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Oppositionelle Verhaltensstörung (ODD)

Von

Josephine Elia

, MD, Sidney Kimmel Medical College of Thomas Jefferson University

Inhalt zuletzt geändert Feb 2017
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Die oppositionelle Verhaltensstörung ist ein sich wiederholendes und andauerndes Muster eines negativen, trotzigen oder sogar feindseligen Verhaltens gegenüber Autoritätspersonen. Die Diagnose wird klinisch gestellt. Die Behandlung ist eine individuelle Psychotherapie in Verbindung mit einer Therapie der Familie oder der Betreuungsperson. Manchmal müssen auch Medikamente eingesetzt werden, um die Reizbarkeit zu vermindern.

Die Prävalenz der oppositionellen Verhaltensstörung (ODD) ist variabel, da die diagnostischen Kriterien sehr subjektiv sind. Die Prävalenz der oppositionellen Verhaltensstörungen (ODD) bei Kindern und Jugendlichen beträgt fast 15%. Vor der Pubertät sind die betroffenen Jungen den Mädchen zahlenmäßig überlegen, nach der Pubertät verringert sich diese Differenz.

Obwohl die oppositionellen Verhaltensstörungen als eine leichte Version der Verhaltensstörungen angesehen werden, haben die beiden Störungen nur oberflächliche Gemeinsamkeiten. Das Hauptzeichen dieser Störung ist das zwischenmenschliche Verhalten, das von Reizbarkeit und Trotz geprägt ist. Doch Kindern mit einer Verhaltensstörung fehlt scheinbar ein Unrechtsbewusstsein, daher verletzen sie wiederholt die Persönlichkeitsrechte anderer (z. B. Mobbing, Bedrohung oder Gewaltanwendung, Grausamkeit gegen Tiere), manchmal ohne jeden Anschein von Reizbarkeit.

Die Ätiologie der oppositionellen Verhaltensstörung ist nicht bekannt. Sie ist aber am häufigsten bei Kindern anzutreffen, in deren Familien die Kommunikation der Erwachsenen hauptsächlich aus lauten, interpersonellen Konflikten besteht. Die Diagnose sollte nicht als eine umschriebene Störung betrachtet werden, sondern als eine Indikation zur Untersuchung und Behandlung zugrunde liegender Probleme.

Symptome und Beschwerden

Typischerweise neigen Kinder mit oppositionellem Trotzverhalten dazu,

  • häufig und leicht Wutausbrüche zu haben

  • mit Erwachsenen zu streiten

  • sich Erwachsenen zu widersetzen

  • sich zu weigern, ihre Regeln zu befolgen

  • absichtlich andere Personen zu ärgern

  • anderen die Schuld für ihre eigenen Fehler oder ihr Fehlverhalten zuzuschieben

  • leicht provoziert und geärgert werden zu können

  • boshaft oder rachsüchtig zu sein

Vielen betroffenen Kinder fehlt es auch an sozialen Kompetenzen.

Diagnose

  • Klinische Kriterien

Die oppositionelle Verhaltensstörung wird bei einem Kind diagnostiziert, wenn in den vorangegangenen 6 Monaten 4 dieser Symptome belegt sind. Die Symptome müssen also schwer und störend impulsiv sein.

Die oppositionelle Verhaltensstörung muss von den folgenden Störungen unterschieden werden, die zu ähnlichen Symptomen führen:

  • Leichte bis mäßig oppositionelle Verhaltensweisen: Solche Verhaltensweisen treten zeitweise bei fast allen Kindern und Jugendlichen auf.

  • Unbehandelte Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS): Die Symptome, die denen der oppositionellen Trotzstörung ähneln, lösen sich oft, wenn ADHS adäquat behandelt wird.

  • Stimmungsstörungen: Reizbarkeit, die durch Depression verursacht wird, kann von der oppositionellen Verhaltensstörung durch das Vorhandensein von Anhedonie und neurovegetativen Symptomen (z. B. Schlaf- und Appetitmangel) unterschieden werden. Diese Symptome werden jedoch oft bei Kindern übersehen.

  • Angststörungen und Zwangsstörungen: Bei diesen Störungen treten die oppositionellen Verhaltensweisen auf, wenn die Kinder eine überwältigende Angst haben oder wenn sie daran gehindert werden, ihrer Rituale auszuführen.

Therapie

  • Verhaltensänderung

  • gelegentlich Medikamente

Zugrunde liegende Probleme (z. B. dysfunktionelle Familie) und Begleiterkrankungen wie z. B. ADHS sollten identifiziert und angegangen werden. Aber auch ohne korrigierende Maßnahmen oder Behandlung, verbessern sich die meisten Kinder mit ODD im Laufe der Zeit.

Zu Anfang ist die Behandlung der Wahl der oppositionellen Verhaltensstörung eine Verhaltensänderung durch ein Belohnungssystem, um das Verhalten des Kindes in Richtung eines sozial akzeptablen Benehmens zu lenken. Viele Kinder können auch von einer Gruppentherapie profitieren, die soziale Kompetenzen aufbaut.

Manchmal ist auch der Einsatz von Antidepressiva nützlich, um Depressionen und Angst zu behandeln (siehe Tabelle: Medikamente für die Langzeitbehandlung von Angst und verwandten Störungen).

Wichtige Punkte

  • In der oppositionellen Trotzstörung verlieren Kinder oft ihre Beherrschung, trotzen Erwachsenen, missachten Regeln und stören andere Menschen absichtlich.

  • Verwenden Sie zunächst ein belohnungsbasiertes Verhaltensänderungsprogramm, um das Verhalten des Kindes sozial angemessener zu machen. Manchmal können Medikamente zur Behandlung von Depressionen und Angststörungen helfen.

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