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Taenia Saginata-(Rinderbandwurm)-Infektion

Von

Richard D. Pearson

, MD, University of Virginia School of Medicine

Inhalt zuletzt geändert Jul 2018
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Eine Infektion mit dem RinderbandwurmTaenia saginata kann zu leichten gastrointestinalen Beschwerden und zur Ausscheidung beweglicher Segmente im Stuhl führen. Zur Therapie eignet sich Praziquantel.

Rinder sind Zwischenwirte für T. saginata. Menschen sind infiziert durch

  • Verzehr von Zystizerken (Larvenform) in rohem oder nichtdurchgegartem Rindfleisch.

Die Larven reifen in ca. 2 Monaten zu adulten Würmern, die für mehrere Jahre leben können. In der Regel sind nur 1 oder 2 adulte Würmer vorhanden.

Die T. saginata-Infektion kommt weltweit vor, insbesondere aber in tropischen und subtropischen Regionen Afrikas, des Mittleren Ostens, Osteuropas, Mexikos und Südamerikas, in denen Rinderzucht betrieben wird. In Rindern aus den USA tritt die Infektion nur selten auf und wird durch die amtliche Fleischbeschau überwacht.

Die Patienten können asymptomatisch sein oder leichte digestive Symptome aufweisen. Die Ausscheidung beweglicher Segmente (Proglottiden) im Stuhl bringt einen ansonsten asymptomatischen Patienten oft dazu, ärztliche Hilfe aufzusuchen.

Diagnose

  • Mikroskopische Untersuchung des Stuhls auf Eier und Proglottiden

Der Stuhl sollte auf das Vorhandensein von Proglottiden und Eiern untersucht werden; Eier können auch im Analabstrich gefunden werden. Die Eier von T. saginata sind von denen von T. solium (Schweinebandwurm) und T. asiatica nicht zu unterscheiden, ebenso wenig unterscheiden sich die klinischen Beschwerden und das Management intestinaler Infektionen dieser 3 Bandwürmer.

Therapie

  • Praziquantel

  • Alternativ Niclosamid (außerhalb der USA)

Die Therapie einer T. saginata-Infektion erfolgt mit einer Einzeldosis Praziquantel 5 oder 10 mg/kg.

Alternativ kann eine Einzeldosis (2 g) Niclosamid (nicht in den USA erhältlich) in Form von 4 Tabletten zu je 500 mg gegeben werden, die gemeinsam gekaut und mit einer kleinen Menge Wasser heruntergeschluckt werden. Für Kinder ist die Dosis von Niclosamid 50 mg/kg (maximale Dosis von 2 g) einmalig.

Die Behandlung kann als erfolgreich angesehen werden, wenn im Stuhl 1 und 3 mo nach der Behandlung keine Taenia-Eier identifiziert werden.

Eine T. saginata-Infektion kann verhindert werden, indem ganze Rindfleischstücke auf ≥ 63° C (≥ 145° F) gekocht werden, gemessen mit einem an der dicksten Stelle des Fleisches angebrachten Speisethermometer. Lassen Sie das Fleisch anschließend 3 Minuten ruhen, bevor Sie es schneiden oder konsumieren. Rinderhackfleisch sollte bei ≥ 71° C (≥ 160° F) gegart werden. Rinderhackfleisch erfordert keine Ruhezeit.

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HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.

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