Übersicht über die Ernährungsunterstützung

VonDavid R. Thomas, MD, St. Louis University School of Medicine
Überprüft/überarbeitet Apr. 2022 | Geändert Sept. 2022
DIE AUSGABE FÜR MEDIZINISCHE FACHKREISE ANSEHEN

Zahlreiche unterernährte ( see chapter Unterernährung) und schwer kranke Menschen brauchen zusätzliche Nahrung (Ernährungsunterstützung). Künstliche Ernährung auf Basis von auf dem Markt erhältlichen Nährstoffmixprodukten als von Lebensmitteln, ist eine häufige Form von Ernährungsunterstützung. Die Ernährungsunterstützung dient dazu, die Menge an Muskelgewebe (Muskelmasse) zu erhöhen. Sie deckt in der Regel den Kalorien- als auch Vitamin- und Mineralbedarf.

Nährstoffe werden, soweit möglich, immer über den Mund und idealerweise im Rahmen der normalen Mahlzeiten verabreicht. Personen, die sich weigern zu essen, kann mit folgenden Strategien geholfen werden, regelmäßiger Nahrung aufzunehmen:

  • Aktive Ermutigung zum Essen

  • Betroffene anhalten, häufig kleine Portionen zu verzehren

  • Mahlzeiten erwärmen und würzen

  • Zubereitung von stark aromatischen oder Lieblingsspeisen

  • Essenszeiten als Highlights in der Tagesplanung herausstellen

  • Bei Bedarf Hilfe beim Essen anbieten

Für Einige reichen diese Strategien jedoch nicht aus. Sie stellen zum Beispiel keine Option für Menschen dar, die aufgrund von Verletzungen oder anderen körperlichen Problemen nicht essen (z. B. Schluckbeschwerden) oder nicht alle Nährstoffe aufnehmen können. Diese Menschen könnten eine Ernährungsunterstützung benötigen.

Zu einer Ernährungsunterstützung zählen das Folgende:

Bei Nahrungsaufnahme über eine Ernährungssonde gelangen die Nährstoffe je nach Lage der Sonde direkt in den Magen oder Dünndarm.

Bei Menschen, die im Sterben liegen oder unter fortgeschrittener Demenz leiden, wird eine künstliche Ernährung normalerweise nicht empfohlen ( see heading on page Ernährungsunterstützung für sterbende oder schwer demente Patienten).

Bestimmung des Nährstoffbedarfs

(Siehe auch Nährstoffbedarf.)

Vor Beginn einer Ernährungsunterstützung muss der Arzt zunächst die Menge und Zusammenstellung der Nährstoffe individuell festlegen. Zur Energiegewinnung brauchen Patienten eine bestimmte Menge an Nährstoffen, die in Kalorien angegeben wird. Der von Menschen benötigte Kalorienbedarf hängt von folgenden Punkten ab:

  • Ihrem Gewicht

  • Ihrem Aktivitätsniveau

  • Dem sich durch Krankheit ergebenden Bedarf

Normalerweise enthält die angebotene Nährstoffmischung Kohlenhydrate, Eiweiß (Protein), Fett, Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe und Flüssigkeit.

Der Bedarf eines Patienten wird mittels Gleichungen auf Basis der Größe, des Gewichts, des Alters, Geschlechts und Grads der körperlichen Aktivität geschätzt. Die Anforderungen für Nährstoffe werden angepasst, wenn Bedingungen bestehen, die den Kalorienbedarf erhöhen, z. B. eine schwere Krankheit, Nierenversagen mit erforderlicher Dialyse, eine Infektion, eine Verletzung oder ein kürzlich stattgefundener chirurgischer Eingriff.

Einige Einrichtungen verwenden eine besondere Technik, um den Bedarf genauer einschätzen zu können. Dabei wird gemessen, wie viel Sauerstoff eingeatmet und wie viel Kohlendioxid ausgeatmet wird, da diese Mengen angeben, wie viel Energie der Körper verwendet.

Menschen, die über 70 Jahre alt sind, benötigen möglicherweise zusätzliches Protein.

Wussten Sie ...

  • Unter bestimmten Bedingungen wie bei schweren Krankheiten, Niereninsuffizienz, Infektionen, Verletzungen und chirurgischen Eingriffen und bei höherem Alter kann der Nährstoffbedarf steigen.

Überwachung der Ernährungsunterstützung

Medizinische Fachkräfte müssen Methoden der künstlichen Ernährung sorgfältig auswählen, um den erforderlichen Nährstoffbedarf sicher zu decken und Probleme, beispielsweise Infektionen, zu verhindern. Um eine geeignete und wirksame Ernährungsunterstützung zu bestätigen, werden regelmäßig folgende Faktoren überwacht:

  • der Body Mass Index (BMI – Gewicht in Kilogramm dividiert durch Größe in Meter zum Quadrat)

  • die Körperzusammensetzung (der Muskel- und Fettanteil)

  • Substanzen im Blut, Urin und Stuhl, die Auskunft über den Ernährungsstatus geben

  • Muskelstärke (z. B. Messung der Handkraft)

Eine Steigerung der Muskelstärke weist auf eine Zunahme der Muskelmasse und somit einen verbesserten Ernährungsstatus hin.