.

Ein Blick unter die Haut

Die Haut besteht aus drei Schichten. Unter der Hautoberfläche befinden sich Nerven, freie Nervenenden, Drüsen, Haarfollikel und Blutgefäße.

Ein Blick unter die Haut

Oberhaut (Epidermis)

Die Oberhaut (Epidermis) ist die relativ dünne, robuste äußere Schicht der Haut. Die meisten Zellen der Epidermis sind Keratinozyten. Sie stammen von Zellen aus der tiefsten Schicht der Epidermis, der so genannten Basalschicht. Neue Keratinozyten wandern langsam nach oben an die Oberfläche der Epidermis. Nachdem die Keratinozyten die Hautoberfläche erreicht haben, verschuppen sie allmählich und werden durch jüngere Zellen ersetzt, die von unten heraufdrängen.

Der äußerste Teil der Epidermis, das Stratum corneum, ist verhältnismäßig wasserdicht und verhindert, solange er unverletzt ist, dass Bakterien, Viren und andere körperfremde Substanzen in den Körper eindringen. Zudem schützt die Epidermis zusammen mit weiteren Hautschichten die inneren Organe, Muskeln, Nerven und Blutgefäße vor Verletzungen. In bestimmten Bereichen des Körpers, die einen größeren Schutz benötigen (wie zum Beispiel die Handinnenflächen und die Fußsohlen), ist das Stratum corneum (die äußere Keratinschicht der Epidermis) sehr viel dicker.

Über die gesamte Basalschicht der Epidermis verteilt finden sich Zellen, die man Melanozyten nennt. Diese produzieren das Pigment Melanin, welches maßgeblich zur Bildung der Hautfarbe beiträgt. Die primäre Aufgabe des Melanins ist jedoch, die ultraviolette Strahlung aus dem Sonnenlicht herauszufiltern ( Sonnenlicht und Hautschäden – ein Überblick), die eine Schädigung der DNA mit zahlreichen schädlichen Auswirkungen, einschließlich Hautkrebs, verursachen kann.

Die Epidermis enthält außerdem Langerhans-Zellen, die zum Immunsystem der Haut gehören. Diese Zellen helfen zwar bei der Erkennung körperfremder Substanzen, sie spielen aber auch eine Rolle bei der Entwicklung von Hautallergien.

Lederhaut (Dermis)

Unter der Epidermis liegt die auch als Dermis bezeichnete Lederhaut, eine dicke Schicht aus faserigem und elastischem Gewebe (überwiegend aus Kollagen und mit einem geringen, aber wichtigen Anteil Elastin), die der Haut ihre Flexibilität und Festigkeit verleiht. Die Dermis enthält freie Nervenenden, Schweißdrüsen und Talgdrüsen, Haarfollikel und Blutgefäße.

Die Nervenenden sind schmerz-, berührungs-, druck- und temperaturempfindlich. Einige Hautbereiche enthalten mehr Nervenenden als andere. Beispielsweise liegen in den Finger- und Fußspitzen besonders viele Nerven, sodass die Haut dort ausgesprochen berührungsempfindlich ist.

Die Schweißdrüsen produzieren Schweiß als Reaktion auf Hitze und Stress. Dieser besteht aus Wasser, Salzen und anderen chemischen Verbindungen. Die Verdunstung von Schweiß auf der Haut hat kühlende Wirkung. Spezielle (apokrine) Schweißdrüsen in den Achselhöhlen und in der Genitalregion sondern einen dickflüssigen, öligen Schweiß ab, der, wenn er von Bakterien zersetzt wird, einen typischen Körpergeruch verströmt.

Die Talgdrüsen produzieren Talg in die Haarfollikel. Talg ist ein Öl, dass die Haut feucht und geschmeidig erhält und vor dem Eindringen körperfremder Substanzen schützt.

Die Haarfollikel produzieren die unterschiedlichen Haartypen, die über den ganzen Körper verteilt zu finden sind. Haare tragen nicht nur zum äußeren Erscheinungsbild einer Person bei, sie haben auch einige wichtige physische Aufgaben, wie das Regulieren der Körpertemperatur, den Schutz vor Verletzungen und die Verstärkung von Sinneswahrnehmungen. Ein Teil der Follikel enthält außerdem Stammzellen, die die Fähigkeit besitzen, beschädigte Epidermis nachwachsen zu lassen.

Die Blutgefäße in der Lederhaut (Dermis) versorgen die Haut mit Nährstoffen und helfen bei der Regulierung der Körpertemperatur. Ist sie hoch, vergrößern sich die Blutgefäße, sodass viel Blut nahe der Hautoberfläche zirkuliert und Wärme an die Umgebung abgegeben werden kann. Ist es kalt, ziehen sich die Blutgefäße zusammen, und die Wärme wird im Körper zurückgehalten.

Die Anzahl der Schweiß- und Talgdrüsen, der Haarfollikel und Nerven ist nicht an allen Stellen des Körpers gleich. So finden sich auf dem Oberkopf viele Haarfollikel, an den Fußsohlen dagegen keine.

Fettschicht

Unter der Dermis befindet sich eine Fettschicht, die den Körper vor Hitze und Kälte schützt, ihn polstert und als Energiespeicher dient. Das Fett wird in lebenden, so genannten Fettzellen gespeichert, die vom Bindegewebe zusammengehalten werden. Die Fettschicht variiert in ihrer Dicke von kaum einem Millimeter im Augenlid bis zu mehreren Zentimetern an Bauch und Gesäß bei einigen Menschen.

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