Verarbeitete Lebensmittel, Bio-Lebensmittel und genmanipulierte oder genetisch veränderte Lebensmittel

VonShilpa N Bhupathiraju, PhD, Harvard Medical School and Brigham and Women's Hospital;
Frank Hu, MD, MPH, PhD, Harvard T.H. Chan School of Public Health
Überprüft vonGlenn D. Braunstein, MD, Cedars-Sinai Medical Center
Überprüft/überarbeitet Geändert Nov. 2025
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Verarbeitete Nahrungsmittel

Das Amt für Landwirtschaft der USA (USDA) definiert verarbeitete Lebensmittel als sämtliche landwirtschaftliche Rohprodukte, die gewaschen, gereinigt, gemahlen, geschnitten, zerhackt, erhitzt, pasteurisiert, blanchiert, gekocht, konserviert, gefroren, getrocknet, dehydriert, vermischt, verpackt oder anderweitig in ihrem natürlichen Zustand verändert wurden.

Gemäß dieser Definition gelten praktisch alle Nahrungsmittel bis zu einem gewissen Grad als verarbeitet. Einige moderne Lebensmittelverarbeitungsverfahren entziehen den Nahrungsmitteln jedoch Nährstoffe. Zum Beispiel werden Kleie und Keime und somit Ballaststoffe, Eisen und viele B-Vitamine durch den Mahlvorgang aus den Körnern entfernt. Durch die Verarbeitung werden außerdem häufig Zusatzstoffe wie Konservierungsmittel (z. B. Benzoate, Sorbate, Nitrite, Sulfite und Zitronensäure), künstliche Farben, Aromen und Süßstoffe, Stabilisatoren, Emulgatoren sowie synthetische Vitamine und Mineralstoffe und andere Zusatzstoffe wie Salz, Mononatriumglutamat (MSG), Zucker, Fette und raffinierte Öle hinzugefügt. Einige Nahrungsmittelzusätze können vor allem Kinder nachteilig beeinflussen.

Stark verarbeitete Lebensmittel (z. B. Süßigkeiten, salzige Snacks, mit Zucker gesüßte Getränke, Formfleisch oder - fisch, Fertiggerichte und Fast-Food) kommen immer häufiger auf den Tisch und machen in vielen Ländern fast die Hälfte der Nahrungsmittelversorgung aus. Sie werden aus preisgünstigen Inhaltsstoffen hergestellt (einschließlich ungesunder Fette, raffinierter Getreide- und Stärkesorten, sowie Zucker- und Salzzusätzen), die oft mit Nahrungsmittelzusätzen (einschließlich künstlichen Farben, Aromen und Konservierungsstoffen) kombiniert werden, um sie kostengünstig und außergewöhnlich schmackhaft zu machen und die Haltbarkeit zu verlängern. Die meisten enthalten wenig bis gar keine Vollwertkost. Diese Nahrungsmittel begünstigen übermäßiges Essen und Gewichtszunahme, liefern dabei aber relativ wenig wertvolle Nährstoffe, was die Risiken für eine Insulinresistenz und möglicherweise andere Erkrankungen (z. B. koronare Herzkrankheit, Depression, Reizdarmsyndrom, Krebs und sogar frühzeitiger Tod) erhöht.

Bio-Lebensmittel

Um als USDA-zertifiziertes Bio-Lebensmittel bezeichnet zu werden, müssen Bio-Lebensmittel gemäß den US-amerikanischen Richtlinien angebaut und verarbeitet worden sein, wobei viele Faktoren zu berücksichtigen sind, unter anderem die Bodenqualität, Tierzüchtungspraktiken, Schädlings- und Unkrautbekämpfung und die Verwendung von Zusatzstoffen. Zum Beispiel müssen Tiere, deren Fleisch als Bio-Fleisch bezeichnet werden darf, unter Bedingungen gehalten werden, die ihrem natürlichen Verhalten entsprechen (wie z. B. die Möglichkeit, auf einer Weide zu grasen), und sie müssen zu 100 % mit Biofutter gefüttert worden sein und dürfen keine Antibiotika oder Hormone erhalten haben. Um mit dem Bio-Siegel der USDA gekennzeichnet zu werden, muss ein Produkt 95 % biologische Inhaltsstoffe enthalten.

Die Sicherheit und das Ausmaß des gesundheitlichen Nutzens von biologisch erwirtschafteten Lebensmitteln sind nach wie vor nicht bekannt. Allerdings kann der Verzicht auf Antibiotika bei Tierversuchen helfen, einer Antibiotikaresistenz vorzubeugen. Es gibt Bedenken, dass Rückstände von Pestiziden auf Nahrungsmitteln beim Verzehr schädlich sein können. Obwohl es keine definitiven Belege dafür gibt, laufen beispielsweise Forschungsprojekte, um herauszufinden, ob Substanzen wie synthetische Pestizide das Risiko für Autismus, Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen (ADHS) und beeinträchtigte kognitive Fähigkeiten bei Kindern erhöhen könnten. Um den Verzehr von mit Pestiziden belasteten Nahrungsmitteln zu vermeiden oder zu minimieren, nutzen manche Menschen Informationen, die von der Environmental Working Group (EWG) jedes Jahr herausgegeben werden. Darin werden die Pestizidwerte wie folgt aufgeführt: „Dirty Dozen“ (Produkte, die stärker mit Pestiziden belastet sind als andere Feldfrüchte) und Clean Fifteen (Produkte mit den geringsten Pestizidrückständen).

Genmanipulierte oder genetisch veränderte Lebensmittel

Genmanipulierte oder genetisch veränderte Lebensmittel sind Nahrungsmittel, die genetisch veränderte Organismen (GVO) enthalten.

Gemäß der Weltgesundheitsorganisation (WHO) enthalten genmanipulierte oder genetisch veränderte Lebensmittel DNA, die durch Labortechniken verändert wurde und die so nicht durch konventionelle Zucht oder in der Natur gefunden werden können. Genetisch veränderte Lebensmittel gibt es in der Lebensmittelversorgung der Vereinigten Staaten seit Anfang der 1990er Jahre, und ihre Sicherheit für Mensch und Tier wird von der US-amerikanischen Food and Drug Administration (FDA), der Environmental Protection Agency (EPA) und der USDA überwacht.

In den Vereinigten Staaten müssen Lebensmittel entsprechend gekennzeichnet sein, wenn es sich um genveränderte Lebensmittel handelt. Diese Nahrungsmittel sind häufig Bestandteile von anderen Nahrungsmitteln und können schwer zu identifizieren sein.

Obwohl der Verzehr von genmanipulierten Lebensmitteln kein Risiko für die menschliche Gesundheit darstellt, haben Lebensmittel-Verbraucherschutzorganisationen Bedenken geäußert, hinsichtlich der Entwicklung von Allergien (wenn die übertragene DNA aus einem allergenen Nahrungsmittel stammt) und einer Antibiotikaresistenz aufgrund des Verzehrs von herbizidresistenten Kulturen, die theoretisch modifizierte antibiotikaresistente Gene in den menschlichen Verdauungstrakt übertragen könnten. Laut WHO ist das Risiko einer solchen Antibiotikaresistenz sehr gering, aber nicht unbedeutend.

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