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Stiche von Weichtieren

Von

Robert A. Barish

, MD, MBA, University of Illinois at Chicago;


Thomas Arnold

, MD, Department of Emergency Medicine, LSU Health Sciences Center Shreveport

Inhalt zuletzt geändert Aug 2018
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Zu den Mollusken (Weichtieren) zählt man Wasserschnecken (unter Einschluss der Kegelschnecken), Tintenfische und zweischalige Muscheln.

Conus californicus

Diese Art ist die einzige bekannte, in den Gewässern Nordamerikas vorkommende, giftige Wasserschnecke. Sie erzeugt lokale Schmerzen, Schwellung, Rötung und Taubheitsgefühl. Schockereignisse kommen nur sehr selten vor.

Die Therapie ist weitgehend symptomatisch. Lokale Maßnahmen helfen nur wenig. Die lokale Injektion von Noradrenalin und Neostigmin wurde zwar immer wieder empfohlen, ihre Wirksamkeit ist aber nicht bewiesen. In seltenen ganz schweren Fällen eines Kontakts mit Conus californicus kann es zum Schock kommen; unter diesen Umständen wird dann eine künstliche Beatmung mit Sauerstoff- und Kreislauftherapie notwendig.

Kegelschnecken

Im indopazifischen Ozean führen diese Wasserschnecken bei Tauchern und Muschelsammlern nur selten zu Vergiftungen. Wenn die Schnecke unvorsichtig behandelt wird (z. B. wenn man sie reinigt oder in die Hosentasche steckt), spritzt sie ihr Gift durch einen harpunenartigen Zahn. Das Gift enthält verschiedene Neurotoxine, die Ionenkanäle und Neurotransmitterrezeptoren blockieren. Dies führt zu Lähmungserscheinungen, die in der Regel reversibel sind, selten aber auch schon zum Tode geführt haben.

Die Therapie ist vorwiegend symptomatisch. Die betroffene Extremität kann mit einem Druckverband versehen und immobilisiert werden. Auch die Heißwassermethode kann Anwendung finden, eine Tetanusprophylaxe ist durchzuführen (siehe Tabelle Tetanusprophylaxe bei Routinewundbehandlung). In seltenen schweren Vergiftungsfällen ist eine Respiratortherapie erforderlich.

Kraken (Octopoda)

Der Biss nordamerikanischer Kraken verursacht selten schwerwiegende Verletzungen.

Blauring-Oktopusse, die vorwiegend in australischen Gewässern gefunden werden, können jedoch eine Vergiftung ähnlich der durch den Kugelfisch hervorrufen. Ihr Gift ist Tetrodotoxin, das um die Bissstelle zu einer Anästhesie, zur neuromuskulären Übertragungsstörung und schließlich zur Atemlähmung führt. Auch hier erfolgt die Behandlung unterstützend.

Kalmare

Der große (bis 1,5 m lange) aggressive Humboldt-Kalmar lebt vor der Westküste des amerikanischen Kontinents. Er hat Berichten zufolge schon Fischer und Taucher gebissen und getötet. Andere Kalmare sind kaum gefährlich.

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