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Diagnostik und Behandlung von Patienten mit Schilddrüsenknoten

Von

Jerome M. Hershman

, MD, MS, David Geffen School of Medicine at UCLA

Inhalt zuletzt geändert Apr 2018
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Schilddrüsenknoten sind gutartige oder bösartige Wucherungen innerhalb der Schilddrüse. Sie sind häufig und treten mit zunehmendem Alter vermehrt auf.

Die Inzidenz variiert mit der jeweiligen Bewertungsmethode. Bei Patienten mittleren Alters und ältere Patienten, zeigt eine Palpation bei etwa 5% Knötchen. Ergebnisse von Sonographie- und Autopsiestudien deuten darauf hin, dass bei etwa 50% der älteren Erwachsenen Knötchen vorhanden sind. Die meisten Knoten werden zufällig durch bildgebende Verfahren bei der Abklärung anderer Schilddrüsenkrankheiten entdeckt.

Ätiologie

Die meisten Knötchen sind benigne. Benigne Ursachen sind

  • Hyperplastischer Kolloidkropf

  • Schilddrüsenzysten

  • Thyreoiditis

  • Schilddrüsenadenome

Bösartige Ursachen sind die Schilddrüsenmalignome

Abklärung

Anamnese

Schmerzen sprechen für eine Thyreoiditis oder eine Zysteneinblutung. Ein asymptomatischer Knoten kann bösartig sein, ist aber in der Regel gutartig. Symptome einer Hyperthyreose sprechen für ein autonomes Adenom oder eine Thyreoiditis, während klinische Symptome einer Hypothyreose auf eine Hashimoto-Thyreoiditis hinweisen. Risikofaktoren für Schilddrüsenkrebs sind

  • Frühere Schilddrüsenbestrahlung, vor allem im Säuglings-oder Kindesalter

  • Alter < 20 Jahre

  • Männliches Geschlecht

  • Positive Familienanamnese für Schilddrüsenkrebs oder multiple endokrine Neoplasie Typ 2

  • Ein einelner Knoten

  • Dysphagie

  • Dysphonia

  • Zunehmende Größe (besonders schnelles Wachstum oder Wachstum während einer thyreoidalen Suppressionstherapie)

Körperliche Untersuchung

Klinische Zeichen, die auf ein entdifferenziertes Schilddrüsenmalignom hinweisen, sind eine steinharte Konsistenz oder Verwachsung mit Umgebungsgewebe, eine zervikale Lymphadenopathie und Heiserkeit aufgrund einer Rekurrensparese.

Tests

Die erste Abklärung eines Schilddrüsenknotens besteht aus Untersuchung auf

  • Thyreoidea-stimulierendem Hormon (TSH)

  • Peroxidaseantikörpern (TPO)

Wenn TSH supprimiert ist, wird ein Radiojod-Scanning durchgeführt. Knötchen mit erhöhter Radionuklidaufnahme (heiß) sind selten bösartig. Wenn die Schilddrüsenfunktionstests keine Hyperthyreose oder Hashimoto-Thyreoiditis aufzeigen, wird eine Feinnadelaspirationsbiopsie durchgeführt, um gutartige von bösartigen Knoten zu unterscheiden. Der frühe Einsatz einer Feinnadelaspirationsbiopsie ist ein ökonomischerer Ansatz als die routinemäßige Anwendung von Schilddrüsenszintigraphien.

Eine Sonographie ist nützlich bei der Bestimmung der Größe des Knotens; die Feinnadelaspirationsbiopsie ist nicht routinemäßig für Knötchen < 1 cm (Anmerkung der Redaktion: die Leitlinien der europäischen Schilddrüsengesellschaft (ETA) und der amerikanischen klinischen Endokrinologen (AACE) empfehlen eine Punktion je nach sonographischen Malignitätsmarkern ggf. auch schon ab einem Durchmesser von 0,5cm (Thyroid Nodule Guideline, Endocr. Pract. 2010; 16 (Suppl 1)) im Ultraschall oder Knötchen, die vollkommen zystisch sind, angezeigt. Eine Sonographie ist selten diagnoseführend bei Krebs, obwohl durch bestimmte Ultraschall- oder Röntgenbefunde Hinweise auf eine Krebserkrankung gegeben werden:

  • Feine, fleckenförmige, psammomatöse Verkalkung (papillares Schilddrüsenkarzinom)

  • Echoarmut, unregelmäßige Grenzen, erhöhte intranoduläre Vaskularität, Höhe größer als die Breite im Querschnitt, unregelmäßige Makro- (Anmerkung der Redaktion: und Mikro-) verkalkungen oder seltene dichte, homogene Verkalkung (medulläres Schilddrüsenarzinom)

Therapie

  • Behandlung der zugrunde liegenden Erkrankung

Die Behandlung richtet sich nach der Grunderkrankung. Eine Thyroxinsupression von TSH, um kleinere gutartige Knötchen schrumpfen zu lassen, ist in nicht mehr als der Hälfte der Fälle wirksam und wird selten durchgeführt. Thyroxin wird nicht zur Behandlung von Krebsknoten eingesetzt.

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HINWEIS: Dies ist die Ausgabe für medizinische Fachkreise. LAIEN: Hier klicken, um zur Ausgabe für Patienten zu gelangen.
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