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Nicht-thrombotisch bedingte Lungenembolie

Von

Victor F. Tapson

, MD, Cedars-Sinai Medical Center

Inhalt zuletzt geändert Mrz 2015
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Zu den nichtthrombotischen Quellen einer Lungenembolie gehören Luft, Fett, Fruchtwasser, infiziertes Material, Fremdkörper und Tumoren.

Eine Lungenembolie kann auch nicht-thrombotische Ursachen haben. Die LE aufgrund nicht-thrombotischer Ursachen bewirkt klinische Syndrome, die sich von dem einer tthrombotischen LE unterscheidet. Die Diagnose basiert in der Regel teilweise oder vollständig auf klinischen Kriterien, insbesondere gehört hierzu das Risiko des Patienten. Die Behandlung umfasst unterstützende Maßnahmen.

Luftembolie

Luftembolie entsteht durch den Eintritt von größeren Mengen an Luft ins venöse System oder die rechte Herzseite, die dann weiter ins pulmonale arterielle Gefäßsystem transportiert werden. Eine Obstruktion des pulmonalen Ausflusstraktes kann auftreten, welche rasch letal werden kann. Ursachen umfassen Chirurgie, stumpfes Trauma, fehlerhafte oder ungesicherte Venenkatheter, und Fehler, die während des Einführens oder Entfernens von zentralen Venenkathetern auftreten.

Die Behandlung umfasst die Platzierung des Patienten in der linken Seitenlage, vorzugsweise in der Trendelenburg-Lagerung (d. h. der Kopf ist niedriger als die Füße), um Luft in der Spitze des rechten Ventrikels zu stoppen und somit eine Hirnembolie und Obstruktion der pulmonalen Hauptarterien zu verhindern. Supportive Maßnahmen sind auch notwendig.

Schnelle Dekompression nach Tauchen kann zur Gasbläschenbildung im Lungenkreislauf führen, ein anderes Problem, das zu Endothelschädigung, Hypoxämie und diffuse Infiltrate führt ( Arterielle Gasembolie).

Fettembolie

Fettembolie wird durch das Einschwemmen von Fettgewebe oder Knochenmarkbestandteilen in das venöse System und anschließend in die Pulmonalarterien verursacht. Die Ursachen umfassen Frakturen der Röhrenknochen, orthopädische Eingriffe, den Verschluss kleinster Gefäße oder Knochenmarknekrosen bei Patienten mit Sichelzellanämie, und selten toxische Veränderungen von eigenen oder parenteralen Serumlipiden.

Fettembolien verursachen ein dem ARDS ähnliches, akut einsetzendes pulmonales Syndrom mit schwerer Hypoxämie, das oft von neurologischen Veränderungen und einem petechialen Exanthem begleitet wird.

Frühe Schienung von Frakturen der Röhrenknochen und operative anstatt externe Fixation können vermutlich eine Fettembolie verhindern.

Fruchtwasserembolie

Fruchtwasserembolie ist ein seltenes Syndrom und wird durch den Eintritt von Fruchtwasser ins mütterliche venöse System und anschließend in die Lungenstrombahn verursacht. Das Syndrom tritt während der Wehen auf (Fruchtwasserembolie) oder, noch seltener, während pränataler Gebärmutterkomplikationen.

Die Patientinnen können kardial und respiratorisch durch Anaphylaxie, durch eine zu akuter schwerer pulmonaler Hypertonie führende Vasokonstriktion, sowie durch direkte toxische Effekte an den kleinen Lungengefäßen mit Hypoxämie und pulmonaren Infiltraten gefährdet sein.

Septische Embolie

Septische Embolie tritt auf, wenn infektiöses Material Embolien der Lungenarterien verursacht. Zu den Ursachen gehören i.v. Drogenmissbrauch, infektiöse Endokarditis der rechten Herzseite und septische Thrombophlebitiden.

Eine septische Embolie verursacht Symptome und Anzeichen einer Pneumonie (z. B. Fieber, Husten, Auswurf, pleuritische Brustschmerzen, Dyspnoe, Tachypnoe und Tachykardie) oder Sepsis (z. B. Fieber, Hypotonie, Oligurie, Tachypnoe, Tachykardie und Verwirrung). Zunächst erscheinen noduläre Verschattungen auf dem Röntgenbild des Brustraumes; das Auftreten kann zu peripheren Infiltraten fortschreiten, und Emboli können kavitieren (insbesondere Embolien verursacht durch Staphylococcus aureus).

Die Therapie beinhaltet die Behandlung der zugrunde liegenden Infektion.

Fremdkörperembolie

Fremdkörperembolien werden durch den Eintritt von korpuskulärem Material in die Pulmonalarterien verursacht, meist durch i.v. Injektionen anorganischer Substanzen, wie Talkum bei Heroinabhängigen oder elementares Quecksilber bei Patienten mit mentalen Störungen.

Fokale Lungeninfiltrate können auftreten.

Tumorembolie

Tumorembolie ist eine seltene Komplikation maligner Erkrankungen (meist Adenokarzinome), bei denen neoplastische Zellen aus einem Körperorgan ins systemische venöse und pulmonalarterielle System gelangen, wo sie sich ansiedeln, vermehren und Gefäße verengen oder verschließen können.

Die Patienten stellen sich üblicherweise mit Dyspnoe und pleuritischen Brustschmerzen und Beschwerden einer Cor pulmonale vor, die sich über Wochen bis Monate entwickeln.

Die Diagnose, an die beim Vorliegen kleinfleckiger oder diffuser pulmonaler Infiltrate bei der Röntgenaufnahme des Brustraumes gedacht werden sollte, kann durch Biopsie oder gelegentlich durch zytologische Aspiration und histologische Untersuchung von kapillärem Lungenblut bestätigt werden.

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