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Säuglingsbotulismus

Von

Larry M. Bush

, MD, FACP, Charles E. Schmidt College of Medicine, Florida Atlantic University;


Maria T. Vazquez-Pertejo

, MD, FACP, Wellington Regional Medical Center

Inhalt zuletzt geändert Sep 2019
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Neugeborenenbotulismus entsteht durch die Ingestion von Clostridium botulinum-Sporen, die den Dickdarm kolonisieren und in vivo Toxin bilden. Die Symptome sind anfängliche Verstopfung gefolgt von neuromuskulärer Lähmung. Die Diagnose erfolgt klinisch und durch Laboridentifizierung von Toxin oder Organismen im Stuhl. Die Behandlung ist supportiv und erfolgt mit humanem Botulismus-Immunglobulin.

Ein Neugeborenenbotulismus kommt meist bei Säuglingen < 6 Monaten vor. Der jüngste dokumentierte Patient war 2 Wochen und der älteste war 12 Monate alt. Im Gegensatz zu lebensmittelbedingtem Botulismus wird Neugeborenenbotulismus nicht durch eine Ingestion eines präformierten Toxins verursacht. Die meisten Fälle sind idiopathisch, obwohl einige auf die Einnahme von Honig, der C. botulinum - Sporen enthielt, zurückzuverfolgen sind. Kleinkinder < 12 Monate, sollten daher nicht mit Honig gefüttert werden.

Die meisten Fälle betreffen Typ A- oder B-Toxin.

Symptome und Beschwerden

Zu Konstipation kommt es initial in 90% der Fälle von Botulismus bei Kindern, gefolgt von einer neuromuskulären Paralyse, beginnend bei den Hirnnerven und fortschreitend auf die periphere und respiratorische Muskulatur. Es kommt charakteristischerweise zu Hirnnervenlähmungen wie z. B. Ptosis, Lähmungen extraokulärer Muskeln, schwachem Schreien, Trinkschwäche, reduziertem Würgereflex, Ansammlung oraler Sekrete, schwachen Muskeltonus ("floppy baby syndrome") und einem ausdruckslosen Gesicht.

Der Schweregrad variiert von einer milden Lethargie und verzögerter Nahrungsaufnahme bis zu schwerer Hypotonie und Ateminsuffizienz.

Diagnose

  • Stuhltests

Zunächst sollte Botulismus bei Kindern aufgrund der klinischen Kriterien vermutet werden. Mit der Therapie sollte nicht bis zur Bestätigung durch die ausstehenden Testergebnisse gewartet werden.

Neugeborenenbotulismus kann mit Sepsis, kongenitaler Muskeldystrophie, spinaler Muskelatrophie, Hypothyreoidismus und benigner kongenitaler Hypotonie verwechselt werden.

Der Nachweis von C. botulinum-Toxin im Stuhl bestätigt die Diagnose eines kindlichen Botulismus.

Therapie

  • Menschliche Botulismus-Immunglobuline

Säuglinge werden stationär aufgenommen, und eine supportive Behandlung erfolgt nach Bedarf. Da Erreger und Toxin im Stuhl über Wochen bis Monate nach Symptombeginn ausgeschieden werden, müssen geeignete Vorsichtsmaßnahmen befolgt werden.

Die spezifische Behandlung von Botulismus bei Kindern erfolgt mit menschlichen Botulismus-Immunglobulin (BabyBIG®), das über das Behandlungs- und Präventionsprogramm für Botulismus bei Kindern (IBTPP, Rufnummer 510 231-7600 oder siehe die IBTPP-Webseite) bezogen werden kann. Dieses Gegengift wird von gepoolten menschlichen Spendern gewonnen, die hohe Titer von Antikörpern gegen A- und/oder B-Toxin besitzen. Die Dosis von humanem Botulinum-Immunglobulin beträgt 50 mg/kg i.v., langsam gegeben.

Die Behandlung von Säuglingsbotulismus wird begonnen, sobald die Diagnose vermutet wird; das Warten auf bestätigende Testergebnisse, die Tage dauern können, ist gefährlich.

Das bei Erwachsenen verwendete heptavalente Antitoxin aus Pferdeserum, wird für Säuglinge nicht empfohlen.

Antibiotika werden nicht gegeben, weil sie C. botulinum im Darm lysieren können und die Toxinverfügbarkeit erhöhen.

Weitere Informationen

  • Infant Botulism Treatment and Prevention Program: Web site or call 510-231-7600

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HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.
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