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Fieberkrämpfe

Von

M. Cristina Victorio

, MD, Akron Children's Hospital

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Apr 2021| Inhalt zuletzt geändert Apr 2021
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Kurzinformationen

Fieberkrämpfe werden durch Fieber mit einer Temperatur von über 38 °C ausgelöst.

  • Die meisten Fieberkrämpfe sind harmlos und werden durch leichte Infektionen verursacht.

  • Seltener ist ein Fieberkrampf jedoch das erste Anzeichen einer zuvor nicht festgestellten neurologischen Störung.

  • Manchmal werden Bluttests und eine Spinalpunktion (Lumbalpunktion) durchgeführt, um nach schweren Erkrankungen zu suchen, die Krampfanfälle verursachen können.

  • Um das Risiko eines anhaltenden Anfalls oder eines Status epilepticus zu minimieren, benötigen Kinder im Allgemeinen Medikamente um den Krampfanfall zu beenden, wenn dieser 5 Minuten oder länger andauert.

  • Die meisten Kinder müssen aber keine Medikamente zur Vorbeugung von Fieberkrämpfen einnehmen.

Ein Krampfanfall ist eine anormale, unkontrollierte elektrische Entladung der Nervenzellen im Gehirn oder in einem Teil des Gehirns. Diese abnorme elektrische Entladung kann Folgendes verursachen:

  • Konvulsionen

  • Unkontrollierte Bewegungen

  • Bewusstseinsveränderung

  • Gefühlsstörungen

Konvulsionen sind massive, unwillkürliche Zuckungen und Versteifungen der Muskeln in mehreren Teilen des Körpers.

Fieberkrämpfe treten bei ungefähr 2 bis 5 Prozent der Kinder im Alter unter 6 Monaten bis 5 Jahren auf, am häufigsten betreffen sie jedoch Kinder zwischen 12 und 18 Monaten. Wenn es bei Kindern ab 6 Jahren mit Fieber zu einem Krampfanfall kommt, wird dies nicht als Fieberkrampf gewertet. (Siehe auch Krampfanfälle bei Kindern Krampfanfälle bei Kindern Krampfanfälle sind periodische Störungen der elektrischen Aktivität des Gehirns, die in gewissem Maße zu einer vorübergehenden Funktionsstörung des Gehirns führen. Wenn ältere Säuglinge oder... Erfahren Sie mehr .)

Fieberkrämpfe können familiär gehäuft auftreten.

Die meisten Fieberkrämpfe dauern bedeutend weniger als 15 Minuten an und etwa zwei Drittel der Kinder, die einen Fieberkrampf haben, erleiden nur diesen einen.

Wussten Sie ...

  • Die meisten Kinder, die einen Fieberkrampf haben, erleiden keine weiteren.

Fieberkrämpfe können einfach oder komplex sein:

Nach dem Fieberkrampf wirken die Kinder oft verwirrt oder für einige Minuten nicht wie sie selbst. Die Verwirrtheit (postiktale Phase) dauert manchmal noch bis zu ein paar Stunden an.

Fieberkrämpfe treten in der Regel als direkte Folge des Fiebers selbst auf. Am häufigsten wird das Fieber von einer kleineren Infektion wie einer viralen Atemwegsinfektion oder einer Ohrenentzündung hervorgerufen. In solchen Fällen sind die Infektion und der Krampfanfall harmlos. Wichtig bei der Abklärung von Fieberkrämpfen ist, dass das Fieber und die Krampfanfälle nicht durch eine Gehirninfektion wie Meningitis Einführung zur Meningitis Meningitis ist eine Entzündung der Gewebsschichten, die das Gehirn und das Rückenmark umgeben (Hirnhäute), und des mit Flüssigkeit gefüllten Raums zwischen den Hirnhäuten (Subarachnoidalraum)... Erfahren Sie mehr oder Enzephalitis Gehirnentzündung (Enzephalitis) Enzephalitis ist die Entzündung des Gehirns, die auftritt, wenn ein Virus das Gehirn direkt infiziert oder wenn ein Virus, ein Impfstoff oder etwas anderes die Entzündung auslöst. Auch das Rückenmark... Erfahren Sie mehr verursacht werden.

Febriler Status epilepticus

Status epilepticus bezieht sich auf einen einzelnen andauernden Krampfanfall oder mehrere kürzere Krampfanfälle, die auftreten, ohne dass das Kind sein Bewusstsein zwischen Krampfanfällen wiedererlangt. Fieberkrämpfe, die länger als etwa 30 Minuten andauern, gelten als febriler Status epilepticus. Bei Kindern im Status epilepticus besteht ein Risiko für Hirn- und andere Organschäden sowie für Atemversagen, wenn sie nicht sofort behandelt werden.

Diagnose von Fieberkrämpfen

  • Untersuchung durch den Arzt

  • Manchmal eine Spinalpunktion, Bluttests oder bildgebende Verfahren des Gehirns

Da Eltern nicht sagen können, ob Kinder Infektionen des Gehirns haben, sollten Kinder, die Fieber haben und zum ersten Mal einen Krampfanfall erleiden oder sehr krank sind, umgehend zur Untersuchung in die Notaufnahme gebracht werden.

Die Kinder werden untersucht. Abhängig von den Ergebnissen werden sie dann auf schwere Erkrankungen die Krampfanfälle auslösen können untersucht. Diese Tests können umfassen:

Diagnose bei Fieberkrämpfen

Etwa ein Drittel der Kinder haben zusätzliche Fieberkrämpfe, in der Regel jedoch nur wenige Anfälle. Wenn der erste Fieberkrampf unter 1 Jahr aufgetreten ist oder wenn die Kinder nahe Verwandte haben, die ebenfalls Fieberkrämpfe hatten, ist die Wahrscheinlichkeit weiterer Fieberkrämpfe höher.

Bei einem einfachen Fieberkrampf ist das Risiko einer Anfallkrankheit Anfallkrankheiten Bei Anfallkrankheiten ist die elektrische Aktivität des Gehirns periodisch gestört, was zu einer mehr oder minder schweren, zeitweiligen Hirnfunktionsstörung führt. Bei vielen Personen gehen... Erfahren Sie mehr ohne Fieber (nichtfebrile Krampfanfälle oder Epilepsie) leicht erhöht (ca. 2 Prozent). Bei Kindern mit einem komplexen Fieberkrampf oder zusätzlichen Risikofaktoren (wie Entwicklungsverzögerungen oder Krampfanfällen in der Familiengeschichte) ist das Risiko höher (bis zu 10 Prozent).

Bei manchen Kindern führt ein sehr langer Fieberkrampf zu Veränderungen des Gehirns, die durch eine MRT nachgewiesen werden und später Krampfanfälle ohne Fieber auslösen. Es ist nicht geklärt, ob ein lang andauernder Fieberkrampf an sich die Wahrscheinlichkeit von Krampfanfällen ohne Fieber erhöht oder ob bestimmte zugrunde liegende Faktoren die Wahrscheinlichkeit für sowohl lange Fieberkrämpfe als auch spätere Krampfanfälle ohne Fieber erhöhen.

Man geht davon aus, dass leichte Fieberkrämpfe keine Epilepsie oder andere neurologische Anomalien verursachen. Manchmal ist ein Fieberkrampf oder eine Anfallkrankheit jedoch das erste Anzeichen einer zuvor nicht festgestellten neurologischen Störung. Bisweilen können Ärzte in der Vorgeschichte des Kindes Anzeichen der Erkrankung finden. Manchmal treten weitere Anzeichen der Erkrankung auch erst später auf. In jedem Fall geht man nicht davon aus, dass Krampfanfälle die Anomalien verursachen.

Behandlung von Fieberkrämpfen

  • Medikamente zur Fiebersenkung

  • Medikamente zur Beendigung des Krampfanfalls, falls dieser 5 Minuten oder länger andauert

Die febrilen Krampfanfälle dauern normalerweise weniger als 5 Minuten an und mit Ausnahme von fiebersenkenden Mitteln werden keine Medikamente verabreicht.

Ärzte geben zur Beendigung eines Fieberkrampfanfalls von 5 Minuten oder länger in der Regel Medikamente um einem Status epilepticus vorzubeugen. Zu diesen Medikamenten zählen das Beruhigungsmittel Sedativum Lorazepam und die krampfvorbeugenden Medikamente (Antiepileptika) Phenobarbital, Fosphenytoin oder Levetiracetam. Diese Medikamente werden normalerweise über eine Vene (intravenös) verabreicht. Kann ein Medikament nicht intravenös verabreicht werden, kann das Diazepam-Gel auf den After (Rektum) aufgetragen oder flüssiges Midazolam in die Nase (intranasal) verabreicht werden. Diazepam und Midazolam sind Sedativa, die ähnlich wie Lorazepam, auch Krampfanfälle stoppen. Kinder, die diese Medikamente erhielten, oder einen anhaltenden Krampfanfall oder einen Status epilepticus hatten, werden engmaschig auf Probleme mit der Atmung und dem Blutdruck überwacht.

Vorbeugung

Wenn ein Kind einen Fieberkrampf hatte, sollten die Eltern darauf achten, ob hohes Fieber vorliegt. Ist dies der Fall, sollte das Fieber behandelt werden, da es sonst zu einem Krampfanfall kommen kann. Ein Fieberkrampf tritt bei Kindern jedoch häufig zu Anfang des Fiebers auf, oder bevor die Eltern wissen, dass das Kind krank ist und erkennen, dass es Fieber hat.

Kindern, die nur einige einfache Fieberkrämpfe gehabt haben, werden normalerweise keine Medikamente zur Vorbeugung weiterer Krampfanfälle (Antiepileptika – Krampfanfälle bei Kindern mit Medikamenten behandeln Krampfanfälle bei Kindern mit Medikamenten behandeln Krampfanfälle sind periodische Störungen der elektrischen Aktivität des Gehirns, die in gewissem Maße zu einer vorübergehenden Funktionsstörung des Gehirns führen. Wenn ältere Säuglinge oder... Erfahren Sie mehr ) verabreicht. Kindern mit einem der folgenden Symptome können jedoch Antiepileptika verabreicht werden:

  • Komplexe Fieberkrämpfe und neurologische Störungen (wie Zerebralparese oder auffällige Bildgebungsbefunde des Gehirns)

  • Eine starke Epilepsie in der Familienanamnese und wiederkehrende einfache oder komplexe Fieberkrämpfe

  • Febriler Status epilepticus

  • Mehr als 4 Fieberkrämpfe pro Jahr

Bei Kindern mit langanhaltenden Fieberkrämpfen, bei denen ein darauffolgender Krampfanfall länger als 5 Minuten andauert, kann Diazepam-Gel zum Auftragen auf den After (Rektum) verschrieben werden. Die meisten Kinder können mit diesem Medikament zu Hause behandelt werden.

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