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Myzetom

(Maduramykose; Madurafuß)

Von

Sanjay G. Revankar

, MD, Wayne State University School of Medicine

Inhalt zuletzt geändert Nov 2017
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Quellen zum Thema

Das Myzetom ist eine chronische, progressive Lokalinfektion, die durch Pilze oder Bakterien hervorgerufen wird und die Füße, oberen Extremitäten oder den Rücken betrifft. Es kann auch zu einer Anschwellung und Bildung von Sinusgängen kommen. Die Diagnose wird klinisch gestellt und durch mikroskopische Untersuchung von Exsudaten und Kultur bestätigt. Die Therapie umfasst Antiinfektiva, chirurgisches Débridement und manchmal Amputation.

Mehr als die Hälfte aller Fälle wird durch Bakterien, vor allem Nocardia sp. und andere Aktinomyzeten, verursacht. Der Rest wird durch ca. 20 verschiedene Pilzarten hervorgerufen. Wenn die Läsionen durch Pilze hervorgerufen werden, werden sie gelegentlich auch Eumyzetom genannt.

Myzetome entstehen vor allem in tropischen oder subtropischen Gebieten, inkl. den südlichen USA. Die Infektion erfolgt durch den Eintritt von Erregern aufgrund lokaler Traumata durch die unbedeckte Fußhaut sowie durch Extremitäten oder Rücken von Arbeitern, die kontaminierte pflanzliche Produkte oder andere Gegenstände tragen. Am häufigsten sind Männer zwischen 20 und 40 Jahren betroffen, vermutlich da das Trauma bei einem Aufenthalt im Freien auftrat.

Die Infektion breitet sich über benachbarte Gebiete aus und führt zur Anschwellung und Bildung von multiplen drainierenden Sinus, die charakteristische Körner („grains“) klumpenförmiger Erreger exsudieren. Mikroskopische Gewebereaktionen können primär eitrig oder granulomatös sein, je nach dem spezifischen ursächlichen Erreger. Wenn die Infektion fortschreitet, können sich bakterielle Superinfektionen entwickeln.

Symptome und Beschwerden

Die initiale Läsion eines Mycetoms kann eine Papel sein, ein fixierter subkutaner Knoten, eine Blase mit einer indurierten Basis oder ein subkutaner Abszess, der unter Ausbildung einer Fistel auf der Hautoberfläche rupturiert. Es kommt häufig in und um die Läsionen herum zu einer Fibrosierung. Die Schmerzhaftigkeit ist minimal oder nicht vorhanden, sei denn, es liegt eine akute eitrige bakterielle Superinfektion vor.

Die Infektion schreitet langsam über Monate oder Jahre fort, dehnt sich graduell und mit Zerstörung einhergehend zu angrenzender Muskulatur, Sehnen, Faszien und Knochen aus. Es kommt weder zu einer systemischen Dissemination, noch treten Symptome und Beschwerden auf, die auf eine generalisierte Infektion hindeuten. Letztlich führen der Muskelabbau, Deformationen und die Gewebedestruktion dazu, dass die betroffenen Gliedmaßen nicht mehr verwendet werden können. Bei fortgeschrittenen Infektionen schwellen die beteiligten Extremitäten grotesk an und bilden eine keulennförmige Masse zystischer Areale. Die multiplen drainierten und miteinander kommunizierenden Sinusgänge und Fisteln in diesen Bereichen bilden ein dickes oder serösblutiges Exsudat, das charakteristische Körner enthält, die weiß oder schwarz sein können.

Diagnose

  • Untersuchung und Kultur der Exsudate

Die verursachenden Erreger können vorläufig durch makroskopische und mikroskopische Untersuchung der Körnchen aus dem Exsudat identifiziert werden, die irregulär geformte, variabel gefärbte und 0,5–2 mm große Granulate enthalten. Die Körnchen sollten für einen definitiven Nachweis des Erregers zerquetscht und kultiviert werden. Aus den Exsudatproben können viele Bakterien und Pilze angezüchtet werden, von denen manche mögliche Ursachen einer Superinfektion darstellen.

Therapie

  • Antibakteriell oder Antimykotika

  • Manchmal operative Eingriffe

Die Therapie eines Mykotoms kann über > 10 Jahre erforderlich sein. Es kann zum Tod durch bakterielle Superinfektion und Sepsis kommen, wenn die Behandlung vernachlässigt wird.

Bei Infektionen, die durch Nocardia verursacht wurden, werden Sulfonamide und andere antibakterielle Medikamente, manchmal in Kombination, verwendet.

Bei Infektionen, die durch Pilze verursacht werden, können manche der potenziell kausalen Erreger zumindest teilweise auf Amphotericin B, Itraconazol oder Ketoconazol (in den USA nicht verfügbar) ansprechen, einige sind jedoch gegenüber allen antimykotischen Wirkstoffen resistent. Bei den meisten Patienten kommt es nach einer antimykotischen Therapie zu Rezidiven, und bei vielen Patienten verbessert sich der Zustand nicht oder verschlimmert sich sogar während der Therapie, was die oft refraktäre Natur der Infektion anzeigt.

Ein chirurgisches Débridement ist notwendig und zur Vermeidung einer potenziell tödlichen schweren sekundären bakteriellen Infektion kann sogar eine Amputation von Gliedmaßen erforderlich sein.

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