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Röntgenkontrastmittel und Kontrastmittelreaktionen

Von

Hakan Ilaslan

, MD, Cleveland Clinic Lerner College of Medicine at Case Western Reserve University

Inhalt zuletzt geändert Jan 2015
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HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.

Strahlenundurchlässige Kontrastmittel werden häufig in der Radiographie und bei der Durchleuchtung eingesetzt, um Grenzen zwischen Geweben ähnlicher Röntgendichte zu unterscheiden. Die meisten Kontrastmittel sind jodhaltig.

Jodhaltige Kontrastmittel können sein

  • Ionisch

  • Nichtionisch

Ionische Kontrastmittel, die Salze sind hyperosmolar im Vergleich zu Blut. Ionische Kontrastmittel sollte man weder für myelographische Untersuchungen verwenden, noch für Injektionen, bei denen sie in den Wirbelkanal (Risiko neurotoxischer Nebenwirkungen) oder den Bronchialbaum (Gefahr eines Lungenödems) gelangen könnten.

Nichtionische Kontrastmittel sind hypoosmolar (aber verglichen mit Blut immer noch hyperosmolar) oder isoosmolar (gleiche Osmolarität wie Blut) sein. Neuere ionische Kontrastmittel werden heute routinemäßig in beinahe allen Kliniken verwendet, weil sie weniger Nebenwirkungen haben.

Die schwersten Gegenreaktionen sind

  • Allergische Reaktionen

  • Kontrast-Nephropathie (Nierenschädigung nach intravasaler Injektion eines Kontrastmittels).

Allergische Kontrastmittelreaktionen

Die Befunde variieren mit dem Schweregrad.

  • Leicht (z. B. Husten, Juckreiz, verstopfte Nase)

  • Mäßig (z. B. Atemnot, Keuchen, leichte Veränderungen in Puls oder Blutdruck)

  • Schwer (z. B. Atemnot, Herzrhythmusstörungen wie Bradykardie, Krämpfe, Schock, Herzstillstand)

Der Mechanismus ist anaphylaktoid ( Anaphylaxie): Zu den Risikofaktoren gehören:

  • Eine vorherige Reaktion auf injizierte Kontrastmittel

  • Asthma

  • Allergien

Die Behandlung beginnt mit dem Abbruch der Kontrastmittelinfusion.

Bei leichten oder mäßigen Reaktionen ist Diphenhydramin 25–50 mg i.v. in der Regel wirksam.

Bei stärkeren Reaktionen richtet sich die Therapie nach der Art der Reaktion (unter anderem Sauerstoff, Epinephrin, i.v. Flüssigkeitszufuhr, evtl. Atropin – bei Bradykardie).

Um das Risiko einer Kontrastmittelreaktion auszuschließen, sollten für anfällige Patienten bildgebende Verfahren bevorzugt werden, die ohne jodhaltige Kontrastmittel auskommen. Falls doch ein Kontrastmittel nötig ist, sollte man nichtionische Mittel verwenden und vorher eine Prämedikation mit Prednison (50 mg p.o. 13 h, 7 h und 1 h vor Injektion des Kontrastmittels) und Diphenhydramin (50 mg p.o. oder i.m. 1 Stunde vor der Injektion) durchführen. Wenn Patienten eine sofortige Bildgebung benötigen, sollte ihnen Diphenhydramin 50 mg p.o. oder i.v. 1 Stunde vor der Injektion von Kontrastmittel und Hydrokortison 200 mg i.v. alle 4 Stunden gegeben werden, bis die Bildgebung abgeschlossen ist.

Kontrastmittelnephropathie

Im Gegensatz dazu beginnt sich bei induzierter Nephropathie Serum-Kreatinin in der Regel innerhalb von 24 Stunden nach der Verabreichung von i.v. Kontrastmittel zu erhöhen; der Höhepunkt liegt zwischen dem 3. und 5. Tag und es fällt innerhalb 7 bis 10 Tagen auf den Ausgangswert zurück.

Zu den gängigen Risikofaktoren gehören:

  • Bereits bestehende Niereninsuffizienz (erhöhtes Kreatinin)

  • Diabetes mellitus, insbesondere bei Patienten mit assoziierter chronischer Nierenerkrankung

  • Hypertonie

  • Herzinsuffizienz

  • Multiples Myelom

  • Alter > 70 Jahre

  • Verwendung anderer nephrotoxischer Arzneimittel

  • Dehydratation

Bei Patienten mit einem Risiko für eine akute Nierenverletzung nach Erhalt eines jodhaltigen intravaskulären Kontrastmittels, sollten die folgenden Maßnahmen in Betracht gezogen werden.

  • Eine reduzierte Dosis des Kontrastmittels

  • Verwendung eines isoosmolaren Mittels

  • Hydratation

Es gibt viele Flüssigkeitstherapien; ein Beispiel ist die i.v. Verabreichung von 0,9%iger Kochsalzlösung von 1 ml/kg über 24 h, ein paar Stunden vor dem Eingriff eingeleitet.

Acetylcystein kann als Prämedikation für Patienten mit einem Risiko für die Entwicklung einer Nephrotoxizität gegeben werden, aber die Wirksamkeit ist ungewiss. Orale antihyperglykämische Medikamente wie Metformin sollten für 48 h nach i.v. Gabe zurückgehalten werden, um eine Akkumulation zu vermeiden, wenn eine Kontrastnephrotoxizität auftritt. (Anmerkung der Redaktion: Vorgehen hängt nach ESUR Guidelines von der GFR ab!)

Weil viele Protokolle zum Umgang mit Kontrastmitteln und ihren Reaktionen spezifisch sind und ständig aktualisiert werden, ist es wichtig, die genauen Details mit der radiologischen Abteilung zu besprechen.

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