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Bluthochdruck während der Schwangerschaft

Von

Lara A. Friel

, MD, PhD, University of Texas Health Medical School at Houston, McGovern Medical School

Letzte vollständige Überprüfung/Überarbeitung Mrz 2019| Inhalt zuletzt geändert Mrz 2019
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Kurzinformationen
Quellen zum Thema

Ein hoher Blutdruck (Hypertonie) während der Schwangerschaft wird folgendermaßen eingeordnet:

  • Chronische Hypertonie: Bereits vor der Schwangerschaft wurde ein hoher Blutdruck festgestellt.

  • Schwangerschaftshypertonie: Erst nach der 20. Schwangerschaftswoche (in der Regel nach der 37. Woche) wird das erste Mal ein Bluthochdruck festgestellt. Diese Form der Hypertonie legt sich gewöhnlich innerhalb von 6 Wochen nach der Entbindung.

Die Präeklampsie ist eine weitere Form von Bluthochdruck, der während der Schwangerschaft auftritt. Er wird von einer vermehrten Eiweißausscheidung im Urin begleitet. Die Präeklampsie wird auf eine andere Weise als andere Formen des Bluthochdrucks diagnostiziert und behandelt.

Bei Frauen mit einer chronischen Hypertonie besteht eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass schwere Komplikationen während der Schwangerschaft auftreten. Jedoch ist das Auftreten folgender Probleme wahrscheinlicher, sofern eine chronische Hypertonie oder eine Schwangerschaftshypertonie vorliegen:

Das HELLP-Syndrom besteht aus Hämolyse (Auflösung der roten Blutkörperchen), erhöhten Leberenzymwerten (die auf Leberschäden hinweisen) und Thrombozytopenie (low platelet count, geringe Anzahl von Blutplättchen), wodurch das Blut weniger gerinnt und das Blutungsrisiko während und nach der Geburt erhöht wird.

Schwangere mit hohem Blutdruck werden streng überwacht, um sicherzustellen, dass der Blutdruck unter Kontrolle bleibt, die Nieren normal funktionieren und der Fötus erwartungsgemäß wächst. Eine vorzeitige Ablösung der Plazenta lässt sich dennoch weder verhindern noch vorhersagen. Häufig muss das Kind vorzeitig entbunden werden, um einer Totgeburt oder Komplikationen aufgrund eines ernstzunehmenden Bluthochdrucks (z. B. ein Schlaganfall) bei der Mutter zuvorzukommen.

Diagnose

  • Routinemäßige Blutdruckmessungen

Der Blutdruck wird bei Vorsorgeuntersuchungen routinemäßig gemessen.

Wenn bei Schwangeren eine schwere Hypertonie zum ersten Mal auftritt, führen Ärzte Tests durch, um andere Ursachen für die Hypertonie auszuschließen.

Behandlung

  • Schonung und ggf. blutdrucksenkende Arzneimittel bei leicht bis mäßig erhöhtem Blutdruck

  • Blutdrucksenkende Arzneimittel bei stark erhöhtem Blutdruck

  • Vermeiden bestimmter blutdrucksenkender Medikamente

Medikamente können je nach Höhe des Blutdrucks und Funktionsfähigkeit der Nieren verabreicht werden oder nicht. Die Verwendung und die Wahl der Medikamente bei der Behandlung einer chronischen Hypertonie und einer Schwangerschaftshypertonie sind ähnlich. Eine Schwangerschaftshypertonie tritt jedoch häufig erst spät in der Schwangerschaft auf und muss nicht mit Medikamenten behandelt werden.

Die Form der Behandlung eines leicht bis mäßig erhöhten Blutdrucks (140/90 bis 159/109 mmHg) hängt von vielen Faktoren ab. Unter Umständen wird eine Reduzierung der körperlichen Betätigungen zur Senkung des Blutdrucks empfohlen. Wenn durch die Reduzierung der körperlichen Betätigungen keine Senkung des Blutdrucks erreicht wird, empfehlen viele Experten eine Behandlung mit blutdrucksenkenden Mitteln. Ob die Vorteile dieser Arzneimittel gegenüber den Risiken überwiegen, ist unklar. Funktionieren die Nieren jedoch nicht ordnungsgemäß, müssen Arzneimittel verabreicht werden. Wird der Bluthochdruck nicht unter Kontrolle gehalten, kann es zu weiteren Nierenschäden kommen.

Bei starkem Bluthochdruck (ab 160/110 mmHg) wird eine Behandlung mit blutdrucksenkenden Mitteln empfohlen (siehe Tabelle mit blutdrucksenkenden Arzneimitteln). Durch die Behandlung kann das Risiko eines Schlaganfalls und anderer Komplikationen als Folge des hohen Blutdrucks reduziert werden.

Bei einem sehr hohen Blutdruck (180/110 mmHg oder höher) wird die Frau umgehend untersucht, da ein hohes Komplikationsrisiko für Mutter und/oder Kind besteht. Entscheidet sich die Frau, trotz Risiko mit der Schwangerschaft fortzufahren, müssen ihr oftmals mehrere blutdrucksenkende Mittel verabreicht werden. Gegen Ende der Schwangerschaft muss sie vermutlich in ein Krankenhaus gebracht werden. Verschlechtert sich der Gesundheitszustand der Frau, wird ihr unter Umständen empfohlen, die Schwangerschaft abzubrechen.

Den Frauen wird gezeigt, wie sie ihren Blutdruck zu Hause überprüfen können. Es werden regelmäßig Untersuchungen zur Überprüfung der Nieren- und Leberfunktion sowie Ultraschalluntersuchungen zur Bestimmung des Wachstums des Kindes durchgeführt.

Bei schwangeren Frauen mit mäßig hohem bis sehr hohem Blutdruck findet die Entbindung üblicherweise zwischen der 37. und 39. Woche statt. Die Entbindung erfolgt früher, wenn der Fötus langsam wächst, bei diesem Komplikationen aufgetreten sind oder die Frau unter einer schweren Präeklampsie leidet.

Antihypertensiva

Die meisten blutdrucksenkenden Medikamente zur Behandlung von Bluthochdruck können gefahrlos während einer Schwangerschaft verabreicht werden. Hierzu gehören

  • Methyldopa

  • Betablocker (meist Labetalol)

  • Kalziumkanalblocker (wie z. B. Nifedipin)

Die Verabreichung von ACE-Hemmern wird während der Schwangerschaft jedoch eingestellt, insbesondere während der letzten beiden Trimester. Diese Arzneimittel können angeborene Defekte der Harnwege des Kindes verursachen. Diese können zum Tod des Kindes bereits kurz nach der Geburt führen.

Angiotensin-II-Rezeptorblocker werden abgesetzt, weil sie das Risiko von Nieren-, Lungen- und Skelettproblemen sowie das Todesfallrisiko beim Fötus erhöhen.

Auch Aldosteron-Antagonisten (Spironolacton und Eplerenon) werden nicht mehr verabreicht, da durch diese männliche Föten unter Umständen weibliche Merkmale entwickeln können.

Wussten Sie ...

  • Die Einnahme einiger Arzneimittel, die zur Behandlung von Bluthochdruck oder Herzerkrankungen eingesetzt werden – ACE-Hemmer, Angiotensin-Rezeptorblocker, Aldosteron-Antagonisten und häufig auch Thiaziddiuretika – wird während der Schwangerschaft gewöhnlich eingestellt.

Thiaziddiuretika werden normalerweise abgesetzt, da sie zu einem tiefen Kaliumspiegel beim Fötus führen können. Wenn andere Medikamente nicht wirksam sind oder untragbare Nebenwirkungen haben, können Frauen mit chronischer Hypertonie während der Schwangerschaft jedoch Thiaziddiuretika (z. B. Hydrochlorothiazid) verabreicht werden.

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