Therapeutische Ziele bei älteren Erwachsenen

Vollständige Überprüfung: Feb. 2026 VonRichard G. Stefanacci, DO, MGH, MBA, Thomas Jefferson University, Jefferson College of Population Health | Peer-Review durchMichael R. Wasserman, MD, California Association of Long Term Care Medicine (CALTCM)
Letzte Aktualisierung: Feb. 2026
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DIE AUSGABE FÜR MEDIZINISCHE FACHKREISE ANSEHEN

Medizinische Eingriffe (wie Untersuchungen und Behandlungen) bergen fast immer gewisse Risiken. Diese Risiken könnten sich auf die Lebensqualität auswirken. Betroffene und medizinische Fachkräfte sollten den Nutzen von Untersuchungen und Behandlungen gegenüber den möglichen negativen Auswirkungen auf die Lebensqualität abwägen (siehe auch Medizinische Entscheidungsfindung).

Mögliche Vorteile medizinischer Interventionen umfassen Folgendes:

  • Linderung der Symptome (z. B. weniger Schmerzen oder Beschwerden oder geringere Erschöpfung [Fatigue])

  • Verbesserte Lebensqualität (z. B. Fähigkeit, mehr alltägliche Aktivitäten auszuführen)

  • Vorbeugung gegen Komplikationen

  • Verlangsamung des Krankheitsverlaufs

  • Erhöhte Lebenserwartung

  • Heilung

Mögliche negative Auswirkungen medizinischer Interventionen umfassen Folgendes:

  • Unannehmlichkeiten

  • Kosten

  • Symptome oder Komplikationen, wie Beschwerden, anhaltende Erschöpfung (Fatigue), Verlust der Muskelkraft, eingeschränkte Mobilität und Inkontinenz

  • Bedarf an zusätzlichen Tests oder Behandlungen

  • Tod

Bei der Entscheidung, ob ein diagnostischer Test durchgeführt werden soll, sollten die Patienten mit ihrem Arzt darüber sprechen, was genau mit dem jeweiligen Test einhergeht (wie Kosten, Unannehmlichkeiten), welche Risiken bestehen und wie die Ergebnisse bei der Entscheidungsfindung in Bezug auf die Behandlung genutzt werden. Die Patienten entscheiden sich möglicherweise dafür, keinen Test durchführen zu lassen, wenn sie aufgrund der Ergebnisse keine Maßnahmen ergreifen würden.

Wenn die Behandlungen sehr wahrscheinlich einen Nutzen ergeben und sehr wahrscheinlich keine negativen Auswirkungen haben, ist die Entscheidung relativ leicht. Wenn jedoch potenziell erhebliche negative Auswirkungen zu erwarten sind, müssen die Betroffenen gemeinsam mit ihren Ärzten Entscheidungen treffen, bei denen die Lebensqualität berücksichtigt wird. Zum Beispiel kann eine aggressive Krebstherapie das Leben verlängern, aber schwere negative Auswirkungen (einschließlich chronischer Übelkeit und Erbrechen oder Erschöpfung [Fatigue]) mit sich bringen, welche die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. In diesem Fall können die Präferenzen der betroffenen Person bezüglich einer schlechteren Lebensqualität während der Behandlung gegenüber einer womöglich längeren Lebensdauer sowie Risikotoleranz und Ungewissheit zu neuen oder veränderten Therapiezielen führen und bei der Entscheidung helfen, welche medizinischen Interventionen genutzt werden sollten.

Die Perspektive der betroffenen Person bezüglich Lebensqualität kann auch die Behandlungsentscheidungen beeinflussen, wenn verschiedene Behandlungen (etwa Operation oder Medikamente) unterschiedliche Vorteile, Nebenwirkungen oder beides mit sich bringen könnten. Medizinische Fachkräfte können den Betroffenen erklären, was bei den verschiedenen Behandlungsoptionen passieren könnte, damit die Patienten fundiertere Entscheidungen bezüglich medizinischer Untersuchungen und Behandlungen treffen können.

Wenn medizinische Entscheidungen getroffen werden, spielt die Lebenserwartung oft eine größere Rolle als das Alter. Menschen mit beschränkter Lebenserwartung leben zum Beispiel möglicherweise nicht lange genug, um von einer aggressiven Behandlung einer langsam fortschreitenden Erkrankung (z. B. einer radikalen Prostatektomie bei einem lokalisierten und langsam wachsenden Prostatakarzinom) zu profitieren. Dennoch können auch Menschen mit einer begrenzten Lebenserwartung eine invasive Behandlung in Betracht ziehen, wenn sich dadurch die Lebensqualität verbessern lässt (z. B. ein Gelenkersatz).

Dank der Fortschritte in der digitalen Technologie können Geräte, die der Überwachung (wie Systeme zur Fernüberwachung, Smartwatches) oder Unterstützung dienen (u.a. selbstfahrende Autos), älteren Erwachsenen helfen, unabhängiger zu sein. Wie bei allen anderen Interventionen sollten die Betroffenen jedoch überlegen, ob sie die digitalen Technologien unter Berücksichtigung der Risiken, Vorteile, Kosten, Benutzerfreundlichkeit und Datenschutzbedenken wünschen.

Unabhängig von den übergeordneten Behandlungszielen sollten medizinische Fachkräfte gleichzeitig die Notwendigkeit einer Linderung oder Minimierung von Symptomen wie Schmerzen, Übelkeit und Kurzatmigkeit in Betracht ziehen. Wer mit solchen Symptomen leben muss, kann eine erheblich beeinträchtigte Lebensqualität verspüren.

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